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Amazon im Streik und in den roten Zahlen

  • Markus Huber
  • Montag | 27. Oktober 2014  |  13:09 Uhr
Wie angekündigt haben Mitarbeiter von Amazon heute nacht an fünf deutschen Standorten die Arbeit niedergelegt - zunächst bis Mittwoch. Erneut wollen die Gewerkschaften nicht vor einem Streik zu Weihnachten zurückschrecken.
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Im Jahr 1999 machte das amerikanische Time-Magazin den Amazon-Gründer Jeff Bezos zum "Mann des Jahres". Ob er 2013 in Deutschland zum "Weihnachtsmann des Jahres" wird, wollen die Gewerkschaften erst noch mitverhandeln.

Betroffen sind die Logistikzentren in Bad Hersfeld, Werne, Rheinberg, Graben und Leipzig. Nach den USA verfügt Deutschland derzeit über die meisten Mitarbeiter des Versenders. Fest arbeiten hierzulande 9.000 Angestellte, die in Stoßzeiten durch bis zu 14.000 zusätzliche Kräfte aufgestockt werden können. Das Personal verteilt sich auf insgesamt neun Standorte.

Kern des Streits ist einmal mehr die Zuordnung der Firma zu einem Flächentarifvertrag. Amazon selbst sieht sich in diesem Zusammenhang nicht als Einzelhändler, sondern als Logistikunternehmen. Die Flächenbestimmungen fallen im Einzelhandel für die Mitarbeiter günstiger aus als im Logistik-Sektor.

Wie es bei der Gewerkschaft Ver.Di heißt, soll auch in diesem Jahr, wie schon 2013, in der Weihnachtszeit gestreikt werden, wenn es keine Annäherung gibt.

Am Freitag meldete die Amazon-Zentrale in Seattle wenig schmeichelhafte Zahlen für das dritte Quartal (30. September). Nach einem kleinen Netto-Gewinn von 34 Mio. US-Dollar vor Jahresfrist gab es im diesjährigen Vergleichszeitraum ein tiefrotes Minus in Höhe von 437 Mio. US-Dollar. Der Umsatz sprang allerdings um etwa ein Fünftel auf 20,6 Mrd. USD.

Zum Entsetzen der Börsianer konnte Amazon keinen realistischen Ausblick auf das wichtige vierte Quartal geben, in dem das Weihnachtsgeschäft läuft. Die Schätzungen für das Netto-Ergebnis reichen von jeweils dreistelligen Millionenbeträgen in der Verlust- bis in die Gewinnzone. Mit solchen Zahlen lässt sich schwer hantieren.

Als Gründe für das magere Ergebnis im dritten Quartal werden schwere Investitionen in den Service und in neue Märkte genannt. Hinzu kommt der eher schwache Start des neuen, hauseigenen Fire-Mobiltelefons, das bislang deutlich hinter den Erwartungen geblieben sein soll. Preissenkungen für das Fire haben sich entsprechend auf das Ergebnis ausgewirkt. mh

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Autor: Markus Huber

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 20/21 / 2014