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Zalando: Ausbau von Eigenmarken?

  • Andreas Mayer
  • Donnerstag | 02. Juni 2016  |  12:02 Uhr
Onlinehändler Zalando will offenbar nicht nur sein stationäres Geschäft forcieren, sondern auch den Eigenmarkenanteil ausbauen. Damit versuchen die dahinterstehenden Macher, die Gebrüder Samwer, die Verluste der Zalando-Mutter Rocket Internet aufzufangen.

Das börsennotierte Internetunternehmen macht herbe Verluste wie soeben bekannt wurde. Die beliefen sich im vergangenen Jahr auf knapp 200 Mio. Euro, Die Bilanz fällt deswegen so schlecht aus, weil die E-Commerce-Töchter von Rocket (Essens- und Koch-Dienstleister sowie Möbelhändler) nicht aus den Miesen heraus-kommen. Das Geschäftsmodell, nach dem solche Lieferdienste und Händler wie am Fließband europa- und weltweit ausgerollt werden, geht nicht auf. In Südostasien wurden die Dienste bereits schon an den Giganten Alibaba verkauft. Mit Sport und Mode wollen die Samwers das Ruder herumreissen. Dazu soll der Internethändler außerdem mit anderen echten Läden kooperieren, bestätigte unlängst Dominik Rief, Zalando-Länderchef für die Schweiz und Österreich gegenüber der Schweizer Medien. Unter dem Projektnamen «Offline-Integration» plant der Händler, dass stationäre Läden ihre Sortimente bei Zalando einstellen. Das Prinzip erinnert an die Ebay-Vorgehensweise. Zalando könnte aber auch Artikel fotografieren und für die Händler verschicken lassen, heisst es. Denkbar sei auch, dass Läden unserer Markenpartner zur Pick-up-Station für Zalando-Bestellungen würden, meinte Rief. Ein erster Test soll demnächst in einem Berliner Einkaufszentrum anlaufen. Technisch sei das Modell auf jedes Land übertragbar, sagt Rief.

Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur sportFACHHANDEL / Wanderlust / SkiMAGAZIN

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 06 / 2016