IIC legt kräftig zu und organisiert die Beschaffung neu
07.02.2011
Nach vorläufigen Abverkaufszahlen konnten die Händler, die unter dem Dach der Intersport International Corporation (Ostermundigen) organisiert sind, im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von mehr als 5% realisieren. Dabei profitierten die Händler von einem zweistelligen Zuwachs bei den Eigenmarken. Besonders gut lagen die Organisationen in Deutschland, Österreich, Kanada, Frankreich, Slowenien, Kroatien und Skandinavien im Rennen. Nach Produktkategorien bereiteten vor allem Outdoor, Running, Fußball, Fitness und Wintersport viel Freude. Unterm Strich erwirtschafteten die Intersportler weltweit zwischen 9,7 und 9,8 Mrd. EUR inklusive Mehrwertsteuer.Dank Fußball und kaltem Wetter in Topform
Die Fußball-Weltmeisterschaft und das kalte Wetter in der Spätphase des letzten Jahres in weiten Teilen Europas waren ein starker Faktor bei der Geschäftsentwicklung. Das Fußball-Segment erreichte ein Rekordniveau und legte gegenüber 2009 um 12% zu. Mit einem Volumen von 880 Mio. EUR lag die Kategorie über den Werten von vor zwei bzw. vier Jahren und unterstrich die Marktführerschaft der Intersport in diesem Bereich.
Outdoor-Produkte legten in den meisten Ländern einmal mehr zweistellig zu, wobei die Eigenmarke McKinley ihre Führungsrolle im Private-Label-Programm der Gruppe bestätigen konnte. Gleichzeitig konnten starke Industriemarken wie The North Face, Salomon, Mammut und Jack Wolfskin ihre Position in den Intersport-Läden ausbauen. Das i-Tüpfelchen auf dem Geschäftsverlauf im Jahr 2010 war allerdings das Business mit Wintersport-Artikeln. Dieses Segment kletterte im November um 11% und im Dezember um 13% im Vergleich zu den Vorjahres-Monaten. IIC-Chef Franz Julen bewertet diesen Umsatzsprung als den besten Winterstart in Europa seit mindestens 40 Jahren.
Kurskorrekturen stehen bei den Eigenmarken an, deren Ausbau Julen in erster Linie als Reaktion auf die Expansion der Mono-Marken-Geschäfte von Seiten der Industriemarken betrachtet. Dessen ungeachtet bleiben gute Beziehungen zu den Schlüsselmarken der wichtigste Aspekt der Intersport-Strategie, zumal das Geschäft mit diesen Marken für mehr als 80% des Gesamtumsatzes steht. Mit Blick auf manche Verbundgruppen, die nur nach Verbesserung der Margen für die angeschlossenen Händler trachten, betont Julen, dass Intersport nach engen Partnerschaften mit den Marken sucht, um Marketing- und Verkaufsunterstützung im Austausch mit besseren Konditionen, die frühzeitige Einführung neuer Produkte und die Entwicklung von Sondermodellen zu erhalten.
Intersport kommt zu dem Ergebnis, dass das Geschäft mit Eigenmarken unter anderem dadurch profitierte, dass sich die Endverbraucher dadurch Geld sparen können. Neben McKinley konnten auch andere Exklusivmarken wie Energetics und Pro Touch in den vergangenen Jahren substantiell zulegen. Nach Warengruppen verweist Julen ausdrücklich auf die positive Entwicklung bei Winter-Hartware und –Textilien sowie Running- und Outdoor (jeweils Schuhe und Bekleidung).
Beim starken Abverkauf von Private Labels wurden die Händler durch große Investitionen in die Produktentwicklung und in die eigenen Beschaffungsbüros in China unterstützt. Wegen Kurzarbeit und reduzierter Kapazitäten in chinesischen Fabriken lieferten einige Marken im letzten Herbst mit Verspätung. Intersport platzierte ihre Orders für Herbst/Winter 2010/11 dagegen so rechtzeitig, dass mehr als 80% ihrer Exklusivware rechtzeitig oder schlimmstenfalls mit einer Verspätung von zwei Wochen die Geschäfte erreichte.
Reduktion des Sourcings von Eigenmarken aus China geplant
Julen gibt sich zuversichtlich, dass die Frühjahrs-Kollektionen der Eigenmarken pünktlich in Europa einträfen, da 90% der Ware bereits vor dem chinesischen Neujahrsfest (3. Februar) aus chinesischen Häfen ausgelaufen sei. Der IIC-Chef ist allerdings weniger optimistisch, was die darauf folgenden Saisons aufgrund der wachsenden Sourcing-Probleme hinsichtlich der Kosten, der Wechselkurse und der mangelnden Arbeitskräfte in China anbelangt. Aus diesen Gründen hat Intersport International die strategische Entscheidung getroffen, künftig nur noch 50 statt gegenwärtig 75% ihrer Exklusivware in China machen zu lassen. Als Ersatz hat IIC nun Beschaffungsbüros in Bangladesch und Indien eingerichtet und sucht nach weiteren Produktions-Ressourcen in Osteuropa.
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