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Intersport International geht auf dem Nil vor Anker

Die rot-blaue Händlergemeinde wagt den Sprung nach Afrika: Erstmalig vergibt Intersport International Corporation (IIC) eine Lizenz auf dem Schwar­zen Kontinent.

Auf nicht-exklusiver Basis wird die Familie Azzam in Ägypten Intersport-Geschäfte öffnen. Das ägyptische Unternehmen betreibt bereits zwölf Sportläden in Kairo und Alexandria, die unter verschiedenen Namen firmieren. Diese Shops sollen nun in Intersport-Geschäfte umgewandelt werden. In den nächsten Jahren sollen weitere zehn Geschäfte mit größeren Flächen zwischen 500 und 1000 qm Verkaufsfläche entstehen.
Der Azzam-Deal ist insofern ungewöhnlich, als Intersport International weltweit zum ersten Mal eine nationale Lizenz nicht exklusiv vergibt. Offenbar ist das als erster Test für den Eintritt in ein Schwellenland gedacht, in dem ein weiterer Händler die Möglichkeit bekommen soll, die Marke Intersport zu entwickeln. Ein ernstzunehmender Kandidat für eine zweite Lizenz ist Al-Futtaim, Intersports Partner im Nahen Osten, der unlängst die ersten zwei Läden in Saudi-Arabien aufmachte.
Auch im Fernen Osten gibt Intersport Gas: Am 3. September feierte Lizenznehmer LG Fashion Premiere mit dem ersten Flagship-Store in Seoul. Zwar betreibt LG Fashion bereits zwei Geschäfte in Korea, aber aus deren Öffnung machte die Gruppe kein großes Aufhebens. Vielmehr handelte es sich dabei um Testläden, um zu schauen, wie die koreanischen Konsumenten auf das spezifische Intersport-Angebot reagieren.
Mit einer Bruttofläche von fast 6000 qm (netto knapp über 4000 qm) zählt der Superstore in Seoul zu den größten Intersport-Geschäften weltweit. Das größte Sportgeschäft Koreas ist vermutlich auch das größte in ganz Asien – mit Ausnahme der Décathlon-Geschäfte. Anders als beim französischen Filialisten ist der Eigenmarken-Anteil des koreanischen Intersportlers eher gering. Dies hängt damit zusammen, dass die dortigen Verbraucher andere Farben und Größen gewohnt sind. Schrittweise will IIC ihr Eigenmarken-Angebot auf koreanische Bedürfnisse zurechtschneiden, um den Anteil der eigenen Ware auf rund 25% anzuheben.
LG Fashion plant, bis zum Ende nächs­ten Jahres die Zahl der Läden auf der Halbinsel auf acht oder neun zu erhöhen. Das koreanische Unternehmen gilt darüber hinaus als Kandidat, um die rot-blaue Fahne auch über China wehen zu lassen, wobei allerdings IIC andere Optionen nicht ausschließen will.

Erst Korea, dann China und am Ende Indien
Nach Angaben von IIC-Chef Franz ­Julen wurde Korea als Einstieg in die asiatische Region gewählt, da der dortige Markt dem europäischen recht ähnlich – weil funktionsgetrieben – ist. Aus diesem Grund sind die nächsten
Lizenzvergaben für Taiwan, Hongkong und Singapur geplant, wo eine vergleichbare Situation besteht. Danach stehen eher modeorientierte Märkte wie China auf dem Plan. In einem dritten Schritt könnten Indien, Australien und Neuseeland folgen. Die Marschrichtung lautet, der Intersport-Familie pro Jahr je einen Markt im asiatisch-pazifischen Raum hinzuzufügen. Innerhalb der nächsten zehn Jahre wollen die Genossen in zehn Ländern der Region mit 500 bis 600 Verkaufsstellen vertreten sein, die einen Einzelhandelsumsatz von 1 Mrd. USD einspielen sollen.

 

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