Montag | 30. Mai 2016  |  12:31 Uhr

Geflüchteten eine berufliche Zukunft geben

Die Situation der Geflüchteten beschäftigt seit Monaten die Menschen. Auch mancher Sportfachhändler würde sich gerne engagieren, scheut aber undurchsichtige gesetzlichen Regelungen. Vor wenigen Wochen haben sich große Unternehmen in der Initiative „Wir zusammen“ zusammengeschlossen. Von ihren Erfahrungen können auch Sportfachhändler profitieren.

Text: Dorothea Weniger

Am 10. Februar dieses Jahres wurde die Initiative „Wir zusammen“ von Ralph Dommermuth, Gründer und Vorstandsvorsitzender der United Internet AG, ins Leben gerufen. „Der Impuls für die Gründung entstand in einem laufenden Dialog zwischen deutschen Unternehmen Ende Oktober 2015“, erzählt Julia Sosnizka vom Projektbüro „Wir zusammen“. Den Auf- und Ausbau der Initiative, die von zehn Partnerunternehmen unterstützt wird, organisiert die Ralph und Judith Dommermuth Stiftung.

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Helfen können alle

Die Initiative wächst: 36 Unternehmen waren bei der Geburtsstunde der Internet-Plattform dabei. Aktuell ist ihre Zahl auf über 50 (Groß-)Unternehmen angestiegen. Alle möchten sich im Rahmen von Projekten um die Integration Geflüchteter aus Kriegsgebieten bemühen. Neben Bosch und Siemens, Gruner+Jahr und Deutsche Bahn engagieren sich aus der Welt des Sports die Adidas Group, die Hugo Boss AG sowie die Zulieferer Lanxess und die Freudenberg Gruppe in der Initiative. Dabei liegt der Fokus nicht auf Sach- oder Geldspenden, im Mittelpunkt stehen konkrete Maßnahmen. Praktika werden angeboten, gemeinsam Sport getrieben, Deutschkurse organisiert. Jedes Unternehmen überlegt sich selbst, welche Wege es einschlagen möchte. Die Selbstverpflichtung wird in einem „Patenschaftsversprechen“ auf der Plattform veröffentlicht. Ziel der Initiative ist es, schnell zu wachsen, um viele unterschiedliche Konzepte der Integration von Geflüchteten veröffentlichen und zur Nachahmung anbieten zu können. Zuspruch ernten die Organisatoren von den Medien, anderen Unternehmen, Verbänden und Privatpersonen. Einige Unternehmen führen mit ihrem Beitritt in die Initiative das weiter, was ihre Mitarbeiter bereits letzten Herbst vorgelebt haben, indem sie als Ehrenamtliche in ihrer Freizeit wertvolle, zivilgesellschaftliche Arbeit geleistet haben. So betreuten bei der Deutschen Post mehr als 10.000 Mitarbeiter ehrenamtlich Schutzsuchende in Deutschland.

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Sport hilft bei der Integration – ob wie hier aktiv oder als Job in Industrie oder Handel.

Adidas ist für den Sport dabei: Die Unternehmensgruppe Adidas möchte dieses Engagement unterstützen, indem sie dieses Jahr, jeden der rund 5.000 Mitarbeiter drei Tage für ehrenamtliche Tätigkeiten freistellen wird. Zusätzlich wird das Unternehmen für ca. 30 Geflüchtete Kurzpraktika anbieten. So können sie erste Erfahrungen im Einzelhandel und in den Logistikzentren sammeln. Um all diese Maßnahmen und die freiwilligen Helfer in der Flüchtlingseinrichtung am Unternehmenssitz in Herzogenaurach koordinieren zu können, hat das Unternehmen für drei Jahre eine Stelle geschaffen. Im Moment arbeitet man bei Adidas am Aufbau all dieser Aktivitäten. Dass mit der Wirtschaftsinitiative keine deutschlandweite Lösung für die Flüchtlingskrise möglich ist, ist auch den Verantwortlichen bei Adidas klar. Aber sie kann ein Baustein und zugleich ein Appell an alle sein, „sich der historischen Herausforderung zu stellen und Verantwortung zu übernehmen, jeder nach seinen Möglichkeiten. Es geht darum, konkrete Integrationsmöglichkeiten für den Einzelnen zu schaffen, Gemeinsamkeiten mit den Menschen aus anderen Kulturkreisen zu finden und Unterschiede, die unsere Gesellschaft auch bereichern und nach vorne bringen können, zu entdecken“, heißt es dazu im Adidas-Patenschaftsversprechen. Man möchte mit dieser Patenschaft ein Zeichen dafür setzen, dass Deutschland ein tolerantes und offenes Land ist, und gleichzeitig ein gemeinsames und motivierendes Signal für Integration, Mitmenschlichkeit und Toleranz senden. Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der Adidas Group, erklärt die Bedeutung des Sports als wichtiger Baustein für die Integration von Geflüchteten in einem Interview auf N24 am 24. Januar: „Es passiert auf Vereinsebene gerade unheimlich viel … Ich glaube, dass der Sport da eine unheimliche Kraft entwickeln kann, aber auch eine Aufgabe hat, das zu machen. Wir sehen das ja heute in der Bundesliga. Das ist ja Integration pur.“

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Sie wollen bei der Initiative „Wir zusammen“ mitmachen? Hier gibt es weitere Informationen:

- Wer sich an der Initiative beteiligen möchte, findet auf der Internetseite unter dem Button „Aktiv werden“ eine Informationsmappe mit allen Details: wir-zusammen.de/user/pages/04.aktiv-werden/_25-content/Informationmappe.pdf?g-293d85e8.

- Sie wollen Geflüchteten eine berufliche Zukunft geben, kennen sich aber im Paragraphendschungel nicht aus: Die Bundesagentur für Arbeit hat eine eigene Internetseite (arbeitsagentur.de) dafür eingerichtet. Unter der Überschrift „Beschäftigung von geflüchteten Menschen“ kommt man direkt dorthin.

- Einen Leitfaden für Unternehmen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e.V. (DIHK) mit dem Titel „Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung" gibt es als Download auf der Seite dihk.de/presse/meldungen/2016-01-08-dihk-leitfaden-fluechtlinge.

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 05 / 2016