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Zurück in die Zukunft

  • Anita Klingler
  • Mittwoch | 29. Juni 2011  |  12:41 Uhr
Heutzutage lässt sich so gut wie alles im Web erledigen: Briefe schreiben, telefonieren, SMS verschicken, die große Liebe finden und Sushi vom Japaner nebenan bestellen. Umso wichtiger ist es, mit der Zeit zu gehen – vor allem als Online-Händler.

Helmut Sodja aus Kematen in Tirol ist ganz offensichtlich ein eingefleischter Sportnarr: Er betreut den Volleyball-Verein des Orts, sitzt im Vorstand des Sportvereins und betreibt nebenbei noch einen Webshop – www.team-sport-kematen.at.

Nostalgische Zeitreise

Von dieser Leidenschaft ist im Web-shop von Team Sport Kematen aber wenig zu spüren. Es entsteht vielmehr der Eindruck, als sei hier seit mindes-tens zehn Jahren nichts verändert worden. Das Design wirkt verstaubt, die Navigation ist ungelenk, die Seiten laden selbst bei einer DSL-Verbindung verhältnismäßig träge. Nicht auszudenken, wie lang der Seitenaufbau über die Telefonleitung „Anno Schnee“ gedauert haben mag. Farbauswahl, Frames, Schriftart, Buttons und Produktbilder: Hier schreit alles nach einem neuen Anstrich. Zwar ist es irgendwie nett, dass Nutzer bei Team Sport Kematen auch noch per Bestellformular einkaufen können, aber von Effizienz kann hier keine Rede sein. Die Auswahl eines Produkts funktioniert umständlich, Größenangaben und Preis muss man lange suchen – so gut sind sie versteckt. Den Angaben auf der Website nach zu urteilen, stammt das Design von ­Pixelgap und Lavadesign – wobei der Link auf letztere Firma ins Leere führt. Auch das deutet darauf hin, dass hier lang nichts mehr überarbeitet wurde.

Professionelles Webdesign

Freilich: Der Umbau einer Website ­sowie die Entwicklung eines neuen ­Designs kosten Zeit und Geld, die nicht jeder investieren kann. Wer jedoch ­seinen Shop nicht nur hobbymäßig betreibt, sondern auch daran verdienen will, muss einen professionellen ­Eindruck hinterlassen.

Auch wenn das Medium Internet mittlerweile immer mehr Silver Surfer jenseits der 60 anlockt, kauft tendenziell die jüngere Generation auf jeden Fall häufiger im Netz ein. Aber nicht nur für sie zählt definitiv auch die Verpackung: Sie soll ansprechen und Vertrauen vermitteln. Dazu gehört ein ­sauberer, moderner Webauftritt, der durchaus nicht den allerneuesten Trends zu folgen braucht. Er darf aber auch nicht verwahrlost wirken, sodass sich Kunden zu Recht fragen, ob ein Onlineshop überhaupt noch in Betrieb ist. Im Zweifelsfall wird man sich auf einen Riesen wie Amazon verlassen, anstatt zu hoffen, dass bei einem ­kleinen Händler „schon alles gutgehen“ wird – und das ist gerade bei Team Sport Kematen sehr schade.

Riesiges Sortiment, zu klein umgesetzt

Die Produktauswahl von Team Sport Kematen ist schlicht und ergreifend enorm. Unterteilt wird der Webshop zunächst in die Sportarten Fußball, Handball, Basketball und Volleyball. Zusätzlich steht ein Marken-Shop zur Verfügung. Neben der entsprechenden Ausrüstung für Vereine, Mannschaften und Einzelpersonen liefert Helmut Sodja jedoch auch Exotischeres wie Diabolos, Einräder, Indiacas, Jonglierkeulen, Pedalos und Trampoline – um nur einen Bruchteil des Angebots aufzuzählen. Für die einzelnen Sportarten gibt es Informationstexte, die aber leider erst ein Klick auf einen Button mit einem i zu Tage fördert. Hier verschenkt der Betreiber ein immenses Potenzial. Schließlich bietet kaum ein Händler so viele verschiedene Produkte an – egal ob Web- oder Ladengeschäft; eine solche Auswahl ist fast einzigartig. Hier müssen große, fröhliche Bilder her, ­eine für Suchmaschinen optimierte Website mit modernem Shop und durchdachter Navigation. Dann klappt es auch mit dem Nutzer, der zufällig oder per Suchmaschine auf der Site landet.

Nur Volleybälle bei eBay

Der Tiroler betreibt neben seinem Webshop auch einen eBay-Shop. Dort beschränkt sich das Angebot allerdings auf Hallen- und Beachvolley-Bälle. Auch hier könnte er vermutlich mit seiner riesigen Produktpalette punkten – gerade als kommerzieller Händler. eBay verlagert seinen Fokus seit geraumer Zeit stärker hin zu gewerblichen und weg von privaten Händlern. Zwar ist das Angebot groß, aber mindestens genauso groß ist der Bedarf an kompetenten Verkäufern mit qualitativ hochwertiger Ware. Und wenigs-tens die eBay-Bewertungen zeigen, dass dies bei Team Sport Kematen der Fall sein dürfte.

Anita Klingler

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Autor: Anita Klingler

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 13 / 2011