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DAC: Koreas Hidden Champion

  • Andreas Mayer
  • Sonntag | 17. Juni 2018  |  17:41 Uhr
Der Name DAC (Dongah Aluminum Co.) steht unter Zelt-Herstellern bereits seit 30 Jahren für besonders robuste, zuverlässige und leichte Zeltgestänge aus Aluminium. Auf der OutDoor in Friedrichshafen stellt das südkoreanische Unternehmen jetzt erstmals selbst aus.

In vielen Märkten gibt es so genannte „Hidden Champions” – Unternehmen, die in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind, aber innerhalb ihrer Branche große Bedeutung und einen ausgezeichneten Ruf genießen. In der Outdoor-Branche ist DAC ein solches Unternehmen. Die Liste der Zelthersteller, die DAC-Gestänge einsetzen, liest sich wie ein Who-is-who der Branche: Bergans, Black Diamond, Exped, Fjällräven, Hilleberg, Jack Wolfskin, Marmot, Mountain Hardwear, MSR, The North Face, Vaude und viele mehr.

Was das südkoreanische Unternehmen dabei auszeichnet, ist die Vertikalität – die vollständige Entwicklung, Produktion und Kontrolle der Produkte im Haus. Kein anderer Gestängehersteller hat alle Arbeitsschritte rund um die Aluminiumverarbeitung auf vergleichbarem Niveau optimiert. DAC sieht sich auch nicht als reiner Fertigungsbetrieb, sondern forscht, konstruiert und arbeitet gemeinsam mit den Partnern auch intensiv am Endprodukt Zelt – von den Verbindungselementen bis zu liebevoll gearbeiteten und durchdachten Heringen.

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Jake Lah, Gründer & CEO von DAC Poles.
© DAC

Gründer, CEO, Eigentümer und treibende Kraft bei DAC ist Jake Lah – selbst ein passionierter Zeltdesigner. Lah’s Streben nach Perfektion gipfelt im Wind Lab, einem Windkanal auf dem Dach des Firmensitzes. Dieser ist so groß, dass sogar Familien­zelte getestet werden können. Eine 500 PS starke Turbine erzeugt Windgeschwindigkeiten bis zu 160 km/h! Hier testeten in den letzten Jahren DAC und seine Partner – darunter nicht nur die Industrie sondern auch Militärs und die UNHCR – hunderte von Zelten.

Aber Lah geht es nicht nur darum, die leichtesten und zugleich robustesten Zeltgestänge zu entwickeln. Die umweltverträgliche Produktion und Veredelung des Aluminiums sind ihm ebenfalls eine Herzensangelegenheit: „Das Eloxieren von Aluminium ist ein umweltschädlicher Prozess. Wir haben acht Jahre lang an unserem „Green Anodizing“ gearbeitet und es geschafft, beim Großteil unserer Produkte keine Salpeter- und keine Phosphorsäure mehr für die Eloxierung zu verwenden.“

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Hier testet selbst das UNHCR: DAC verfügt über einen eigenen Windkanal auf dem Dach des Firmensitzes.
© DAC

Während viele Verbraucher bei Industrieproduktion in Fernost immer noch an rücksichtlose Umweltverschmutzung und haarsträubende Arbeitsbedingungen denken, versucht das familiengeführte Unternehmen in Incheon, seinen Mitarbeitern ein angenehmes, sicheres Arbeitsumfeld zu bieten – mit höchsten ethischen Standards inklusive eigenem Unternehmensorchester, Firmengarten, Goldfischteich sowie Kunstobjekten im gesamten Gebäude, das so eher wie ein architektonisches Monument aussieht als ein industrieller Fertigungsbetrieb.

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur sportFACHHANDEL / Wanderlust / SkiMAGAZIN

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 08 / 2018