Acushnet-Bosse stehen mehr auf Hochprozentiges als auf Golf
14.01.2011
Der Vorstand von Fortune Brands hat einen Vorschlag angenommen, das komplette Angebot des Investors auf neue Füße zu stellen: Die Mutter von Golfkönig Acushnet möchte ihre drei Unternehmens-Schwerpunkte Golfartikel, Spirituosen sowie Heim- und Sicherheitsprodukte künftig getrennt führen und/oder an die Börse bringen. Der Alkohol (Jim Beam und andere) dürfte dabei weiterfließen – wenn auch in einer unabhängigen Firma, die öffentlich gelistet werden könnte. Das Geschäft mit Heimmöbeln und entsprechenden Sicherheitslösungen soll separat den Anlegern angeboten und getrennt geführt werden. Für das Golf-Equipment ist gleich der komplette Verkauf dieser Sparte denkbar.Acushnet mit seinen Marken Titleist und Footjoy gilt Schätzungen zufolge als größter und profitabelster Golfausrüster der Erde mit einem jährlichen Umsatz von rund 1,2 Mrd. USD. Der grüne Riese entstand bereits 1910 und verkaufte bereits 1935 die ersten Golfbälle. Fortune Brands kaufte Acushnet 1976 und fügte dem Golf-Imperium die führende Schuhmarke Footjoy neun Jahre später hinzu. Acushnet verabschiedete sich im vergangen Jahr von Cobra Golf und veräußerte dieses Schlägergeschäft an Puma.
Analysten spekulieren, dass Acushnet etwa 1,1 Mrd. USD wert sei. Diese Schätzung dürfte aber überzogen sein, da der gesamte Golfsektor nicht gerade ein Wachstums-Segment darstellt und sich Acushnet in der Mitte eines Patentstreits mit Callaway über Golfbälle befindet.
Als Architekt hinter der Neusortierung von Fortune Brands wird William
Ackmann und seine Firma Pershing Square Capital vermutet, die mit 10,9% den größten Einzelaktionär an For-
tune Brands darstellt. Es steht zu vermuten, dass das Geschäft mit Whisky deutlich Rendite-stärker als das Golf-Business ist. Der Rückzug aus anderen Sparten wie Golf könnte Ackmann einen höheren Anteil am lukrativeren Kerngeschäft mit Spirituosen und Wein bescheren, das Fortune Brands bislang einen Umsatz von rund 2,5 Mrd. USD einbrachte.
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