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Applaus für neues OutDoor-Konzept

  • Andreas Mayer
  • Dienstag | 05. Februar 2019  |  15:23 Uhr
Die Messe München hat ihr Konzept für die „OutDoor by ISPO“ weiter verfeinert und erhält Lob auch von unerwarteter Stelle.
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Pressekonferenz am Messe-Montag (v.ln.r.) Klaus Dittrich (Messe München), Tobias Gröber (ISPO), Arne Strate (EOG), Antje von Dewitz (Vaude).
© Sfh

Ich war nie ein großer Fan der ISPO“, gab Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz offen zu. „Ich bin am Bodensee aufgewachsen! Aber das Konzept hat mich überzeugt“, resümierte sie gestern auf dem Podium bei der großen Pressekonferenz zur neuen OutDoor by ISPO, die im Sommer erstmals in München stattfinden wird.

Keine Frage, Outdoor öffnet sich. Outdoor soll in Zukunft das sein, was der Konsument darunter verstehe, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe München, Klaus Dittrich. Darüber hinaus sei ein Wissenstransfer nötig von außerhalb der Branche, zum Beispiel von Seiten der Reise- oder Logistikbranche oder von Technolgoeiunternehmen. Denn: „Die Branche befindet sich im Wandel.“

„Viele fragen uns: Warum eine breitere Definition von Outdoor? Und warum jetzt? Weil wir relevant bleiben wollen!“, ergänzte Arne Strate, frisch gebackener Generalsekretär der European Outdoor Group (EOG), dem „Besitzer“ der Leitmesse, die bis zum vergangenen Sommer traditionell in Friedrichshafen stattfand. Jetzt, mit dem Umzug nach München „verlassen wir nicht den Core-Outdoor-Bereich, wir fügen nur weitere Segmente hinzu.“ Und auch Antje von Dewitz appellierte noch einmal an alle Beteiligten: „Wir brauchen eine Messe, wir brauchen eine gemeinsame Basis und Kommunikation untereinander.“

Die Messe versuche, große Megatrends, die auch von der Outdoorbranche so gesehen würden, in ein modernes Messe­konzept zu überführen, erklärte ISPO-Chef Tobias Gröber. Zum Beispiel: „Wenn die Menschen nicht zur Kirche kommen, muss man die Kirche zu den Menschen bringen“. Man werde also versuchen müssen, Outdoor in die Stadt zu bringen, dazu dem Thema Nachhaltigkeit gerecht werden („Das ist heute ein Muss“) sowie neue Business-Möglichkeiten und Zielgruppen erschließen. „Denn,“ so Gröber, „da ist immer noch sehr viel Potenzial da draußen!“

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„Reception Areas“ sollen thematisch in eine Messehalle einführen, bevor die Aussteller mit ihren Ständen dominieren. Generell soll die „OutDoor by ISPO“ sehr offen und modern gestaltet sein.
© ISPO

Aktuell plane man mit etwa acht Messehallen. Es lägen bereits Anmeldungen von etwa 700 Ausstellern vor – in Friedrichshafen waren es zuletzt offiziell 950. „Es besteht insbesondere auch großes Interesse von Firmen, die wir als ‚Outdoor +‘ kategorisieren“, so Gröber – also von Firmen aus den Bereichen Manufacturing & Suppliers, Bike, Travel & Tourism, Watersports, Yoga, Wellbeing, Urban Outdoor etc. Die Hallen selbst sollen in sich geschlossene Erlebniswelten werden. Breite Mittelgänge, ergänzt durch mehrere Quergänge sollen die Orientierung erleichtern und helfen, einen schnellen Überblick zu gewinnen. Dank einer offenen Gestaltung mit ausreichend Raum und Möglichkeiten für Gespräche werde die gesamte Halle zur inspirierenden Kommunikationsfläche. Focus Areas führten Besucher tiefer in Highlight-Themen ein und sollen als Show-Fläche für Vorträge und Events dienen.

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Focus Areas werden im Zentrum jeder Halle installiert. Um dem Trend-Thema Bike gerecht zu werden, planen die Messe-Macher einen Testparcour, der sowohl in den Hallen als auch draußen verläuft.
© ISPO

Die „OutDoor by ISPO“ bleibt dem Fachpublikum vorbehalten. Für einen vereinfachten Zugang des internationalen Retail-Publikums zur Messe, wurde das „Altogether to Munich“-Programm geschaffen. Eine jeweils länderspezifische Online-Plattform ermöglicht Marken und Distributoren ihre Handelspartner einfach und effizient per Mausklick einzuladen, Termine zu verwalten und bereits im Vorfeld der Messe in Austausch zu treten. „Altogether to Munich“ steht bisher in sechs Sprachen für Sportfachhändler aus Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien, Polen, der Schweiz und Skandinavien zur Verfügung. Auch die Preisstruktur der OutDoor by ISPO stellt die Besucher aus dem Fachhandel in den Vordergrund und bietet vergünstigte Eintrittspreise. Ein regulär online gebuchtes Händler-Tages­ticket kostet 17 Euro. Bei Buchung vor Ort werden 24 Euro fällig. Entsprechend kostet das 4-Tages-Ticket 24 beziehungsweise 39 Euro. Wer nicht Händler oder Aussteller ist, zahlt zwischen 75 und 350 Euro.

„Es ist eindeutig eine Aufbruchstimmung erkennbar“, berichtet auch Hans-Hermann Deters, Geschäftsführer der Sport 2000, der für die „OutDoor by ISPO“ in einem externen Beratergremium sitzt. „Es herrscht eine sehr enge Kooperation zwischen der Messe und der EOG – und dies beinhaltet sowohl die Industrie als auch den Handel“. Schon am Samstag habe es großen Applaus und ungeteilte Zustimmung für das aktualisierte Messekonzept gegeben, als die Messe-Macher den EOG-Mitgliedern das Update präsentierten. Ende letzten Jahres gab es ein Klausurmeeting des Advisory Boards, bei dem gemeinsam mit der Messe noch einmal über viele Fragen diskutiert wurde.

„Unser Spielplatz ist die Natur. Wir müssen auf dem Gebiet des Naturschutzes Vordenker sein“, forderte Antje von Dewitz und wurde gleich noch einmal konkret: „Auch das Messegeschäft ist eine schmutzige Angelegenheit, Es wird zu viel Einwegplastik verwendet und sehr viel Energie verbraucht. Ich bin gespannt, von der Messe München auch hierzu ein Konzept zu sehen und ich hoffe, dass die ISPO hier mutig sein wird.“

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur sportFACHHANDEL / Wanderlust / SkiMAGAZIN