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Bike-Boom ungebrochen

  • Andreas Mayer
  • Freitag | 18. Dezember 2015  |  11:01 Uhr
Vom 26. bis 29. August 2015 stand auf dem Messegelände am Bodensee die Fahrradwelt wieder Kopf, wenn sich Medien und Fachleute zur wichtigsten Bikemesse in Europa trafen. Auf über 100.000 Quadratmeter Fläche in insgesamt 13 Messehallen zeigte die Branche alles Wichtige zum Thema Fahrrad und Zubehör, Mode und jede Menge Fachinformationen. Als klassische Bike-Region steht in diesem Jahr das österreichische Bundesland Tirol im Vordergrund.
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Radfahren ist 365 Tage im Jahr ein Thema – das zeigt auch der ungebremste Boom im Mountainbike- und Rennradsegment.
© Ziener

Text: Astrid Schlüchter

Rund zwei Millionen Pedelecs sind aktuell in Deutschland unterwegs, und pro Jahr wächst die Zahl rasant weiter. Biken boomt wie nie, ganz gleich, ob das Segment Mountainbike, Rennrad, E-Bikes, Touren oder City – teilweise waren die Lager der Hersteller bereits vor Saisonbeginn schon leer geräumt. Ganz klar, dass sich auf der kommenden Eurobike 2015 die rund 1.350 Aus-steller, 46.000 Fachbesucher aus über 100 Ländern, 20.000 Fahrradfans und knapp 2.000 Journalisten jetzt schon auf die Innovationen für die Saison 2016 freuen. „Hier treffen sich alle, die weltweit mit dem Fahrrad und der Branche geschäftlich eng verbunden sind. Am Bodensee rücken die neuen Trends für die nächste Saison ins Rampenlicht“, sind Messechef Klaus Wellmann und Eurobike-Bereichsleiter Stefan Reisinger überzeugt. Überzeugen werden auch wieder die vielen Highlights – wer sich beim Fachsimpeln keine Blöße geben will, sollte sich im Vorfeld schon mal folgenden Schlagwörter des Modelljahres 2016 einprägen: 27+, Size Split, Boost-Standard und Flat Mount.

Radfahren ist 365 Tage im Jahr ein Thema – deswegen lohnt sich bei der Recherche nach den Trends und Themen der Fahrradsaison 2016 ein genauer Blick auf Bekleidung und Zubehör. Die Produkte rund ums Fahrrad sind nämlich oft echte Trendindikatoren. Wie die vielen tollen Entwicklungen, wenn es darum geht für mehr Sicherheit auf dem Bike zu sorgen. Vor allem Mountainbike-Fans statten sich gerne mit Rucksack, Helm und passenden Protektoren aus. Bike-Experte Ion stellt auf der Eurobike erstmals eine eigene Rucksack-Kollektion vor. So verfügt der „Transom“ über ein Tragesystem, das mittels verstellbarem Air Condition Cooling System für maximale Ventilation sorgt. Auf Wunsch gibt es eine SAS-TEC Protection Platte, die die Norm des EN Zertifikats 1621-2, Level 1, erfüllt. Auch Evoc hat einen TÜV-GS-geprüften Liteshield Rückenprotektor im neuen „FR Supertrail Bolivia“ verarbeitet. Er soll bei einem Sturz 95 Prozent der Aufprallenergie absorbieren und ist dazu extrem leicht und flexibel. Deuter wird ebenfalls mit dem „Attack“ eine überarbeitetes Modell zeigen: „In enger Zusammenarbeit mit unseren Athleten aus der Bike-Family haben wir das Modell komplett überarbeitet. Abgesehen vom Design hat der Rucksack nun den neuesten SAS-TEC Protektor eingebaut, mit dem wir einerseits Gewicht einsparen konnten, andererseits in Kombination mit dem Rucksack noch bessere Schutzwerte erzielen als beim Vorgängermodell,“ erklärt Gregor Cerwinski, Online Marketing Manager bei Deuter. Dakine antwortet auf den anhaltenden Freeride und Enduro-Boom mit einer eigenen Protektoren-Serie. Mit den Hellion- und Slayer-Pads nehmen die Bike-Spezialisten erstmalig Knie- und Ellenbogenprotektoren in ihr Sortiment auf. Die neue Protektorenlinie überzeugt vor allem durch ihre Kombination aus Schutz, Komfort und Style. Dass MBT auch 2016 das Thema sein wird, zeigt POC mit einer erweiterten Linie, die neben einem neuen Brillenmodell gleich drei neue Helme auf den Markt bringt. Das Full-Face-Modell „Coron“ wurde in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Teamathleten Martin Söderström entwickelt und verspricht mit der M-Forge-Außenschale ein völlig neues Sicherheits-Level. Und sogar Bike-Bekleidung soll ab sofort Schutz bieten: Die Resistance-Linie schützt mit einem Mix aus technischen Materialien wie Nylon, Polyester oder Elastan, in Verbindung mit dem VPD-System schützender Protektoren bei Stürzen vor Aufschürfungen und Prellungen und minimiert durch den Einsatz der verschiedenen Materialien den Reibungswiderstand zum Untergrund. Auf die große Nachfrage von entsprechendem Material im Downhill- und Endurobereich für die Mädels antwortet Amplifi mit einer eigenen Kollektion: „Wir haben die Range um zwei Damenmodelle Soma und Syra erweitert. Hier wurde bewusst ein Augenmerk auf die Passform gelegt, was sich in frauenspezifischen Schultergurten, Hüfgurten und Abmessung zeigt. Ebenso können die Packs in Sekundenschnelle mit einem sehr leichten und flexiblen Rückenprotektor ausgestattet werden. Der perfekt eingepasste Protektor ist federleicht, passend zum bereits sehr leichtgewichtig konstruiertem MTB Pack,“ erklärt Jens Hartmann, CEO Amplifi. Witzig ist auch das neue Trinkrucksacksystem von Source: Der Hipster Trinkgürtel trägt bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit in einem inkludierten Trinksystem. Die Trinkblase ist fast so glatt wie Glas und reinigt sich von selbst. Sie verwendet FDA zugelassene und EPA registrierte antibakterielle Mittel und verhindert das Wachstum von Bakterien und die Entstehung von Bio-Film. So schmeckt das Wasser extrem lange frisch. Getragen wird der Hipster praktisch in der Taille, während optionale Schultergurte für zusätzliche Stabilität sorgen.

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Alle meine Protektoren: Knie- & Ellenbogenschützer von Dakine.
© Dakine

Neben MBT sieht die Branche weiterhin ein großes Potenzial im Bereich Rennrad. „Im Trend liegen sportliche MTB- und Rennrad-Textilien. Die wachsende Zahl der City-Radler ist vor allem bei den Umsätzen mit Helmen und Zubehör zu spüren – die textilen Pendler–Kollektionen tun sich eher noch schwer. Wir zielen darauf ab, uns mit exklusiven Marken von unseren Mitbewerbern zu differenzieren,“ so Walter de Luca, Global Sales Leader Gore-Bikewear. Im Gepäck hat Gore Bikewear eine neue Sitzpolster-Lösung für Rennradfahrer. Die patentierte Schnittführung im vorderen Bereich des Sitzpolsters ergibt eine Cup-Form, die dem Geschlecht des Mannes Platz bietet und an den notwendigen Stellen Druck reduziert. Und wenn’s mal regnet oder stürmt, bietet die „Rescue WS AS Jacket“ entsprechenden Schutz. Vor allem ist die Jacke mit 123 Gramm ein echtes Packwunder. Besser sitzen ist auch das Motto bei Ziener. Die Bike-Hose „Civi“ ist an den Außenseiten der Oberschenkel mit einem rutschfesten Silikonbund ausgestattet, der die Innenseiten ausspart, damit der Gummi dort nicht einschneidet. Diese Konstruktion optimiert nicht nur den Tragekomfort, sondern macht auch wunderschön schlanke Beine. Der Mesh-Bund am Bauch ist höher geschnitten, so dass er diesen Bereich wie ein Mieder umfasst – das beugt Druckstellen vor und schafft eine sportliche Silhouette. Inspiriert von Europas Randonneur-Szene hat Specialized den Rennradschuh „Audax“ für den Langstreckeneinsatz entwickelt. Highlights sind die steife Karbon-Sohle und die einfach justierbaren BOA-Drehverschlüsse.

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Alltagstauglich: Bikeshirt von Gonso.
© Gonso

Wenn es um das passende Bike-Outfit geht, dominiert 2016 der Casual-Look, gepaart mit viel Funktionalität. Das bestätigt auch Helmut Buchheimer, Einkaufsleiter beim Sporthaus Schuster: „Bike-Hartware und -Textilien sind ein fester und wichtiger Bestandteil unseres Sommersortiments. Wir konzentrieren uns in unserem Angebot dabei auf Bekleidung, Schuhe und Fahrrad Zubehör. Im Trend liegen sportliche MTB- und Rennrad-Textilien. Die wachsende Zahl der City-Radler ist vor allem bei den Umsätzen mit Helmen und Zubehör zu spüren – die textilen Pendler–Kollektionen tun sich eher noch schwer. Wir zielen darauf ab, uns mit exklusiven Marken von unseren Mitbewerbern zu differenzieren.“ Die „Transfer Denim“ von Giro eignet sich für die Fahrt zur Arbeit, in der Freizeit oder für die Tour am Wochenende. Die Jeans ist im klassischen 5 Pocket Style geschnitten und mit Rad- spezifischen Details ausgerüstet. Auch bei Gonso stehen die Zeichen auf stylische, sportive und alltagstaugliche Kleidung. „Wir setzen mit unseren PFC-frei entwickelten Jacken und Hosen auf Nachhaltigkeit. Und bieten bei unseren neuen Produkten atmungsaktive, schmutz- und geruchsabweisende Eigenschaften durch den Einsatz von Kaschmirwolle an. Zudem sind unsere Bike-Hemden durch eingewebte Reflektorfäden im Dunkeln gut zu sehen und sorgen für mehr Sicherheit“, so Stephanie Müller. Die sportlichen Styles von Ion sind vom Surfsport inspiriert und kombinieren verschiedene Materialien wie Coolmax oder Channel Flow Lite. „Der Trend geht klar in Richtung Freizeitradeln und das Thema Rad als Transportmittel. 
Wir reagieren darauf mit vielen Shorts, T-Shirts und einem verstärkten Wind- und Regenjacken-Programm. Funktionsbekleidung ist enorm beratungsintensiv, hier bietet sich für den Fachhandel eine große Chance. Deswegen schulen wir das Personal gerne vor Ort“, erklärt Frank Burig, Geschäftstführer bei Ziener. <<<

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 11 / 2015