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Zur Eurobike: Zahlen und Fakten vom Zweirad-Markt

  • Marcel Rotzoll
  • Freitag | 06. September 2019  |  13:31 Uhr
Anlässlich der vorgestern gestarteten Eurobike in Friedrichshafen haben der Handelsverband Zweirad (VDZ) und auch der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) aktuelle Zahlen vorgelegt.

So kann der VDZ vermelden, dass sich die gute Konjunktur im Zweiradhandel, getrieben durch die E-Bikes, weiter fortsetzt. Demzufolge habe der Fachhandel im ersten Halbjahr 2019 eine Umsatzsteigerung von 10 Prozent verbuchen können. Zusätzliche Umsätze hätten durch Fahrradleasing und die steuerlich begünstigten „Dienstfahrräder“ generiert werden können. Das Preisniveau habe „weitgehend stabil“ gehalten werden können.

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Wachstumsgarantie: Befeuert durch den anhaltenden E-Bike-Boom kennt der Zweiradfachhandel derzeit nur den Blick nach oben.
© Eurobike/Messe Friedrichshafen

Dabei setzt sich weiter der Trend zu hochwertigen Fahrrädern fort. Trotz leicht zurückgegangener Gesamtstückzahl der verkauften Räder, haben die hochwertigen Fahrräder diesen Verlust überkompensiert. 3,1 Milliarden Euro, oder 55 bis 60 Prozent des Umsatzes, konnten mit dem Verkauf von Fahrrädern erzielt werden. Inzwischen erbringt der Anteil der E-Bikes allein die Hälfte dieses Umsatzes. Laut VDZ wurden „circa 40 bis 45 Prozent des Umsatzes“ im Fahrradfachhandel in den Bereichen Bekleidung, Helme, Zubehör und Werkstatt erzielt. Das entspricht einem Gesamtumsatz von circa 2,5 Milliarden Euro. Insgesamt sei dieser Bereich vergleichsweise stabil. Da allerdings die Werkstatterlöse angestiegen sind, ist davon auszugehen, dass sich der Zweiradfachhandel nach wie vor allem auf die Hartware und die damit verbundenen Werkstattleistungen konzentriert. Nach wie vor sind also die Bereiche Bekleidung, Helme und Zubehör auch ein lohnendes Segment für den Sportfachhandel.

Der ZIV teilt mit, „dass zwischen Januar und Juni ca. 2,93 Mio. Fahrräder und E-Bikes verkauft wurden“ Das entspricht einem Plus von rund 3,2 Prozent. Dieses Wachstum spiegelt sich auch in der Produktion der ZIV-Mitglieder wieder: In den ersten sechs Monaten wurden 1,47 Mio. Fahrzeuge produziert. Dies entspricht einem Zuwachs von ca. 4,6 Prozent.

Der VDZ gibt abschließend noch einen Ausblick auf den E-Scooter-Markt. Scooter würden „zunehmend in den Großstädten wahrgenommen“. Bisher könne der Fahrradfachhandel jedoch noch nicht über eine spürbare Nachfrage berichten. Das Geschäft mit den Scootern würde in den größeren Städten „offensichtlich zunächst einmal durch die Verleiher“ gemacht. Zudem stelle sich der Fahrradfachhandel „die Frage, ob er bei dem zurzeit vorherrschenden Preisniveau der Scooter seinen hochwertigen Service wirtschaftlich anbieten kann“. Auf die gleichen Probleme wiesen auch die von sportFACHHANDEL im Vorfeld der zum 17. Mai in Kraft getretenen Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung befragten Händler hin (mehr dazu hier).

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Noch bis einschließlich Samstag trifft sich die Zweiradbranche in Friedrichshafen zur Eurobike.
© Eurobike/Messe Friedrichshafen

Die Eurobike in Friedrichshafen informiert die Fachbesucher noch bis einschließlich Samstag über Trends und Neuheiten.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL