Dienstag | 07. November 2017  |  15:59 Uhr

ISPO auch ohne Salewa und Dynafit

Weiterer Rückschlag für die Münchener Leitmesse und ihre Fachbesucher: Nach der Amer Group bleibt auch die Oberalp Gruppe mit den Marken Salewa und Dynafit der ISPO fern. Stattdessen setze man auf die digitalen ISPO-Services sowie die eigene Händler-Convention.

Während man mit der Marke Pomoca auch weiterhin auf der ISPO präsent sein werde, verzichte man für Salewa und Dynafit auf eine „physische Messepräsenz“, heißt es. Vor dem Hintergrund "tiefgreifender Marktveränderungen insbesondere im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und des sich wandelnden Konsumentenverhaltens“ setze man zur Vorstellung der Kollektion auf die eigene "Oberalp Convention", die in diesem Winter im Tiroler Alpachtal stattfindet sowie auf die Präsenz auf den verschiedenen Online-Plattformen der ISPO, die intensiviert würde.

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Wieder zwei Aussteller weg: ISPO verliert auch Salewa und Dynafit
© Messe München

Es gehe nicht darum, so Stefan Rainer, General Manager von Salewa, „den Mehrwert der ISPO als solches in Frage zu stellen“. Die ISPO habe sich vielmehr zu einem „ganzjährigen Dienstleister für die globale Sportbranche“ entwickelt, ergänzt Dynafit General Manager Benedikt Böhm. Massimo Baratto, CEO der Oberalp Gruppe, erklärt: „Bei unserer Convention haben wir die Möglichkeit, in einen intensiven Austausch mit unseren Händlern und Partnern zu treten, ihnen unsere Marken-DNA nahe zu bringen und sie mit unseren Produkten, Ideen und Visionen zu begeistern und zu inspirieren. Der enge Austausch ermöglicht uns auch zu verstehen, wo die Herausforderungen unserer Handelspartner liegen und wie wir sie bestmöglich unterstützen können.“

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Die eigenen Conventions müssen zum persönlichen Austausch reichen: Die Oberalp Gruppe kehrt der ISPO den Rücken.
© Oberalp Gruppe

Noch vor gut einem Jahr hieß es, dass man mit den Conventions „nur einen Teil unserer Handelspartner“ erreiche und auf der ISPO „oft noch neue Kunden“ hinzugewinne (mehr dazu hier). Doch schon damals ließ der damalige General Manager Central Europe Christoph Mannel gegenüber sportFACHHANDEL durchblicken, dass man nicht wisse, wie lange man noch auf der ISPO ausstellt. Im Sommer folgte dann zunächst der Rückzug von der OutDoor, jetzt folgt auch das Aus für die ISPO im eigenen Messekalender.

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Tobias Gröber
© Messe München

Für die Münchener Leitmesse ist dies bereits die zweite Absage innerhalb kürzester Zeit. Erst im August hatte sich die Amer Group mit den Marken Salomon und Atomic als Aussteller zurückgezogen. Und auch wenn beide stattdessen die von ISPO angebotenen digitalen Services nutzen und einen „nicht unerheblichen Betrag“ investieren, wie ISPO-Chef Tobias Gröber gegenüber sportFACHHANDEL erklärte (mehr dazu hier), fließt nicht mehr das komplette Quadratmeterbudget in die bayerische Landeshauptstadt.