Merrell geht mit Vibram barfuß
04.08.2010
Für Merrell, Vibrams größten Einzelkunden, hat der italienische Sohlenspezialist nun eine besonders dünne Sohle entwickelt, die in einer kommerzielleren Kollektion zum Einsatz kommen soll als die hauseigene FiveFinger-Linie.
Aus dem Management von Wolverine World Wide heißt es, dass die neue „Barfußkollektion“ der Tochtermarke Merrell im Frühjahr 2011 auf den Markt kommt und besonders die Running- und Outdoor-Spezialisten im Handel ansprechen soll. Die Linie beinhaltet Trail-Running-Schuhe, aber auch Modelle für Yoga und Walking.Merrells neue Kollektion hört auf das Motto „Lass Dich von Deinen Füßen führen“, geleitet von dem Gedanken, dass der Fuß für Halt und Schock-
Absorption sorgt. Das Konzept wurde unlängst von Jim Zwiers, Präsident von Wolverines Outdoor-Gruppe, auf der Schuhmesse FFANY vorgestellt.
Es wird auch auf der OutDoor in Friedrichshafen gezeigt. Der weltweite Absatz von FiveFinger-Schuhen stieg 2009 im dreistelligen Prozentbereich und kam auf fast 1 Million Paar. Für 2010 wird ein weiterer Zuwachs auf 1,5 Millionen Paar erwartet, wobei allerdings 80% der Umsätze in den USA stattfinden. Dort vermarktet Vibram FiveFingers über seine eigene Niederlassung, die von Tony Post, einem früheren Rockport-Manager geleitet wird.
In Europa entwickelten sich die FiveFingers um 30 bis 40% nach oben und kamen auf fast 100.000 verkaufte Paar. Das Hauptgeschäft in Europa wickelt der italienische Sandalenspezialist Aicad ab, der auch die eigene Brand Lizard vermarktet.
Barfuß-Trend treibt Vibrams Umsatz an
Der Erfolg der FiveFingers trug dazu bei, dass Vibrams Umsatz im letzten Jahr um 7% stieg und ein leichtes Minus im Outdoor-Segment ausgeglichen werden konnte, das durch die allgemein schwierige wirtschaftliche Situation zu erklären ist. Der Umsatz kletterte auf 110 Mio. USD; darin enthalten sind die weitgehend stabilen Erlöse in Höhe von 30 Mio. USD, die auf das Konto der Lizenznehmer in den USA und in Brasilien gingen. Auch für das laufende Jahr geht das Management von einem Umsatzplus für das Familienunternehmen aus. Dabei legt Vibram allerdings mehr Wert auf die Qualität der Produkte als auf quantitative Fortschritte.
Tatsächlich war die Eröffnung des Vibram Technological Center in der Region von Guangzhou/China im vergangenen Jahr weniger erfolgreich im Generieren von Neukunden. Stattdessen fanden die Entwickler von Vibram, Merrell und anderen Marken ein besseres und komfortableres Umfeld vor als in den Fabriken, in denen ihre Schuhe produziert werden. Auf der 45.000 qm großen Fläche befinden sich unter anderem ein Hotel und ein Schwimmbad.
Technologiezentrum in China wächst und gedeiht
Das Hauptquartier am Flughafen Malpensa bei Mailand ist mit rund 220 Beschäftigten immer noch der Brennpunkt von Vibrams Entwicklung und Produktion. Doch wurde die Zahl der Mitarbeiter am chinesischen Standort von anfangs 60 auf aktuell rund 130 Angestellte hochgeschraubt. 300 weitere Leute arbeiten bei Quabaug, dem US-Lizenznehmer, sowie 20 bei Vibrams eigener Niederlassung in den USA. Markenaufbau, Qualität, Innovation und Service stellen die vier Säulen des Unternehmens dar, das seit März 2007 von Adriano Zuccala geführt wird. Marco Bramani aus der Gründerfamilie ist ebenfalls im Management und beschäftigt sich mit Produktentwicklung und der grundsätzlichen Strategie. Seine Schwester Silvia kümmert sich um Arbeitsschuhe und den Schutz intellektueller Rechte.
Der Großteil der jährlich rund 35 Millionen Paar produzierter Sohlen kommt nach wie vor an Wanderschuhen zum Einsatz. Kunden wie La Sportiva oder Scarpa verwenden gerne Exklusivmodelle für einige Jahre, bevor sie auch anderen Marken zur Verfügung stehen. Neuerdings stellt Vibram seine Mailänder Zentrale auch Kunden wie Salewa oder Garmont zur Verfügung, damit diese dort ihre internationalen Sales-Meetings abhalten können.
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