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Ex-Basketball-Profi ­dribbelt auf hohem ­Niveau

  • Nicolas Kellner
  • Freitag | 01. Juli 2011  |  13:30 Uhr
Das frühere Sport- und Szenethema Basketball ist nicht klein zu kriegen: Auch wenn es nicht mehr der Megatrend auf der Straße ist wie in den Neunzigern, die Sportart lebt und eine eingeschworene Community sorgt inzwischen sogar für ein leichtes Revival.

Auch das Streetball-Fieber lodert wieder auf. Uns fiel ein Basketball-Shop auf, der seit nunmehr einem Jahr für Gesprächsstoff sorgt: Shoes4hoops.de aus Aachen, der vom ehemaligen Basketball-Profi und Nike-Mitarbeiter Diego von Helden eröffnet wurde. Der Händler verbindet geschickt Szene, Shop und Online-Community und spielt konsequent seine Chancen aus.

Wer wirklich auffallen will im Strom der Angebote, muss sich heute im stationären und auch im virtuellen Geschäft auf das Wesentliche konzentrieren können und seine Zielgruppe bedienen, die Spielregeln im Web beherrschen und trotzdem ein entsprechendes Profil an den Tag legen. Shoes4hoops gibt sich dafür alle Mühe. Das fängt schon in der Aachener City an. Das stationäre Geschäft in der Stadt ist weiß, schlicht und sehr aufgeräumt eingerichtet. Die Schuhwände sind nicht überfrachtet, beinahe clean und steril wirkt das schnörkellose Ambiente. Auf den weißen Regalbrettern an den ebenfalls schneeweißen Wänden fallen die neuesten Modelle aus den bekannten Basketball-Fabriken extrem auf und zeigen das Wesentliche: den Schuh ohne wenn und aber. Das Schaufenster zieren stilisierte, ebenfalls weiß gehaltene Figuren von Basketball-Spielern, die einem entgegen dribbeln und springen. Damit zeigt Shoes4hoops als Laden ein klares Profil.

Die Optik

Genau dieses setzt sich beim Online-Auftritt des Basketball-Shops fort. Die drei graphisch aufbereiteten Spieler von der Schaufenster-Front des stationären Ladens finden sich in gleicher Pose auf der Einstiegsseite des virtuellen Shops wieder. Schließlich ziehen sie sich auch weiter durch alle Seiten und sorgen für einen hohen Wiederkennungswert beziehungsweise eine ­eigene Identität des Angebots. Als ­Hintergrund-Farbe wurde auch hier Weiß gewählt, die Schrift und Abbildungen der einzelnen Schuhe heben sich damit gut ab, das Auge wird geschont. Im Endeffekt sind die Ladezeiten der Webseiten natürlich auch angenehm kurz. Man gewinnt also schnell einen Überblick über das Angebot und sieht und versteht, was die Seite will: Basketball-Schuhe anbieten und verkaufen. Mehr wollen die Macher (ein nur Drei-Mann-Team um von Helden ­herum) gar nicht. Es gibt hauptsächlich Schuhe, auch für Kids. Spielerbekleidung wird ebenfalls angeboten, aber keine sonstigen Trendtextilien. Die unaufgeregte, übersichtliche Seite wirkt authentisch und damit auf den ersten Blick glaubwürdig – ohne uncool zu sein. Die Seite spielt mit Optik ohne verspielt zu wirken. Und wie oft in ­Situationen entscheidet der erste Blickkontakt auch hier: Was optisch gefällt, reizt zum Weitermachen.

Der Inhalt

Die Seite kommt also gleich zur Sache: Das Produkt steht im Mittelpunkt. Der Besucher wird unmittelbar mit dem Verkaufsschlager der Woche in der Mitte der Seite konfrontiert. Das Motto lautet „High-Score-Auswahl zu Low-Cut-Preisen“ mit dem Hinweis „kostenlose Lieferung innerhalb Deutschlands“. Der Anbieter beschränkt sich dabei auf zwei Marken (Nike und Adidas) und macht es dem interessierten Kunden leicht, über die Einstiegsseite sofort den Webshop zu betreten. Dabei erfährt der User gleichzeitig: Auf mich wartet dort eine neue Kollektion, zudem kann ich an einer Auktion teilnehmen, bei der mich etwas Besonderes erwartet. Und ich kann mich mittels einer Facebook-Anbindung auch noch über einen Gutschein freuen. Jeden Mittwoch bis Sonntag bieten die Macher von Shoes4hoops „ein Produkt zum Hammerpreis“ an. All das ist im Zentrum der Seite angesiedelt und sticht sofort ins Auge. Der Informationsgehalt der Page ist sehr hoch. Am oberen und linken Rand wird der potenzielle Käufer über die Kategorien, über die möglichen Bezahlsysteme und Belieferung sowie da-rüber informiert, was Kunden zuletzt gesucht haben. Zudem gibt es eine Suchfunktion für US-Größen. All das passiert auf der Einstiegsseite und der User erfährt dort im Grunde sofort alles, was er wissen will und muss: Was wird mir geboten, zu welchen Konditionen, was ist mein Vorteil auf der Seite. Erstaunlich ist, und darüber sind wahrscheinlich viele Mitbewerber dankbar, dass bis jetzt nicht über Preise gesprochen wird, geschweige der Besucher von irgendwelchen blinkenden Rotstift-Aktionen erschlagen wird. Natürlich gibt es Sale-Preise, aber die stehen nicht im Vordergrund. Stattdessen wird eine angenehme Erwartungshaltung geweckt: Der Kunde freut sich darauf, tiefer in die

Seiten hinein zu tauchen.

Die Navigation

Die Navigationsmöglichkeiten machen es dem User wirklich einfach, tiefer in das Angebot zu gehen. Die Leiste am linken Bildrand informiert über: Neue Produkte oder Unsere Produkte, wobei hier die Auswahl in On Court-, Off Court-Basketball-Produkte, Kinderartikel und Ausverkauf (Soleout) gegliedert ist. Der User kann unmittelbar sein Interessensgebiet ansteuern. Er kann sich aber auch schnell von der Frontseite zur Auktion klicken oder in ein Social-Network, um sich über neueste Trends und Empfehlungen zu informieren. Nur ein Klick entfernt sind auch die Partner-Infos, wenn es ums Bezahlen geht oder um die Art der Belieferung. Mit drei Klicks ist der Kunde bei seinem Warenkorb angelangt, der entsprechend gesichert ist. Suchfunktion und Inhalt des Warenkorbs werden am oberen Bildrand ständig angezeigt und auf jede Seite mitgetragen. Dort ist auch das Anmelden als Neukunde angesiedelt. Farblich und aufgrund der Lage über den interessanten Inhalten auf der Mitte der Seite fällt diese Navigationsleiste leider nicht so gut auf. Man sucht erst danach, freut sich dann jedoch über das Angebot.

Das Handling

Trotzdem: Die Orientierung auf der Seite ist ­gelungen. Die Handhabung ist relativ einfach. Auch ungeübte Online-Käufer sollten sich schnell ­zurechtfinden. Sehr angenehm ist auch, dass auf den einzelnen Seiten nicht lange gescrollt werden muss, Schrift und Bebilderung sind groß genug. Es herrscht viel Luft auf den einzelnen Seiten, nichts wirkt gedrängt. So bewegt sich der User ohne Stress durch die Seiten und findet, was er sucht ohne ­abgelenkt zu werden. Den Seitenmachern gelingt es, optisch und inhaltlich ihre Angebote on- und offline zu verknüpfen. Der Basketball-Shop wirkt glaubwürdig und richtet sich vor allem auch an aktive Spieler aller Klassen. Zu den Kunden gehören bereits mehrere Bundesliga-Vereine und zahlreiche Hobby-Basketballer sowie Vereinigungen in anderen Klassen. Man wolle eigentlich nur richtig gute Basketball-Schuhe verkaufen, meint der Gründer. Von Lifestyle und Fashion ist der Shop zunächst ­einmal weit entfernt. Dafür bietet er eine schnelle Information und ein gutes Handling. Demnächst soll die Community-Funktion mit entsprechenden ­Foren noch ausgebaut werden. Damit dürfte die Seite auch noch interaktiver werden. Auf der Einstiegsseite ist auch der Service-Kontakt sofort ­ersichtlich. Der ­Anbieter will hier eine besonders gute Leistung ­bieten. npk

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Autor: Nicolas Kellner

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 14 / 2011