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Camping auf allen Kanälen - Fritz Berger startet neu durch

  • Nicolas Kellner
  • Mittwoch | 10. Mai 2017  |  17:18 Uhr
Camping boomt und auch Deutschlands führender Camping-Spezialist Fritz Berger ist nach turbulenten Jahren wieder da. Der traditionsreiche Multichannel-Händler aus dem fränkischen Neumarkt startet neu durch mit einer der größten Angebotsdichten in der Branche.

Text: Nicolas Kellner

Fritz Berger war schon immer Treffpunkt für alle Camping-Enthusiasten und Freizeitfreunde. 1958 startete das Unternehmen in einer einfachen Hinterhof-Garage mit einem Zeltverleih in die Selbständigkeit. Bereits fünf Jahre später baute Berger das erste Firmengebäude, um die große Nachfrage nach Zelten befriedigen zu können. Mehrmals noch musste das Gebäude vergrößert werden bis schließlich im Jahr 2002 der heutige Firmensitz entstand. Aber ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Fritz Berger vertreibt seine Produkte deutschlandweit in über 55 Filialen, im klassischen Versandhandel, via Internet und an den Großhandel.

2002 überschreitet der neue Hauptkatalog erstmals die 500 Seiten-Marke und wird in einer Auflage von 1 Million Exemplaren produziert. Es folgen der Umzug des kompletten Unternehmens in das neue Firmengebäude und der imposante Bau soll das Unternehmen auch architektonisch am Autobahnzubringer ins rechte Licht rücken. Dazu werden ein Mega-Store in Neumarkt eröffnet und weitere Jack Wolfskin-Stores. Die Berger-Filialen sind Treffpunkt für alle Camping-Enthusiasten. Fans sollen alles für Urlaub, Reise und aktive Freizeit im Freien finden. Ob technisches Zubehör, funktionelle Ausrüstung oder flotte Outdoor-Kleidung, von Berger lassen sich nicht nur Camping-Profis beraten und tauschen sich mit Gleichgesinnten aus, sondern auch der Markt, die Branche an sich profitiert von den Impulsen.

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Campen muss nicht immer nur einen Tag dauern, entsprechend wichtig ist die richtige Ausrüstung aus dem Fachhandel.
© Fritz Berger

Vor gut zehn Jahren geriet Berger als damaliges Tochterunternehmen von Karstadt-Quelle in die Turbulenzen des Warenhauskonzerns. Es war die Zeit der großen Umbrüche alteingeführter Handels- und Versandstrukturen, von denen nicht alle die Zeichen der Zeit früh genug erkannt hatten. Auch die Sport- und Freizeitbranche blieb davon nicht verschont. 2006 übernimmt die bayerische Beteiligungsgesellschaft Arques zum 1. Mai den Neumarkter Campingausrüster. Damit wechselte Berger zu einem unbekannten Kaufpreis vom Handelskonzern Karstadt-Quelle an die Starnberger Gesellschaft. Arques hatte bereits ein Jahr zuvor von Karstadt-Quelle den Versandhändler Golf House übernommen. Golf House konnte damit erfolgreich wieder auf Kurs gebracht werden.

Fritz Berger galt seinerzeit schon als Europas größtes Spezialversandhaus für Camping, Caravaning und Freizeit mit Schwerpunkt in Deutschland. Der Vertrieb erfolgte zum einen über einen eigenen Direktversand sowie über damals 16 eigene Fachhandelsfilialen und über 50 stationäre Vertriebspartner. Außerdem war die Zahl der Jack Wolfskin-Stores auf vier Stück gewachsen. Stolz verkündete Berger, dass man auf eine fast fünfzigjährige Firmengeschichte zurückblicken könne und der Hauptkatalog mit mehr als 6.000 Produkten und 550 Seiten galt bereits als "Campingbibel" schlechthin. Zu diesem Zeitpunkt erwirtschaftete Berger einen jährlichen Umsatz von 34 Mio. Euro. Entsprechend der Arques-Philosophie wurden keine Finanzverbindlichkeiten übernommen. Mit Fritz Berger hätte man nach Golf House nicht nur das zweite Unternehmen von Karstadt-Quelle übernommen, sondern auch die zweite Firma aus dem Segment "Spezialfachhandel und -versand", so Vorstand Martin Vorderwülbecke. Man sei überzeugt, den wirtschaftlichen Erfolg von Golf House auch auf Berger übertragen zu können.

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Alles rund ums Camping: Vor allem Bergers Kühlboxen zählen zu beliebten Klassikern.
© Fritz Berger

Die Rechnung und das Konzept des Starnberger Turnaround-Spezialisten gingen jedenfalls auf. Man konzentrierte sich auf den Erwerb und die aktive Restrukturierung von Unternehmen in Umbruchsituationen, um sie mit einem eigenen Team und aus eigener Kraft zu wettbewerbsfähigen und ertragsstarken Unternehmen zu entwickeln. Denn der sportliche Freizeit- und Campingmarkt war und ist nach wie vor intakt und verspricht lukrative Ergebnisse, wenn man sich auf die Zielgruppe und Qualitätsartikel fokussiert.

2010 schließlich ging Fritz Berger in den Besitz von Branchenprofi Mathias Herfeld über. Eine branchennahe Zusammenführung mit großem Potenzial kündigten beide Vertragspartner an, dessen Erfolgsstory schnell sichtbar wurde. Die Expansion wurde wieder vorangetrieben, Fritz Berger eröffnete weitere Filialen und fügte weiter Partnerbetriebe ins Commission Concept ein. Insgesamt 48 Filialen deutschlandweit zählte man damals, 21 waren nach dem Commission Concept aufgebaut, das auch andere campingaffine Händler anspricht. Zudem übernahm der Campinganbieter drei Betriebe der insolventen Freizeit AG und eröffnete in München, in Kressbronn und in Neumarkt mit der Berger Fahrzeug GmbH einen neuen Zweig des Unternehmens.

Heute finden Kunden mehr denn je alles für Urlaub, Reise und aktive Freizeit im Freien. Ob technisches Zubehör, funktionelle Ausrüstung, Melamingeschirr, Campingstühle, Grillzubehör oder Zelte und Schlafsäcke: Bei Berger schlagen Camperherzen höher, freut sich Bergers Marketingmanager Rocco Pollmer. Außerdem: "Unser Team informiert über Navigationssysteme und Mover ebenso wie über funktionelle Outdoor-Bekleidung der Marken Regatta, Jack Wolfskin, Meindl, Columbia und vielen mehr. "Somit sei man ganzjährig da für alle, die keine Zeit haben oder unterwegs sind. Überall in Deutschland einkaufen, beraten lassen und Naturnähe schnuppern, egal ob für Neueinsteiger oder langjährige Camper und Caravaner, sei das Plus des Traditionanbieters. Der Online-Shop mit über 12.000 Artikeln rund um das Camping- und Caravaning-Thema bietet sofortige Lieferauskunft und tagesaktuelle Preise sowie eine "top Online-Beratung mit großen Bildern, 3D-Darstellungen und Produktvideos". Das mache Camping-Einkäufe bei Camping-Berger zum Online-Erlebnis. Der Branche tut es gut, der Markt zeigt sich stabil. Dem können auch die Discounteraktivitäten zum Frühjahr kaum etwas anhaben, bemerken Marktkenner. Die beliebten Monatsangebote von Berger gingen auch 2016 in eine neue Runde. Natürlich gäbe es jetzt auch wieder die Berger-Kundenkarte, die beliebten Angebote für Neueinsteiger und Familien sowie tolle neue Prämien für Freundschaftswerbung.

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Camping als neuer Freizeitboom: Angesprochen werden soll die ganze Familie.
© Fritz Berger

Zur neuen Saison 2017 stellte das Unternehmen dann auch noch eine Vielzahl von Produkterneuerungen vor. Berger präsentierte Ende 2016 im noch größeren Katalog zusammengefasst auf über 570 Seiten bewährte Beststeller und Neuheiten für 2017. Das Angebot umfasst Produkte von Markenherstellern wie Truma, Thule, Dometic, Thetfort und natürlich die starke Eigenmarke "Berger". Diese erfreue sich immer größerer Bekanntheit und Beliebtheit: darunter Zelte, Stühle, Küchenboxen, Sanitärprodukte, Geschirr und vieles mehr. In allen Produktkategorien des Campingzubehörs hätten erfahrene Produktmanager "ein Auge auf Qualität und Leistung der einzelnen Artikel". In den Filialen gibt es zudem vielfach die Möglichkeit des Testens. Über 55 Jahre Campinggeschichte versprechen Kompetenz in Beratung und Service in über knapp 60 Filialen deutschlandweit und im benachbarten Ausland. Und ein Ende der Expansion sei nicht in Sicht. Im Frühjahr 2017 erschien außerdem erstmals das Berger Kundenmagazin in einer Auflage von 100.000 Exemplaren gratis für Endkunden: 36 Seiten gefüllt mit Informationen, Tipps zur Reise und Wissenswertes über Themen wie Wildcamping, Fahrzeugaufbereitung, Kühlboxen und Produktneuheiten.

Autor: Nicolas Kellner

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 06 / 2017