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Heimische Marken profitieren von Pumas Spanien-Misere

Joma und Kelme, die spanischen Lokalmatadore, scheinen von den spezifischen Schwierigkeiten zu profitieren, die Puma derzeit bei der Etablierung seiner iberischen Tochter durchlebt.

Joma strebt für dieses Jahr ein 20%-iges Wachstum an, während Kelme sogar mit einem Schub um 50% auf 12 Mio. EUR rechnet, wovon 60% am spanischen Heimatmarkt eingespielt werden. Wie berichtet (SFH Ausgabe 5/2010, S. 11), gründete Puma zu Jahresbeginn ein Tochterunternehmen, um das Heft bei den Iberern selbst in die Hand zu nehmen und sich vom bisherigen Vertreiber Estudio 2000 nach langjähriger Zusammenarbeit zu verabschieden. Der Loslösungsprozess stieß aber gleich zu Jahresanfang auf Wiederstand bei Estudio 2000, welches zwar nicht (mehr) die Markenrechte an der fränkischen Raubkatze hält. Andererseits war zwischen den Ex-Partnern nicht vollständig geklärt, inwieweit der bisherige Vertrieb einen Anspruch auf Vertragsverlängerung hätte, nachdem der bisherige Distributions-Deal zum Ende letzten Jahres ausgelaufen war.
Die Folge war eine gewisse Unruhe im Handel, der den Zwist mit Orderzurückhaltung quittierte und erst einmal Rechtsklarheit und das Ende der Rauferei forderte. Entsprechend wurde im Frühling ein Schiedsgericht angerufen. Der Ausgang der Sache, in der es offenbar weniger um den Rechtsstreit an sich, sondern eher um das harte heraus handeln von Abfindungen geht, dürfte für Puma kostspielig werden: Im Gespräch ist eine Summe von 98 Mio. EUR, die Estudio unter anderem für die Abfindung eigener, nicht mehr benötigter Mitarbeiter verwenden will. In der spanischen Fachpresse steht zu lesen, dass Estudio im vergangenen Jahr einen Umsatz von 80,14 Mio. EUR, also 20% weniger als 2008 erzielte.

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