• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Verbrauerrechte: Schweizer lassen sich nicht überrumpeln

  • Andreas Mayer
  • Montag | 01. Dezember 2014  |  09:45 Uhr
Der Schweizer Handel bleibt zunächst eine Insel und führt die neuen Verbraucherrechte nach EU-Richtlinie nicht ein.

Der Schweizer Nationalrat hat sich in einer Abstimmung jüngst gegen ein allgemeines Widerrufsrecht im Online-Handel entschieden. Im Gegensatz zur EU, die Kunden ein allgemeines Widerrufsrecht von 14 Tagen zusichert und den Bestellvorgang sowie die Rücksendekosten seit dem 13. Juni diesen Jahres neu geregelt hat, soll der Online-Shopper in der Schweiz künftig nicht besser geschützt werden. Begründet wird das vor allem mit der Selbstverantwortlichkeit der potentiellen Käufer: Die Gefahr, dass Käufer überrumpelt würden, bestehe bei Haustür- und Telefongeschäften, heißt es, nicht aber bei Internet-Geschäften. Dort werde der erste Schritt zum Abschluss eines Vertrags schließlich vom Konsumenten gemacht.

Die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommaruga befürchtet nun, dass inländische Kunden verstärkt im Ausland und nicht bei Schweizer Online-Händlern einkaufen würden, weil diese gegenüber EU-Bürgern benachteiligt blieben: Ein deutscher oder französischer Kunde, der bei einem Schweizer Händler online bestellt, besitze ein Widerrufsrecht – ein Kunde aus der Schweiz aber nicht.

Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

Weitere Artikel …

… mit den in diesem Artikel genannten Firmen und Personen liegen derzeit nicht vor.

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 22 / 2014