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Trotz Lieferengpässen – das Rad bleibt in der Erfolgsspur

  • Ralf Kerkeling
  • Mittwoch | 01. September 2021  |  08:00 Uhr
Zur Eröffnung der 29. Eurobike steht die Rad-Branche der Zukunft trotz aktueller Lieferengpässe positiv gegenüber. Produktion und Export konnten erneut gesteigert werden. Nachfrage höher als das Angebot.
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Cargoräder sind heiß begehrt und gelten als Lastenträger mit Zukunftscharakter.
© Eurobike

Die politisch unterstützte Verkehrswende weg von den Verbrennermotoren hin zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen hilft auch der Fahrradbranche weiter zu wachsen. Der Ausbau des Radwegenetzes lässt zwar in vielen Regionen noch zu wünschen übrig, schreitet aber stetig voran.

In vielen Großstädten werden Autofahrspuren zu Fahrradwegen umfunktioniert. Der Kauf von E-Lastenrädern wird auch für private Nutzung von einigen Gemeinden subventioniert. Die sehr gute Branchenkonjunktur des Jahres 2020 konnte auch im ersten Halbjahr 2021, wenn auch mit deutlich geringeren Steigerungsraten, fortgesetzt werden.

Nach aktuell vorliegenden Brancheninformationen konnten im ersten Halbjahr 2021 Umsatzsteigerung von ca. 5 - 10 % gegenüber 2020 erreicht werden. Wie in den letzten Jahren war die Entwicklung in den Unternehmen sehr unterschiedlich, wobei diejenigen am meisten von dem positiven Trend profitieren konnten, die weiterhin konsequent ihr Waren- und Dienstleistungsangebot auf den wachsenden Anteil der E-Mobilität im Zweiradverkehr ausgerichtet hatten, beschreibt der VDS (Handelsverband Zweirad) die Situation.

Bei den Exporten von Fahrrädern und E-Bikes (Pedelecs) ist ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen (+10,6%). Der Verkauf von E-Bikes (Pedelecs) in Deutschland ist ebenfalls erneut gestiegen, auf 1,20 Mio. (+9,1%). Mit 1,55 Mio. Fahrräder ohne Tretunterstützung wurden in Deutschland deutlich weniger Fahrzeuge dieser Kategorie verkauft als im Vorjahreszeitraum (-26%).

Nach Einschätzung des ZIV wurden im vergangenen Jahr 2020 Produktion und Lagerbestände vollständig verkauft und im ersten Halbjahr 2021 die vorhandenen Kapazitäten vor allem für die Produktion von E-Bikes (Pedelecs) genutzt. Wäre eine höhere Inlandsanlieferung (Produktion + Import) möglich gewesen, hätten nach Einschätzung des Verbandes sowohl deutlich mehr Fahrräder als auch mehr E-Bikes (Pedelecs) verkauft werden können.

Lieferengpässe bleiben Problem

Eine Normalisierung der Situation auf den Weltmärkten und somit auch auf dem heimischen Markt ist so schnell nicht zu erwarten. Vielmehr rechnet der ZIV mit weiteren negativen Auswirkungen auf die Branche in der zweiten Jahreshälfte und einer mittelfristig angespannten Lage hinsichtlich Rohstoffen, Komponenten und Teilen. Eine Entspannung wird voraussichtlich erst gegen Ende des nächsten Jahres zu erwarten sein.

Burkhard Stork, Geschäftsführer des ZIV: „Die Unternehmen der deutschen Fahrradbranche haben den Problemen in der Lieferkette getrotzt und mehr produziert als vor Corona. Vor allem die Mitarbeitenden haben unter schwierigsten Umständen einen großartigen Job gemacht. Die Unternehmen haben sich vor allem auf die Produktion von E-Bikes konzentriert, denn die werden im Moment am stärksten nachgefragt.“

Gebremst wurde der Umsatzzuwachs in den ersten Monaten des Jahres durch akuten Warenmangel in nahezu allen Bereichen der Sortimente. Besonders betroffen waren und sind die Ersatzteile für den Werkstattbereich. Die Folge sind längere Wartezeiten durch Fehlen wichtiger Bauteile wie Ketten, Ritzel, Bremsbeläge etc..

Ausschlaggebend hierfür sind knappe Containerkontingente und covid-19- bedingte Produktionsausfälle in Asien. In Verbindung mit geringen Liefermengen fehlender Teile werden Preissteigerung auf Hersteller- und Verbraucherseite bei Fahrrädern und Teilen angekündigt oder bereits umgesetzt.

Neuheiten der Radbranche werden vom 1. bis zum 4. September 2021 auf der Eurobike in Friedrichshafen zu sehen sein. Auf mehr als 80 000 Quadratmetern präsentieren 630 Ausstellende aus 42 Ländern ihre aktuellsten Produkte und Innovationen.

Quellen: VDS, ZIV, Eurobike

Ralf Kerkeling

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Autor: Ralf Kerkeling

Chefredakteur

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