China lässt sich nichts gefallen
22.04.2010
Die Anti-Dumping-Zölle auf Lederschuhe aus China und Vietnam, die von der Europäischen Union unlängst um 15 weitere Monate verlängert wurden, passen der Sportbranche nicht – und den Chinesen schon gar nicht.
Die chinesische Regierung hat deshalb unlängst bei der Welthandels-Organisation (WTO) formell um ein Schlichtungsverfahren um den Streit über den 16,5%-Zoll gebeten.Peking leitete diese Maßnahme nach der Weigerung der Europäischen Kommission ein, selbst die Fairness dieser rotektionistischen Zölle zu überprüfen. Es ist bereits das zweite Mal, dass China den Gang zur WTO antritt, nachdem es sich bereits im vergangenen Jahr über die Vereinigten Staaten wegen Schutzzöllen in der Metallbranche geärgert hatte.Die chinesische Regierung steht auf dem Standpunkt, dass es der Entscheidung des Europäischen Rates kurz vor Weihnachten, die Anti-Dumping-Zölle aufrecht zu erhalten, an Fairness und Transparenz fehle. Die Europäische Kommission weist diese Vorwürfe zurück.
Gleichzeitig prüft Peking die Möglichkeit, seine Währung, den Yuan, neu zu bewerten. Dies könnte zu erheblichen Preissteigerungen führen, da der Export von Sportartikeln in der Regel in amerikanischen Dollars abgerechnet wird. Die Kostenspirale für Produkte „made in China" dreht sich ohnehin nach oben: Dabei spielt neben anderen Faktoren insbesondere die Verkürzung der Arbeitszeiten in chinesischen Fabriken eine wesentliche Rolle.
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