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  • Anita Klingler
  • Donnerstag | 16. Dezember 2010  |  10:21 Uhr
Sie sind unabdingbar für jeden Webshop: Produktbilder. Sie sollen gleichzeitig informieren und zum Kauf anregen. Hier eine Balance zu finden, ist schwierig. Weder soll eine Website mit Bildern zu­gekleistert werden, noch soll sie verwaist aussehen.

„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“, heißt es. Psychologen gehen davon aus, dass es höchs-tens 30 Sekunden dauert, bis wir uns ein Bild von unserem Gegenüber gemacht haben. Ähnliches gilt für

Produkte und insbesondere Produktbilder. Hübsch ansprechend sollen sie sein, und informativ, das Gezeigte gut zur Geltung bringen. Im Idealfall wecken sie das Interesse des Kunden und motivieren ihn zum Kauf.

Gute Nutzerführung

Sport Schwab macht bei der Navigation zunächst einmal alles richtig: Die Kategorien der Hauptnavigation sind schön übersichtlich, der Shop ist auf den ersten Blick gefunden. Verlinkt wird auf die Unterkategorie Wintersport > Race Ski – und hier ergibt sich ein kleines Problem.

Zwar ist die Idee gut, auf eine ­Kategorie zu verlinken, die zur Saison passt und tendenziell am ehesten dem entspricht, was der Kunde Anfang der Wintersaison sucht – aber: Eine ganze Seite voller einzelner Ski aus der Vogelperspektive schreckt erst einmal ab. Zudem wird hier wertvoller Platz verschenkt.

Grundsätzlich ist Weißraum etwas Gutes, weil er Kunden nicht überfordert und den Blick auf das Wesentliche lenkt. Im Fall von Sport Schwab ist bei den Ski-Kategorien aber mehr Weißes zu sehen als Wesentliches.

Mit Details arbeiten

Freilich sind Bilder von Ski per se wenig aufregend und die Gestaltungsmöglichkeiten halten sich in Grenzen. Zudem ist

einerseits die Zeit knapp, und andererseits kommen die Produktbilder meist vom Hersteller.

Dennoch lässt sich ohne viel Aufwand mit Fotos arbeiten, beispielsweise mit Bildausschnitten. Für das Web sind keine hohen Auflösungen nötig, um eine passable Qualität zu erreichen. Für gedruckte Bilder rechnet man mit 300 dpi, für das Netz reicht ein Drittel völlig aus. Es ist also möglich, nur einen Ausschnitt des Ausgangsmaterials als Produktbild zu verwenden – etwa den vorderen Teil der Ski mit dem Logo des Herstellers, wie es bei den Anzeigen auf der Startseite der Fall ist. Ein Ausschnitt als Stellvertreter für das Ganze bietet sich insbesondere bei großen Produkten an – wie eben Ski.

Natürlich bedeutet es einen Zeitaufwand, Bilder einzeln zu bearbeiten und einzuspeisen. Aber ein Produktbild in der Übersicht, auf dem theoretisch auch ein tailliertes Mikadostäbchen abgebildet sein könnte, bringt wenig bis gar nichts. Im Fall von Sport Schwab sind selbst die Logos in der rechten oberen Ecke des jeweiligen Produktbilds teilweise sehr klein und kaum lesbar. Auch auf der Produktseite zum einzelnen Artikel gilt: Wenn der Kunde nicht von vornherein genau weiß, was er haben will, möchte er überzeugt werden, oder zumindest möglichst genau sehen, was er kauft. Also lieber drei statt einem Bild und lieber fünf als zwei. Sport Schwab versucht das Problem mit einem Zoomfenster zu umgehen, das sich beim Klick auf ein Produktbild öffnet. Hier fehlt allerdings ein Scroll-Balken. Ist das Foto länger als der Bildschirm, lässt sich nur der obere Teil betrachten.

Nichts für Kurzsichtige

Sport Schwab liefert zu Schuhen und Ski eine Größentabelle. Was gut gemeint ist, lässt in der Ausführung zu wünschen übrig: Die Schriften der Tabellen sind so klein und verschwommen, dass sich hier jeder, der über 25 ist, tendenziell schwer tut mit Lesen. Offenbar wurden die Übersichten willkürlich aus Dokumenten zusammengeklaubt. Hier lohnt sich der Aufwand, einheitliche, übersichtliche und leserliche Tabellen zu erstellen, die Sie ebenfalls als Bilder einfügen können. So ist aber gewährleistet, dass Kunden mit dem Service auch wirklich etwas anfangen können.

Anita Klingler

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Autor: Anita Klingler

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 28 / 2010