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„Deutsche Warenhaus AG“ nimmt Formen an

  • Marcel Rotzoll
  • Freitag | 24. August 2018  |  13:16 Uhr
Die Gespräche über ein Joint Venture zwischen Karstadt und Kaufhof scheinen voran zu kommen. Nach Medienberichten müssen nur noch Details geklärt werden.

Nachdem es im Juli eine Absichtserklärung zwischen dem kanadischen Handelskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) und Signa gegeben hatte, wonach Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sports in ein Joint Venture eingebracht werden sollen, sind die Verhandlungen mittlerweile offenbar so weit vorangeschritten, dass nur noch Details zu klären seien. So berichtet das Manager Magazin, dass sich beide Parteien darauf geeinigt hätten, dass es in den kommenden zwei Jahren keine Schließungen in größerem Umfang bei Galeria Kaufhof geben werde. Weil Signa zudem beabsichtige einen Anteil von 50 Prozent an insgesamt 41 Kaufhof-Immobilien zu erwerben, müsse HBC noch Mitinvestoren auszahlen.

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Bisher konnte René Benko mit seiner Signa dem Kaufhof nicht habhaft werden. Mit einem nun geplanten Joint Venture zwischen Karstadt und Kaufhof könnte sein Traum einer Deutschen Warenhaus AG doch noch Realität werden.
© Kaufhof

Vor zwei Monaten hatten sich beide Verhandlungsseiten in einer Absichtserklärung darauf verständigt, dass Signa über die Hälfte der Anteile an dem Joint Venture halten und das operative Geschäft führen solle. Verwaltung und Einkauf würden demnach zusammengelegt und Arbeitsplätze abgebaut werden. Selbst wenn sich beide Seiten über ein Zusammengehen einigen, gibt es aber noch einen Hinderungsgrund. Aufgrund der Nachfrage- und Marktmacht des entstehenden Joint Ventures dürfte das Bundeskartellamt bei der Prüfung des Zusammenschlusses sehr genau hinschauen.

Unklar ist zudem nach wie vor, wie im Falle eines Joint Ventures der Einkauf der Sportsortimente erfolgen wird. Im Januar hatten die Intersport und die Signa Sports Group, in der neben Karstadt Sports beispielsweise auch Outfitter, Internetstores oder Tennis-Point zusammengeschlossen sind, eine strategische Partnerschaft in Bezug auf Einkauf und Beschaffung verkündet hatten. Da Karstadt Sports bereits über die Intersport zentralreguliert wird, würde es nicht verwundern, wenn auch das vergrößerte Sportsortiment aus dem Joint Venture in die Zentralregulierung einfließt. Auch wenn die ehemalige Kaufhof-Tochter Sportarena mittlerweile abgewickelt wurde, verfügen die meisten der 96 Warenhäuser nach wie vor über ein aussagekräftiges Sportsortiment.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL