Mittwoch | 12. April 2017  |  11:47 Uhr

Jack Wolfskin: Hoffen auf Hedgefonds

Was wird aus Deutschlands bekanntester Outdoor-Marke? Über das Schicksal des Branchenpioniers, der Outdoor der breiten Masse schmackhaft machte, wird aktuell zwischen diversen Investmentgesellschaften und Hedgefonds in den USA entschieden.

Text: Andreas Mayer

Die Anfang der 1980er Jahre von Outdoor-Urgestein Ulrich Dausien (SINE, Yeah! AG, McTREK) konzipierte Marke mit der Wolfstatze steht wie kaum eine andere Marke für den Aufstieg und die Konsolidierung der gesamten Branche. 1991 verkaufte Dausien sämtliche Anteile an das US-Unternehmen Johnson Outdoor. 1994 übernahm Dausiens ehemaliger Exportleiter Manfred Hell die Geschäftsführung der Jack Wolfskin GmbH. 2002 kaufte er gemeinsam mit Bain Capital das Unternehmen zurück. 64 Mio. Euro sollen dafür die Seiten gewechselt haben – „Peanuts“ im Vergleich zu dem, was noch folgen sollte: Drei Jahre später verkaufte Bain Capital seine Anteile für angeblich 93 Mio. Euro an Quadriga Capital und andere Investmentfirmen, 2011 bot der Finanzriese Blackstone angeblich mehr als das 7-fache - stolze 700 Mio. Euro!

Die Aussichten: Ein weltweit boomender Markt mit insbesondere in China enormen Wachstumschancen. Das Problem: Das Wachstum schwächte sich ab, und: Der Mega-Deal war seitens Blackstone zu einem Großteil kreditfinanziert. Zwischendurch mussten die US-Amerikaner schon einmal 75 Mio. Euro frisches Kapital nachschießen, der Vorschlag, dies jetzt noch einmal zu tun, lehnten die Gläubigerbanken ab. Stattdessen tritt nun ein Konsortium von insgesamt 30 Hedgefonds selbst ins Rampenlicht, darunter HIG Capital, CQS sowie Sankaty, das zum ehemaligen Eigentümer Bain Capital gehört.

Der Plan: Frisches Kapital für Jack Wolfskin und ein Teil der Schulden wird sogar in Eigenkapital umgewandelt. Der Marke käme das zugute: Zuletzt hatte Jack Wolfskin seinen Umsatz sogar wieder steigern können, mit neuen Kollektionen, Kampagnen und Zielgruppen scheint die Ausrichtung (wieder) zu stimmen. „Wir sind mit der aktuellen Entwicklung bei uns sehr zufrieden“, erklärt Markus Bötsch, Chief Sales Officer von Jack Wolfskin. „Der Umsatz in unseren Retail-Stores ist seit Herbst 2016 kontinuierlich positiv und unsere Vororder für den kommenden Winter ist deutlich gewachsen – im Raum DACH fast zehn Prozent, in Europa deutlich zweistellig. Die Gespräche mit den Gläubigern verlaufen positiv und wir gehen davon aus, dass eine zeitnahe Lösung eine starke Plattform für die weitere Entwicklung von Jack Wolfskin bieten wird.“