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SFH Online-TÜV: Mont K

  • Nicolas Kellner
  • Donnerstag | 16. Juli 2015  |  15:49 Uhr
Outdoor-Panorama-Bilder auf der Einstiegsseite von Webshops kommen in Mode: Nicht so beim Berliner Händler Mont K, der erstens schon lange – sowohl online als auch stationär – am Markt ist, und dessen Trekkingpanorama auf der Frontpage zweitens schon lange so etwas wie ein Markenzeichen ist. Kein Wunder, spielt es doch geschickt mit dem Logo des Händlers und ist deswegen so etwas wie unverwechselbar.

Text: Nicolas Kellner

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Mont K im Web: gute Bildsprache, viel Firmeninfo

Sehr gut gelungen ist Mont K die Verknüpfung von Laden und Webshop. Einerseits wird der Onlinekunde auf der ersten Seite „im Onlineshop willkommen geheißen“, darüber fällt der Blick aber gleichzeitig auf eine Aufnahme aus dem stationären Laden. Geschickt wird hier offline und online kombiniert, der Betrachter verbindet intuitiv beide Einkaufsmöglichkeiten. Darunter geht es unmittelbar zur Sache – und zwar mit Info pur und Aktualität: Mit Weltneuheiten zum Klettern und Kletterführer beispielsweise.

Mont K hat sich seit den Neunzigern in Berlin nach der Wende schnell einen festen Platz in der Outdoor-Szene der Stadt erobert und sich insbesondere als absoluter Kletterspezialist an der Spree durchgesetzt. Das Thema wird also entsprechend bedient sowohl im Online-Shop als auch im stationären Laden. Diesbezüglich ist der Informationsgehalt in Sachen Ausrüstung, Hallen, Kurse und Community sehr hoch. Da Mont K auch eine eigene Kletterschule unterhält, kann der Händler hier sehr effektiv eine noch engere Kundenbeziehung aufbauen. Es ist also auffällig, dass bei diesem Händler der Sport, das Thema Outdoor, bei der Webseitengestaltung Vorrang hatte vor dem Preis.

Leider ist die Menuespalte irgendwie ungeordnet: Am oberen Bildrand auf der Einstiegsseite sind alle relevanten Informationen von Hotline über Versand und Bezahlen bis hin zu den Öffnungszeiten des Geschäfts zu finden. Das ist Usernutzen. Einige rote Preise gibt es dann doch noch weiter unten zu einigen Produkten, jedoch eben nicht als unmittelbarer Eyecatcher. Stattlich ist die Navigationszeile neben der Produktsuche, unter der Infos zu den jeweiligen Marken geliefert werden sowie eine große Anzahl von Produkten, die im Webshop erhältlich sind. Die klassisch linker Hand angesiedelte Menuespalte ist nach Themen und Produktkategorien untergliedert – für unseren Geschmack etwas zu ungeordnet und nicht logisch.

Da ist der Button darüber weitaus interessanter: „Live-Support online“ verspricht eine Schaltung in den Laden zwecks Beratung offenbar, jedoch erst nach einer Anmeldung via Online-Formular. Das haben nicht viele zu bieten. Etwas zu versteckt, ganz unten, sind aber leider die Service-Hinweise, die ja durchaus nützlich und hilfreich sind. Punkte wie Schuhpflege, Besohlung, Verleih, Reparatur, Ersatzteile gehören nach vorn, nach oben geholt. Das sind Leistungen und Informationen, über die sich ein Händler abheben kann, den Kunden auf der Seite hält und idealerweise noch beeindruckt. Produkte und Preise findet er überall.

Auffällig gut gemacht sind die einzelnen Produktbeschreibungen auf den folgenden Seiten, die Warenkorbfunktion ist übersichtlich und vertrauenswürdig. Vor allem bei den Empfehlungen von verschiedenen Teilen haben sich die Webseitenmacher große Mühe gegeben. Diese Form vom virtueller Beratung macht Sinn und lädt zum Weiterstöbern online ein. Wie gesagt: Der User wird darüber hinaus aufgrund der geschickten Verknüpfung immer wieder eingeladen, den realen Laden zu besuchen. Beide Formen des Verkaufs, online und offline, sollten letzten Endes davon profitieren können.

Autor: Nicolas Kellner

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 10 / 2015