Hanwag

Intersportler machen sich für die Zukunft fit

In Spanien und Dänemark wächst der Druck auf die dortigen Intersport-Genossenschaften, sich eine „kapitalistischere“ Struktur zu verpassen.

Auf der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung entschied eine überwältigende Mehrheit der anwesenden spanischen Genossen, aus dem Verband eine Organisation von zwei getrennten Firmen zu machen. Die eine zu gründende Gesellschaft soll die Vermögenswerte der bisherigen Genossenschaft verwalten, die andere soll sich ausschließlich um den Einkauf kümmern.
Beide Firmen werden Eigentum der Mitglieder sein, über die Gewichtung der Gesellschaftsanteile muss jedoch noch beraten werden. Spanien folgt damit gewissermaßen dem Modell von Kapitalgesellschaften, das bereits bei den Intersportlern in Norwegen, der Schweiz, Finnland und Italien existiert. Die rot-blauen Iberer versprechen sich von der Umstrukturierung einen verbesserten Zugang der angeschlossenen Händler zu Bankkrediten, optimierte Einkaufskonditionen sowie einfachere Entscheidungsprozesse im Marketing und anderen Aufgaben der Zentrale. Die neue Struktur soll bis Anfang 2011 stehen. Gegenwärtig gibt es in Spanien 110 Intersportler, die 328 Geschäfte betreiben.
Eine besonders einfallsreiche Kons-truktion könnte es künftig bei der Intersport Dänemark geben. Der Plan sieht vor, dass drei führende Mitglieder, OBI Sport, B’Gild Sport und HC Sport, mit der Zentrale fusionieren. Die drei Schwergeschichte mit einem Außenumsatz von über 67 Mio. EUR repräsentieren rund 40% des Gesamt-umsatzes aller dänischen Genossen. Die übrigen 60 Mitglieder sollen anteilsmäßig Gesellschafter des Verbandes und Besitzer ihrer Geschäfte bleiben. Über die Machbarkeit dieses Vorschlags sollen die dänischen Genossen im September beraten.
Der Schachzug könnte als Kompromiss gegenüber früheren Plänen interpretiert werden, unseren nördlichen Nachbarn eine neue Aufstellung zu verpassen: Vor zwei Jahren verkaufte Intersport Dänemark die meisten ihrer Vermögenswerte an Arev, einen isländischen Investmentfond. Arev, so die kühne Strategie, sollte darüber hinaus den Verband insgesamt, das heißt inklusive der Geschäfte übernehmen. Zudem stellte man sich eine Elefantenhochzeit vor, die Intersport und Sport Danmark, den dänischen Arm der Sport 2000 International, unter ein Dach packen sollte. Aus dem Vorhaben wurde allerdings nichts, das ehrgeizige Vorhaben scheiterte an der sich seinerzeit schnell ausbreitenden finanziellen Aschewolke.
 

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