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Und Action: ISPO mit neuem Actionsport-Konzept

  • Andreas Mayer
  • Freitag | 27. Januar 2017  |  11:56 Uhr
Auf der ISPO MUNICH, die vom 05. bis 08. Februar 2017 stattfindet, präsentiert sich die Action Sporthalle B6 mit einem neuen Konzept, das auf eine standardisierte Aufteilung der Halle setzt. Nach dem Motto „back to the roots“ sollen Produkte und Innovationen, und nicht aufwändige Messestände, wieder stärker in den Vordergrund rücken.

Text: Andreas Mayer

Nicht nur die Actionsport-Community wird gespannt sein, wie das neue Konzept ankommt und sich in der Praxis bewährt. Denn die Messe wirbt mit attraktiven Kosten sowie nachhaltigem Messebau für diesen neuen, weniger aufwändigen, weil standardisierten Messeauftritt. Vielleicht gibt die Actionsport-Community damit die Richtung vor auch für andere Segmente, die in den kommenden Jahren „zurück zu den Wurzeln“ wollen?

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Back to the roots? Die Stände in der Action-Sport-Halle werden standardisiert (und kostengünstig) in Polygon-Form angeboten.
© Messe München

„Grundsätzlich geht dies in eine tolle Richtung“, erklärt zum Beispiel Tommy Delago, Eigentümer und Gründer von Nitro. „Das Wettrüsten um den größten Stand muss ein Ende haben, sonst kommt irgendwann keiner mehr. Und der Handel muss sich wiederfinden, es muss um die Produkte gehen. Dem wird mit dem neuen Konzept deutlich Rechnung getragen. Die einladende, offene Gestaltung wird das ungezwungene Miteinander der Snowboard-Industrie unterstützen. Und alleine aus wirtschaftlichen Gründen ist es sehr vernünftig, wenn es nicht nur um die Präsentationen geht, sondern um die Produkte.“

Auf der gesamten Ausstellungsfläche sind vorgefertigte Module mit niedrigen Trennwänden vorgesehen. Die Stände befinden sich entlang eines zentralen Mittelgangs mit Möglichkeiten für den Austausch untereinander. Das Ergebnis ist eine einladende, offene Gestaltung, die eine Businessatmosphäre schaffen, das Networking untereinander unterstützen sowie den Besuchern einen guten Überblick garantieren soll. Das neue Hallenkonzept, das gemeinsam mit Ausstellern erarbeitet wurde, richtet sich speziell an das Segment Action-Sport in Halle B6. Dazu gehören die Hersteller von Snow- und Skateboards sowie von Urban- und Streetsport-Artikeln und Sneakern. Dieser Brand-Mix soll die realen Bedingungen im Markt, sprich den in vielen Läden, widerspiegeln und so für Synergien sorgen.

„Was wir aus meiner Sicht brauchen, ist eine Rückbesinnung auf das, was die Branche groß gemacht hat: Innovationen und zukunftsfähige Konzepte, sagt Markus Hefter, Projektleiter der ISPO MUNICH. Das Produkt soll im Mittelpunkt stehen, nicht ausschließlich die Inszenierung. Die Action-Sport-Szene steht seit langem für kreative Ideen und innovative Produkte. Nach Jahren des Zuwachses ist der Markt schwieriger geworden und steht vor neuen Herausforderungen. Umso wichtiger ist ein Branchentreff wie die ISPO MUNICH, bei dem die Hersteller und Händler sich einen Marktüberblick verschaffen, sich austauschen und gemeinsam neue Visionen entwickeln können. „Es wird interessant zu sehen, wie sich die Keyplayer engagieren. Das hat Auswirkungen auf die ganze Branche und den Handel. Das Konzept ist sehr interessant und bietet einen neuen Ansatz. Ich glaube, dass es eine gelungene Sache wird, wenn möglichst jeder mitmacht“, findet David Pitschi, Global Brand Manager bei Salomon. „Wichtig ist für mich, dass sich durch dieses Konzept die einzelnen Unternehmen nicht mehr abschotten werden, sondern sie wieder zusammenrücken als Community. Somit wird die ISPO MUNICH zu einer neutralen Plattform, in die alle gemeinsam ihren Content einbringen mit dem Ziel, sich auszutauschen“, ergänzt Marian Kaeding, General Manager Europe bei Mervin.

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Nichts geht mehr ohne Fitness: Egal ob im Sommer oder Winter – vom Fitness-Boom profitieren Hersteller und Händler gleichermaßen und ganzjährig.
© Messe München

Neben Action Sport, Performance, Ski und Outdoor sind auf der ISPO MUNICH auch wieder die neuesten Trends aus „Health & Fitness“ – diesmal sogar in zwei Hallen - zusammengefasst. Durch das starke Wachstum dieses Segments wurde im vergangenen Jahr der Umzug in die größere Halle B4 nötig. Ergänzt wird dieses 2017 zudem durch das „Body & Mind Village“ in Halle B2, in dem in erster Linie die passende Fitness- und Wellnesskleidung präsentiert wird.

Ob neue Ernährungskonzepte oder Trainingsmethoden – an den Ständen sowie auf der großen Health & Fitness Bühne werden wieder Live-Vorführungen bekannter Trainer und Trainerinnen sowie jede Menge Vorträge stattfinden.

Die Anhänger des Wassersports treffen sich im Water Sports Village in der Halle A6. In einem Indoor-Pool können Interessierte die neuesten Kajaks oder Stand up Paddling-Boards (SUP) direkt vor Ort ausprobieren Auch Boxen auf dem SUP-Board wird täglich gezeigt. Um das Luftanhalten geht es beim Vizemeister im Apnoe-Tauchen, Robert Woltmann. Er führt sein Können am Dienstag, 7. Februar, von 16:00 bis 16:30 Uhr vor. Und auch über Wasser gibt es eine Menge zu sehen: Drei der besten Slackliner zum Beispiel, die am Montag, 6. Februar, von 17:00 bis 18:00 Uhr gegeneinander antreten.

Sicher gerüstet für Herausforderungen im Wintersport: Ob Skitouring oder Freeriden, den Schnee abseits der Piste zu genießen wird immer beliebter. Doch die Gefahren abseits der Pisten sollten nicht unterschätzt werden. Daher widmet die ISPO MUNICH dem Thema Sicherheit mit dem „ISPO Snow & Safety Summit“ in Halle A3 eine eigene Sonderfläche mit den besten Produkten. Besucher erwarten zudem täglich zwischen 17:00 und 18:00 Uhr Kurzvorträge mit wertvollen Tipps, unter anderem zu Sicherheit für Anfänger und Nachttouren. Angrenzend in Halle A4 befindet sich bewährt das Segment Ski, mit allem, was für Piste, Loipe und Cross Country wichtig ist. Neu: zahlreiche Helm- und Brillenanbieter zeigen erstmals gebündelt ihre Produkte in Halle A4.

Besucher, die sich über Herausforderungen und Potenziale des Wintersportmarktes informieren möchten, sind bei der Podiumsdiskussion der Initiative „Dein Winter. Dein Sport“ am Montag, 6. Februar, 13:00 bis 14:00 Uhr, im Eingang Ost richtig.

Den Messebesuch nutzen, um sich beruflich weiterzubilden, diese Möglichkeit bietet das Programm der ISPO ACADEMY. An den vier Tagen stehen Diskussionen und Präsentationen zu Themen wie Markenkommunikation 2.0 (Sonntag, 5. Februar, 11:30 Uhr), Innovation und Nachhaltigkeit (12:30 Uhr), Frauen im Sport-Business (Montag, 6. Februar, 11:30 Uhr) oder Herausforderungen und Trends in der Sportartikelindustrie (Mittwoch, 8. Februar, 12:00 Uhr) auf dem Programm. Speziell an Händler wendet sich das Vortragsprogramm im ISPO RETAIL LAB 4.0, bei dem die neuesten Technologien vorgestellt werden (Sonntag, 5. Februar, 10.30 und 11:00 Uhr). Veranstaltungsort ist jeweils die Konferenz-Arena im Eingang Ost.

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Dem Stand up Paddling ist erneut ein großer Bereich inklusive Indoor-Pool auf der ISPO gewidmet.
© Messe München

Sich austauschen und gegenseitig inspirieren – dafür bietet die ISPO MUNICH ein ideales Umfeld. Ganz entspannt bei einem Drink und mit Musik vom DJ kommen Sportler, Manager und Newcomer beim ISPO After Work ins Gespräch, jeden Tag zwischen 17:00 und 19:00 Uhr im Atrium West zwischen den Hallen A1 und A2. Einen neuen Treffpunkt für Blogger, die ISPO Bloggers Lounge, gibt es in der Action Sports Halle B6, Kletterfans treffen sich in der „Vertical Fitness Bar“ in Halle A3. In Halle A2 können sich Besucher entscheiden: zwischen der „Outdoor & Travel Bar“ und der legendären „SOG Bar“ im Scandinavian Village.

Neben rund 80.000 Besuchern und erstmals mehr als 2.700 Aussteller werden auf der Messe auch zahlreiche prominente Gäste erwartet. Dazu zählen unter anderem die Damenmannschaft des FC Bayern München (Sonntag, 5. Februar), die ehemalige Skirennläuferin und mehrfache Olympia-Gewinnerin Maria Höfl-Riesch, (Montag, 6. Februar, 12:30 bis 13:30 Uhr, Halle B4, Health & Fitness Bühne), der zweifache Ironman-Champion Nils Frommhold (Montag, 6. Februar, 14:30 bis 15:00 Uhr, Halle B4, Health & Fitness Bühne) sowie Windsurf- Legende Robby Naish (Dienstag, 7. Februar, im Water Sports Village, Halle A6). Darüber hinaus wird am Skirennläufer Bode Miller (Sonntag, 5. Februar) und der Ultraläufer Florian Neuschwander erwartet.

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 01 / 2017