Produkt-Piraterie: Adidas schickt Liebesgrüße nach Moskau
10.03.2011
Die Drei-Streifen-Marke mag nicht mehr länger zusehen, wie ihr berühmtes Logo in Russland illegal missbraucht wird. Produktkopien und Marken-fälschungen sind keine Neuigkeit zwischen Sankt Petersburg und dem Pazifik, wo Flohmärkte und inoffizielle Geschäfte einen guten Marktanteil für sich reklamieren. Eher neu ist, dass sich inzwischen auch offizielle und etablierte Händler von den drei Streifen inspirieren lassen. Adidas geht nun gegen zwei Schuhhändler gerichtlich vor. Von Centrobuv verlangen die Franken nun Schaden-ersatz von umgerechnet etwa 125.000 EUR. Einem weiteren Schuhhändler, Alba, geht es ebenfalls an den Kragen. Alba produziert selbst Schuhe, die nach Ansicht von Adidas mit den eigenen drei Streifen entweder identisch oder zumindest verwirrend ähnlich sind.Mit Centrobuv, einer Kette mit 335 Geschäften, streitet sich Adidas schon seit zwei Jahren, denn dieser Händler hatte seinerzeit für seine eigene Marke Centro diagonal verlaufende Streifen verwendet. Seinerzeit wurde die Ware konfisziert, aber die Kette kam bei einem Moskauer Schiedsgericht mit einer minimalen Strafe von etwas mehr als 700 EUR davon, obwohl Adidas mehr als 61.000 EUR verlangt hatte. Übrigens war Centrobuv mit dieser marginalen Geldbuße selbst nicht einverstanden und ging mehrfach in Berufung, die regelmäßig abgelehnt wurde.
Adidas war seinerseits mit der richterlichen Entscheidung unzufrieden und nimmt den Fall wieder auf, zumal der russische Händler als Wieder-
holungstäter agiert. Die Drei-Streifen-Marke, die in Russland als führend gilt, hat schon seit längerem ihre Müh und Not in einem Markt, der bei Schuhen und Bekleidung offenbar zu 50% aus Fakes besteht. Seit 2008 hat Adidas in nicht weniger als 40 Fällen die Anwälte bemüht, doch beim Streit mit Centrobuv und Alba handelt es sich erstmalig um eine Auseinandersetzung mit offiziellen und grundsätzlich regulär arbeitenden Ketten.
Wie es heißt, haben sich nach der Wirtschaftskrise der russische Sportartikel-Markt insgesamt und damit Adidas gut entwickelt. Im letzten Quartal soll der Marktführer wieder zweistellig gewachsen sein.
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