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SFH Online-TÜV: Keller Sports zeigt neue Beratungs-Tools

  • Nicolas Kellner
  • Freitag | 13. Mai 2016  |  10:18 Uhr
Keller Sports – wer ist das? Der Online-Händler aus München ist vielen unbekannt, strich aber gerade eine weitere Millionen-Finanzierung ein, die das europäische Geschäft vorantreiben soll. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich also.
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So viele Experten-Tester gibt es nirgendwo.
© Keller Sports

Text: Nicolas Kellner

Die Website wurde 2005 schon von den Brüdern Moritz und Jakob Keller ins Leben gerufen. Der Domain-Name klingt nun nicht gerade international, trotzdem schicken sich die Macher (Mitgeschäftsführer ist seit 2009 Florian Otte) an, europaweit in der E-Commerce-Spitze mitspielen zu wollen. Alle drei Geschäftsführer sind lange IT-erfahren und konnten von Anfang an Venture-Capital hinter sich versammeln. Zuletzt, im Mai vergangenen Jahres, erhielt Keller Sports eine weitere Millionenspritze von neuen Wagnisfinanzierern und Mitgesellschaftern, darunter auch durch den legendären Scout24-Mitgründer Christian Mangstl, einem der Online-Pioniere schon aus den Neunziger Jahren, lange bevor Facebook, Google und Co. für sich reklamierten, das WWW entdeckt zu haben. 2009 gab es dann bereits sechs Länder-Shop von Keller, inzwischen bedient Keller nach eigenen Angaben mit Shops in sieben Sprachen Kunden in 30 Ländern. Länderspezifische Angebote und Inhalte (bis auf einige Markenschwerpunkte) oder Unterschiede zwischen Länder-Domains wie co.uk und .com werden allerdings nicht so deutlich, auch nicht zwischen.at, .de oder .ch. Das soll möglicherweise ein CI-Merkmal sein. Die Umsatzentwicklung ist nicht bekannt, dafür wirbt der Shop mit Mehrwert-Angeboten und einer besonderen Usability.

Neu mit Wintersport: Das Thema Running steht derzeit im Mittelpunkt. Tennis und Training waren immer schon Dauerbrenner, vor gut einem Jahr wurde das Sortiment um Outdoor erweitert. Seit diesem Herbst gesellt sich Wintersport hinzu. Die Themen sind direkt zu finden, die Seiten sind schnell, weil auf zu viele Farben und Schnörkel verzichtet wird. Über das Angebot und den Ablauf von sicherer Verschlüsselung, diversen Zahlungsmethoden, Rückgaberecht und Datenschutzgarantie braucht man kaum ein Wort zu verlieren, das wissen die erfahrenen Macher, was Standard ist und gefordert wird. Navigation ist allerdings offenbar nicht mehr das, was es einmal war. Früher war‘s verpönt, über die Browser-Schaltung vor- und zurück zu navi-gieren, auf der Keller-Seite geht es nicht anders, weil die lange beliebte Navigationsbalken auf jeder Seite offenbar nicht mehr Usus sind. Es passiert, dass sich der Nutzer auf den Seiten verliert. Zwar läuft die obere Rubrikzeile mit, allerdings verwirrt das eher und ist auch unsortiert zwischen Sortimentskategorien, Geschlechtern, Outlet und Marken zusammengestellt. Die jeweiligen Drop-down-Menues wiederholen sich teilweise noch. Das Runningschuh-Angebot unter „Neu“ ist identisch mit der derzeitigen ersten Runningschuh-Seite. Das wirkt wenig durchdacht, die Taxonomie insgesamt und deren Kriterien sind leider nicht richtig erkennbar.

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Das so genannte Shoe-fit-Tool ist einzigartig.
© Keller Sports

Mehrwert durch Experten: Was sofort auffällt, ist ein toller Mehrwert in Sachen Beratung. So genannte Keller-Experten testen beispielsweise Laufschuhe und andere Sportgeräte. Die Vorstellung der Tester selbst, zahlreiche aktive und erfahrene Sportler, ist umfangreich und durchaus glaubwürdig. Deren Bewertungen auch. Die Filterfunktion zur Auswahl der passenden Produkte ist sinnvoll und leicht zu bedienen. Die kurzweilige Beratung via Text-Kästen ist allerdings oberflächlich, die Erlebnisberichte dafür spannend. Das Angebot zum Verfassen eigener Testerfahrungen wirkt einladend. Man darf gespannt, wie sich die Seite nach dem Relaunch und dem Millionen-Zuschuß weiter entwickelt. Eine erfrischende Alternative zu Décathlon, Scheck, Amazon und Co. ist es allemal.

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Autor: Nicolas Kellner

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 04 / 2016