Donnerstag | 17. Juli 2014  |  12:03 Uhr

Kartenzahlung: stark im Umsatz, schwächer in der Frequenz

Köln. Eine aktuelle Untersuchung des EHI Retail Institute zeigt: In Deutschland wird immer noch gerne bar bezahlt. Besonders bei kleineren Einkäufen bleibt die Karte stecken. Eine Trendwende scheint sich aber abzuzeichnen.

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Wird zunehmend auch für kleinere Einkäufe genutzt: die Kreditkarte.
© Volksbanken/Raiffeisenbanken

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Im letzten Jahr wurden 54,4 Prozent aller Umsätze im deutschen Einzelhandel bar abgewickelt. Berücksichtigt man allerdings nicht das bewegte Geldvolumen, sondern die einzelnen Kaufvorgänge, dann laufen 80 Prozent aller Käufe über Bargeld und nur das übrige Fünftel durch den Einsatz von Plastikgeld. Das heißt im Umkehrschluss: Die Karten werden für größere Käufe eingesetzt; kleinere Bons erzielt der Handel nach wie vor cash.

In diese Statistik sind übrigens Kioske nicht mit eingerechnet, die als besonderes Handelsformat traditionell mit sehr niedrigen Durchschnittsbons hantieren. Die EHI-Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2014“ zeigt allerdings auch auf, dass die Kunden zunehmend auch bei kleineren Einkäufen die Karte zücken.

Momentan werden jährlich 18 bis 20 Milliarden Einkäufe in Deutschland getätigt. Das entspricht im Durchschnitt 220 bis 250 Kauftätigkeiten pro Einwohner bzw. 470 pro Durchschnitts-Haushalt. Der Durchschnittsbon (ohne Kioske) lag im vergangenen Jahr bei 24,33 Euro liegen. Der Logik der bundesdeutschen Nutzung von Karten folgend liegt der Bon bei unbar zahlenden Kunden höher: 44,07 Euro (beim EC-Lastschriftverfahren), 48,94 Euro (Girocard, EC-Cash) und 61,24 Euro für Kreditkarten.

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Tatsächlich zeigt aber ein Zehn-Jahres-Vergleich die zunehmend höhere Nutzung von Plastikgeld auch für kleinere Käufe. Tatsächlich ging von 2003 bis 2013 der durchschnittliche Wert einer Zahlung mit Girocard/EC-Cash um 34 Prozent zurück, während sich das Volumen mit derselben Zahlungsart im gleichen Zeitraum auf knapp über 2 Mrd. Euro fast versiebenfachte. mh

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 15-16 / 2014