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Das Web als Jungbrunnen

  • Anita Klingler
  • Freitag | 01. Juni 2012  |  07:40 Uhr
So schnelllebig, wie das Netz ist, trifft es jeden Site-Betreiber einmal: Ein Relaunch steht an. Dabei gilt es einiges zu bedenken, weil nicht nur die Optik der neuen Website zählt.

Die Technik muss funktionieren, und auch Google darf nicht beleidigt sein. Dabei ist ein Relaunch aber immer auch eine Chance, sich neu zu orientieren.

Die Website www.laufexperten.de bündelt Fachwissen zum Thema Laufen, Gesundheit, Wohlfühlen und Ernährung. Zudem liefert sie Wissenswertes über die „LEX Laufexperten“: Dahinter steht mit der LEX-Gruppe ein Netz von Händlern, die Produkte von LEX vertreiben. „Nachdem wir uns intern modernisiert haben, um für die neuen Herausforderungen des Laufsport-Geschäfts gut aufgestellt zu sein, war es unabdingbar, das auch nach außen durch einen neuen Internetauftritt zum Ausdruck zu bringen“, erklärte ­Rainer Ziplinsky, der im Mai 2011 die Geschäftsführung der ­Laufexperten übernommen hat. ­Neben dem Relaunch der Website ist das Unternehmen jetzt auch in sozialen Netzen vertreten – nämlich Facebook und Google+. Im Herbst soll ein eigener Webshop folgen.

Insgesamt will man Ziplinsky zufolge zu einem der umfangreichsten Portale zum Thema Laufen werden. „Unsere Website soll nicht der x-te Webauftritt zum Thema Laufen sein, sondern er soll Lust auf mehr machen. Er soll auch neugierig machen auf die Menschen, die dahinter stehen, auf die Geschäftslokale der Laufexperten und auch auf das LEX-Laufmagazin, die Printausgabe der LEX Laufexperten.“

Optische Frischzellenkur

Die Laufexperten haben für ihren Webauftritt zwei Trendfarben gewählt: Magenta und ein gedecktes ­Apfelgrün. Die Site wirkt frisch, ­modern und hat Wiedererkennungswert. Wie beim Kauf eines Autos besteht ­jedoch wenigstens theoretisch die ­Gefahr, dass man die Farbe irgendwann nicht mehr sehen kann. Was aber im schnelllebigen Netz prinzipiell ­niemanden abhalten sollte.

Von Fall zu Fall entscheiden

Je nachdem, wie eine Site (auch ­technisch) aufgebaut ist, sollten Betreiber entscheiden, ob sie einen Neustart wagen oder nur langsam Stück für Stück etwas verändern – einen Button hier, einen Teil der Navigation dort. Deutlich Suchmaschinen- und Nutzer-freundlicher ist freilich Letzteres: So gehen keine Links verloren, und Anwender gewöhnen sich nach und nach an das neue Aussehen.

Gerüchteweise sollen Medienunternehmen sogar schon einige Monate lang ausprobiert haben, welcher Rot-Ton Nutzer zu mehr Klicks anregt. Dazu wurde Besuchern aus verschiedenen Regionen diverse Exemplare angezeigt. Wenn Sie also Zeit und Muße haben (und einen Webdesigner im Haus), ist das eine gute Möglichkeit.

Erwartungen nicht nur wecken ...

Hinter dem Menüpunkt „LEX Händler“ verbirgt sich eine einfach, aber liebevoll gestaltete Deutschlandkarte, die Aufschluss über Adressen vor Ort gibt. Klickt man jedoch auf einen Händler, zeigt sich ein Problem: Es gibt teilweise keine Links.

Zwar sind die Läden links in der ­Navigation noch einmal nach ­Bundesland aufgeschlüsselt, zum Laden selbst finden Nutzer jedoch auch hier nicht in allen Fällen. Wer sich also für das (LEX-geprüfte) Sortiment eines Händlers interessiert, muss über eine Suchmaschine gehen, um herauszufinden, ob es einen Webshop gibt.

... sondern auch erfüllen

Kontraproduktiv ist das zum einen deshalb, weil LEX mit der Übersicht ja verdeutlichen will: „Schaut her, diese Läden führen Produkte, die wir gut finden“. Damit wird der nächste logische Schritt – „Schau Dir das Sortiment an“ – verkompliziert.

Zum anderen erwartet der Nutzer einen Link, den es teils nicht gibt, was frustriert. Zumal der Mauszeiger auch einen Link anzeigt. Also: Links setzen. Es mag zwar nicht jeder der aufgeführten Händler auch einen

eigenen Online-Shop haben, eine Website dürfte es in den meisten Fällen aber geben.

Anita Klingler

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Autor: Anita Klingler

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 10 / 2012