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Kein Brett vorm Kopf

  • Anita Klingler
  • Montag | 16. Januar 2012  |  12:52 Uhr
Ein Webshop ist ein Webshop ist ein Webshop: Jeder braucht dasselbe: Kategorien, eine Produktsuche und einen Warenkorb. Auch von der Aufmachung her ähneln sich viele. Erfrischend, wenn jemand hier einen anderen Weg sucht.

Mit Skatern und Snowboardern verbindet das gemeine Vorurteil einen coolen, unabhängigen Lebensstil. Weite, lässige Klamotten, leicht seltsame Frisuren und Hosen, die jenseits der Kniekehlen hängen. Attribute wie „stilvoll“ oder „elegant“ kommen einem dabei eher selten in den Sinn. Beim Besuch der Website www.snowboard-inferno.de ist das anders – obwohl der Name das eher nicht vermuten lässt.

Geschäftsinhaber Markus Kirn bietet ein Sortiment von Skateboard- und Snowboard-Ausrüstung sowie Streetwear. Der Onlineshop enthält ein Rund-umangebot von Jacken und Hosen, Boards über Bindungen bis hin zu Protektoren. Seit vergangenen September gibt es ein Ladengeschäft in Eggenfelden mit 350 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Klischeelos glücklich

Schon die Startseite von Inferno hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Sie wirkt ruhig, aufgeräumt und schick. Die Bilder zu den hervorgehobenen Kategorien sind kein klassisches Werbematerial, sondern laden zum Schauen ein. Ein Hinweis darunter erklärt, wohin der Link führt.

Weiter unten auf der Homepage eingebunden sind Neuzugänge aus dem Webshop sowie Snowboard-Videos und ein Link zum Ladengeschäft. Farben, Schriften, Icons und Rahmen sind aufeinander abgestimmt. Obwohl sowohl der Hintergrund der Website als auch Hauptnavigation und Logo zum überwiegenden Teil in Schwarz gehalten sind, wirkt der Webshop nicht fade – im Gegenteil. Auf Knallfarben verzichtet der Betreiber; Eisblau bringt Frische. Detailverliebt Auffällig sind auch Kleinigkeiten wie die Slideshow mit Bildern aus dem Ladengeschäft: Hier erscheinen die

Fotos als Polaroids, die nach und nach aufeinander gelegt werden. Ein weiteres Beispiel sind die Filtermöglichkeiten: Ein „On/Off“-Schalter zeigt an, ob ein Filter aktiviert ist. Ein blauer statt silberner Pfeil zeigt an, welche der einzelnen Optionen genutzt wird.

Wesentliches im Blick

Inferno beschränkt sich bei der Navigation nur auf das Nötigste. An Kategorien stehen Snowboard, Schuhe, Bekleidung, Accessoires und Sale zur Verfügung. Per Mouse-over lässt sich eine Übersicht über die Unterkategorien ausklappen. Der Klick auf eine Kategorie öffnet eine Reihe von Filteroptionen. Aufgrund einer farblichen Markierung – freilich in Eisblau – ist für Nutzer jederzeit klar, wo sie sich befinden. Einen Pfad braucht es nicht: Hier verirrt sich niemand. Ein bisschen nachzubessern gilt es aber bei den Filtern selbst. Beispielsweise bei der Kategorie T-Shirts sind in der Produktanzeige rechts eindeutig auch Damenmodelle zusehen – eine Filteroption gibt es allerdings nur für Männer und Kinder.

Trumpf ausgespielt

Als spezialisierter Shop hat Inferno freilich einen Vorteil: Es ist nicht nötig, dieselbe Bandbreite an Produkten zu liefern, wie es etwa von Karstadt Sports erwartet wird. Deshalb kann er auch die Kategorien so stark einschränken. Nicht jeder kleinere Händler löst das Problem jedoch so gut wie Markus Kirn. Wobei sich freilich trotzdem eine Frage stellt: Weshalb zum Geier stuft der Mann Boxershorts als Accessoire ein?

Rückgabe leicht gemacht

Ein toller Service ist das Retourenportal von Inferno. Kunden, die Bestellungen zurückschicken möchten, können hier ein DHL-Formular ausfüllen, ausdrucken und auf das Paket kleben. Allerdings ist das Formular zu groß für die Seite: Es muss nach unten sowie nach links gescrollt werden, damit alle Felder ersichtlich sind. Vielleicht lässt sich hier ein Weg finden, zumindest den unteren Scroll-Balken höher zu positionieren, wenn sich schon die Ansicht der Felder nicht anpassen lässt.

Anita Klingler

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Autor: Anita Klingler

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 01-02 / 2012