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JD-Sports: Auch die Premiere im Web ist gelungen

  • Andreas Mayer
  • Mittwoch | 09. Juli 2014  |  09:22 Uhr
Auch online krempelt JD Sports den soeben geschluckten Berliner Sneaker-Händler Isico komplett um.
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Auf Schwarz-Gelb-Weiß baut JD Sports im Web und in den Straßenläden.

Aus aktuellem Anlass also lohnt sich jetzt der Blick ins Web. Denn in Windeseile haben die Briten nicht nur den einstigen Online-Shop von Isico vom Layout her angepasst, sondern auch eine eigene deutschsprachige Version ihres britischen Onlineshops installiert. Mit kernigen Aussagen und besonderen Angeboten wird die Kundengruppe jetzt umworben.

Text: Nicolas Kellner

JD wirbt neu unter www.jd-sports.de um neue Käufer mit einem einheitlichen Auftritt und (nahezu) kostenloser Belieferung vom englischsprachigen JD-Homeshop sogar von der Insel aus. Vor allem aber tritt JD online recht großspurig auf: „Wir haben die meisten Marken“, verkündet der nach eigenen Angaben größte britische Sportschuhhändler im Vereinigten Königreich, „darin schlägt uns keiner“. Kaum ein Käufer wird das nachprüfen, vielmehr taucht er sofort von der Einstiegseite aus in die Shoppingwelt von JD ein: ohne Umweg, ohne Schörkel, mit klarer Bildbotschaft. Nicht zu klein, nicht überladen, ohne Ballast. Schwarz, Gelb und Weiß sind auch die Grundfarben der stationären Läden von JD und diese spiegeln sich eben auch im Webauftritt wieder. Das Layout ist simpel, aber effektiv. Übersichtlichkeit und Information stehen im Vordergrund. Es wirkt wie an eine weiße Wand geklatscht. Das kommt an und die Erbauer der Shopseiten werden dies bewusst angestrebt haben. Das CI zwischen Online- ond Offlinebusiness wird deutlich und dürfte einen hohen Wiedererkennungswert schaffen. Auch das dürften die JD-Verantwortlichen bei ihrer Premiere in Deutschland bezweckt haben.

Die Themen Schuhe, Bekleidung, Caps und aktuell Fußball-WM stehen also sofort auf der Seite Eins im Vordergrund. Bereits nach dem ersten Klick, also auf der zweiten Seite, erhält der User alle relevanten Produktinformationen inklusive Produktzoom, Versandinfo, Rücksendeoptionen und Rezensionen. Das alles ist übersichtlich und augenfreundlich aufbereitet, der Warenkorb ist immer im Blick. Nach dem zweiten Klick ist der Kunde bereits auf dem Weg zur Kasse. Optisch angenehm aufbereitet und mit allen Infos (Lagerverfügbarkeit, Liefertermin, Versandoption) bespickt, wird der Kunde nach dem dritten Klick um seine Rechnungs- und Lieferadresse gebeten. Die Bestellung ist nach nur vier Klicks endgültig aufgegeben. Der Kunde bekommt seine Ware ab einem Bestellwert 75 Euro kostenlos geliefert. Express-Versand kostet jedoch 7,99 Euro. Die Abholung im Laden ist generell kostenfrei. Der Bestellvorgang ist schnell und auf der Höhe der Zeit. Einziges Manko ist, dass die Navigation zurück jeweils nur über den Browser direkt geht. Das ist nicht jedermanns Sache und könnte abschrecken.

Der Newsgehalt der Seiten konzentriert sich auf das Wesentliche: Das Angebot und den Verkauf von jenen Trendsportartikeln, für die JD Sports (und vormals Isico seit 1988) bekannt sind. Dass man das zielgrupppengerecht und internetaffin ohne Umweg aufbereiten kann, zeigt dieser Webauftritt, bei dem Aktualität Trumpf ist. Bereits auf der Einstiegsseite ist der OnlineKunde komplett informiert. Die Navigation ist selbstredend, die Seitenführung plausibel. Der Warenkorb bleibt immer im Blickfang, die Verbindung zum stationären Business ist ebenfalls selbstverständlich. Pluspunkt: Der Filialfinder ist immer im Angebot. Ein echter Mehrwert ist nämlich die Möglichkeit, sich Schuhe (kostenlos) in eine Filiale schicken zu lassen. On- und Offline-Business werden glücklicherweise ebenbürtig behandelt. Das neue Online-Angebot von JD tritt daher erfrischend einfach, aber sinnvoll auf und beweist, dass das Internet eben doch (nur) ein Komplementärmedium ist und als solches nicht überbewertet werden sollte. Denn zu recht will JD seine Kunden auch weiter in die Filialen locken, deren Besuch in Deutschland (mehrheitlich in Berlin) nach dem Umbau durchaus Spaß macht.

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Der Warenkorb: übersichtlicher und schneller geht es nicht.
Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 13 / 2014