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IFA-Berlin entdeckt die Zielgruppe Sportler

  • Nicolas Kellner
  • Donnerstag | 25. Februar 2016  |  11:23 Uhr
sportFACHHANDEL sah sich auf der traditionellen Elektronikmesse IFA in Berlin um. Auffallend: Man hat die Zielgruppe Sportler entdeckt.
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Top-Thema auf der IFA: vernetzte Sportuhren, Activity Tracker & andere "Wearables".
© PR

Text: Nicolas Kellner

Fitnesstracker werden immer ausgefeilter und immer mehr Anbieter springen unter dem Stichwort „Wearables“ auf den Zug. Im Mittelpunkt der verschiedenen Uhrenanbieter von Apple bis Samsung steht neben der Fitnessfunktion die Verbindung zum Smartphone. Marktanalysten von CCS Insight prognostizieren, dass sich der Markt mit tragbaren Computern – zu denen auch Fitnessarmbänder und Computerbrillen gehören – in den nächsten fünf Jahren auf mehr als 25 Mrd. Dollar verfünffacht. Neben Design und individueller Anpassung rücken Sportler als Zielgruppe ins Visier. Samsung zeigt in Berlin seine neues Uhrenmodell „Gear S2“, bei der sich der Smartphone-Marktführer erstmals für ein rundes Display entschied, das Nutzer selbst entwerfen könne.

Motorola und Intel umwerben Sportler

Lenovo-Tochter Motorola zeigt die zweite Generation des Uhrenmodells „Moto 360“ jetzt auch als spezielle Sport-Variante mit einem eingebauten GPS-Chip und rundem Display. Und der weltweit größte Chiphersteller Intel will ebenfalls Sport-Enthusiasten anlocken. Die Software des „Basis Peak“ genannten Fitness-Trackers stammt von der übernommenen Firma Basis und funktioniert sowohl mit Android-Handies als auch mit Apples iPhones. Und der Navigations-Anbieter TomTom, der es längst schon auch auf die Sporthandelstheken abgesehen hat, stößt mit einer neuen Uhr ohne Touchscreen, aber mit GPS-Modul und Musikspeicher, in den Workout-Bereich vor.

Vernetzte Sporthelme als Crowdfounding

Den Knaller jedoch bietet derzeit jedoch ein amerikanisches Start-up namens Livall in der Bike-Branche (vielleicht auch bald für Outdoor und Klettern) an: Radfahrer sollen künftig eine Kommunikationszentrale direkt auf ihrem Kopf tragen. Eingebaut ist unter anderem ein Headset, das per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist. Darüber können die Radler zum Beispiel telefonieren, ohne das Handy aus der Tasche nehmen zu müssen. Ebenfalls integriert ist ein Sensor, der Erschütterungen registriert, sie an die Livall-App im Smartphone leitet, die im Falle eines Unfalls einen Rettungsdienst benachrichtigt. Gleichzeitig werden die Leuchtdioden im Helm aktiviert, und sie beginnen, rot zu blinken. Ein Sensor kann bei nahender Dämmerung zudem automatisch die LED-Beleuchtung des Helms einschalten.

Zu dem Helm kann man sich zusätzlich eine Lenkerhalterung und einen Sensor für die Kurbel kaufen. Mit der dazugehörigen App lassen sich so die zurückgelegte Distanz, sowie Trittfrequenz und die Geschwindigkeit ermitteln. Bisher haben schon rund 900 Founder in das Projekt investiert. Die erforderliche Summe von 20.000 USD sei schon um das sechsfache überschritten. Der Helm soll später im Laden 100 USD kosten. Investiert man bereits heute 100 USD, erhält man, so versprechen die Entwickler, ein Paket bestehend aus dem Helm, der Steuereinheit für den Lenker und dem Sensor für die Kurbel.

Autor: Nicolas Kellner

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 12 / 2015