Die ABC Group gibt das Tempo im europäischen Outdoor-Handel vor
02.02.2011
Die ABC Group, bestehend aus den Ketten A.S. Adventure in Belgien, Bever in den Niederlanden und Cotswold Outdoor in UK, konnte im letzten Jahr ihre Führungsrolle in Europas Outdoor-Spezialhandel bestätigen. Ihre Umsätze erreichten das Niveau von 291,1 Mio. EUR – beeindruckende 22% mehr als im Vorjahr. Der sehr hohe Zuwachs beinhaltet eine Reihe von Shop-Eröffnungen, doch auf Basis vergleichbarer Fläche kletterten die Umsätze dank des Wetters und einiger strategischer Investitionen dennoch um 7,8%. Auch wenn die letzten Zahlen der wichtigsten Konkurrenten noch nicht veröffentlicht sind, dürfte die ABC weiterhin die Spitzenposition in Europa einnehmen: Blacks Leisure, die britische Kette, meldet für die zehn Monate von März bis Dezember 2010 einen Umsatz von über 210 Mio. EUR; für das Gesamtjahr dürfte Blacks allerdings nicht viel mehr als etwa 262 Mio. EUR erreichen. Globetrotter schaffte im letzten Geschäftsjahr, das im Februar 2010 endete, 225 Mio. EUR.Satter Vorsprung gegenüber den Rivalen
Die ABC-Ergebnisse sind umso beeindruckender, wenn man den Versandhandel heraus rechnet: Globetrotters Online- und Katalogumsätze allein beliefen sich im letzten Geschäftsjahr auf 98 Mio. EUR im Vergleich zu den übersichtlichen 7,3 Mio. EUR der ABC-Gruppe, die nur circa 2,5% des Gesamt-Umsatzes ausmachen. Den Löwenanteil machte dabei das Internet-Geschäft von Cotswold Outdoor mit rund 6,5 Mio. EUR aus.
Mit 126,7 Mio. EUR und einem Wachstum um 24,4% steuerte A.S. Adventure unverändert den größten Anteil bei. Die belgische Kette erhöhte ihre Zahl an Geschäften um fünf auf 38, zu denen drei Mono-Marken-Shops für The North Face und zwei Multi-Brand-Geschäfte in Luxemburg gehören. Die A.S.-Adventure-Läden sind verhältnismäßig groß; ihre Fläche variiert zwischen 1500 und 3000 qm. Das Filialnetz erscheint auf den ersten Blick für ein kleines Land wie Belgien verhältnismäßig dicht; gleichwohl sieht die ABC-Gruppe ein Potenzial für bis zu 50 Geschäfte.
Es ist bemerkenswert, dass A.S. Adventure im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 10,6% bei vergleichbarer Fläche hinbekam. Damit fahren die Belgier die Ernte der Investitionen in eine verbesserte Logistik ein. Ein neues Lager stellt sicher, dass die am Nachmittag bestellte Ware die Filialen am nächsten Tag erreicht. Das erhöht die Effizienz der Warenwirtschaft der Kette deutlich.
Die Briten von Cotswold Outdoor legten einen noch schnelleren Gang ein, indem sie um zwölf auf 58 Stores aufstockten. Das brachte einen Anstieg im Verkauf um 21,8% auf etwas mehr als 106 Mio. EUR ein – auf Grundlage vergleichbarer Fläche waren das allerdings nur 1,35% Zuwachs. ABC Group geht davon aus, dass 100 Läden im Vereinigten Königreich eigentlich kein Problem wären, und plant für 2011 zwölf neue Shops auf der Insel.
Runderneuerung für den „holländischen Biber“
Bever, die niederländische Dépendance von ABC, kletterte um 10,4% und schaffte 60,7 Mio. EUR – bei vergleichbarer Fläche legte der „Biber“ um 5,8% zu. Im vergangenen Jahr betrieb die Kette in den Niederlanden 35 Läden (darunter einen Shop für The North Face sowie drei Neueröffnungen auf verhältnismäßig kleiner Fläche). Für die zweite Hälfte dieses Jahres sind zwei weitere Stores geplant, aber Bever konzentriert sich vor allem auf eine komplette Neueinstellung seines Gewerbes.
Zunächst runderneuerte die Kette ihr Erscheinungsbild dadurch, dass der traditionelle Zusatz „Zwerfsport“ aus dem Namen flog. Außerdem wurde der Biber im Logo etwas aufpoliert. Noch wichtiger ist die generelle Neugestaltung der Geschäfte nach dem Modell der Renovierung in Nimwegen, die erst vor einigen Wochen stattfand. Während das Angebot bei Bekleidung, Schuhen und Hartware im Wesentlichen unverändert bleiben soll, planen die Niederländer eine Begrenzung der Exklusivmarken auf einen Anteil von 12%. Gleichzeitig wurde in den Look der Shops investiert, damit die Läden heller und geräumiger wirken. Dafür wurde und wird noch in diesem Jahr kräftig Geld investiert, um die Geschäfte lebendiger und sauberer zu gestalten. Anscheinend hat sich das Investment in Nimwegen bereits gelohnt, wo in den letzten Wochen der Umsatz-Zuwachs um 20% höher lag als in anderen Bever-Stores.
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