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Ispo Bike: Kompakter auf 25.000 qm brutto

  • Reinhard Schymura
  • Samstag | 03. August 2013  |  13:17 Uhr
München. Eine Woche vor dem Start der Ispo Bike 2013 (25. bis 28. Juli) sprach Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, über die aktuellen Kennzahlen der Veranstaltung, die heuer zum fünften Mal über die Bühne ging.

Zudem informierte er über die potenziellen Möglichkeiten von E-Bikes, Pedelecs und urbanes Radfahren. Unterstützt wurde Dittrich von Dieter König, Vorstandsmitglied von ExtraEnergy, und Armin Falkenhein, 1. Vorsitzender ADFC Bayern.

Komprimiert, aber keine Kompromisse: Auch in diesem Jahr liegt der Fokus auf E-Bike, Pedelec und urbaner Mobilität, betonte Dittrich. Diese Wachstumsmotoren der Branche habe die Ispo Bike erneut ins Zentrum der Messe gestellt, diesmal jedoch kompakter in den beiden Hallen B5 und B6. Die Fläche (netto 9187 qm) verringerte sich dadurch um 14,6% (2012: netto 10.763 qm). Die im letzten Jahr vorgenommene Profilschärfung hin zu E-Bikes, Pedelecs und urbaner Alltagsmobilität sei in diesem Jahr weiter vorangetrieben worden. Um die Atmosphäre in den Hallen gleichbleibend hoch zu halten, habe man nochmals verdichtet. Die Ausstellungsflächen befinden sich teilweise innerhalb des ExtraEnergy-Testparcours und Sonderflächen wurden verringert. So seien die Hallen dieses Jahr komplett ausgebucht. Unter dem Strich wurden sogar 84 Neuzugänge verzeichnet. Insgesamt jedoch schrumpfte die Zahl der Aussteller um 27,9% und die der Marken um 10,4%. Konkret stellten 209 Anbieter (Vorjahr: 290) aus 22 Ländern (Vorjahr: 25) nun 328 Marken (Vorjahr: 366) aus.

Weitere Gründe für den Aussteller- und Markenrückgang: Auch Aussteller, die keinen Check-In Stand buchten, konnten auf ihrer regulären Standfläche Testräder ausgeben und den Testparcour auf diese Art nutzen. So wurde eine doppelte Belegung der Fläche mit gleichen Inhalten vermieden. Zudem waren die Gemeinschaftsstände der TAITRA (Taiwan External Trade Development Council) und der TBEA (Taiwan Bicycle Export Association) nicht vertreten. Die Ausrichtung der Ispo Bike mit den beiden Endverbraucher-Tagen habe deren Anforderungen (da hauptsächlich OEM-Aussteller) nicht entsprochen. Das betraf in Summe 20 Aussteller. Aber auch die DNHK (Deutsch-Niederländische Handelskammer), die letztes Jahr 19 Firmen präsentierte, war aufgrund der Ferienzeit der Niederländer nicht vertreten.

Rückenwind für E-Bikes

Deutschland nehme mit 380.000 verkauften E-Bikes im letzten Jahr im europäischen Vergleich sogar die erste Stelle ein, noch vor den Niederlanden, erklärte Dittrich, der sich auf die Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) stützte. Damit sicherten sich die E-Bikes 2012 am Fahrrad-Gesamtmarkt einen Anteil von 10%. Dies bedeute ein mengenmäßiges Plus von 22,5% gegenüber 2011. Die Prognose für 2013 könnte auf ähnliche Zuwächse hinauslaufen.

Neben den rund 1,3 Millionen E-Bikes, die in Deutschland bereits fahren, gäbe es weitere Trends, die den künftigen Absatz weiter ankurbeln, sagte Dittrich. Dazu zählen eine Verbesserung der Batterietechnik und die Integration der Akkus in das Design der Räder. Zudem würden sportliche E-Bikes mit verbesserten Mittelmotoren ausgestattet. Außerdem würde die Politik immer stärker auf intermodulare Verkehrskonzepte setzen mit dem Fokus auf das Fahrrad. Das Bundesministerium für Verkehr wolle eine elektromobile Stadt bis zum Jahr 2050 entwickeln. Auch Cargobikes sollen dabei als Transportmittel eine starke Rolle spielen.

Impulse für den Markt

Dieter König, Mitglied des Vorstands bei Indoor-Parcour-Spezialist ExtraEnergy, erklärte zudem, dass das „Senioren-Image“ der E-Bikes bereits der Vergangenheit angehöre. Eine Verschiebung des Durchschnitts-Alters nach unten sei unübersehbar: Immer häufiger würden jüngere Tester, er schätzt diese Klientel auf 60 bis 70%, die Parcours nützen, um sich über die Entwicklung bei den Pedelecs zu informieren. Er glaube, dass etwa 90% der Deutschen noch nie auf Pedelecs gefahren sind. Diese von einer Probefahrt zu überzeugen, müsse forciert werden. Ebenso könnten Standards bei den Ladeanschlüssen das potenzielle Wachstum fördern.

Armin Falkenhein, 1. Vorsitzender des ADFC Bayern, wünschte sich, dass die entsprechenden Politiker ihre Hausaufgaben noch besser machen sollten. Den positiven Effekten durch den Fahrrad-Verkehr, wie z.B. Lebensqualität und persönliche Fitness, müsse im wahrsten Sinne des Wortes mehr Raum gegeben werden: Das beginne bei den entsprechenden Fahrrad-Wegen, beinhalte eine Verknüpfung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und ende bei den nötigen Abstellplätzen. Infrastrukturelle Maßnahmen in diesen Bereichen bedeuten Impulse für den Bike-Markt. rs

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Autor: Reinhard Schymura

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 15 / 2013