Hanwag

Kailas hängt an Produkten „Made in Germany“

Kailas, der schnell wachsende chinesische Outdoor-Anbieter, machte auf der jüngsten Messe Asia Outdoor in Nanjing eine ungewöhnliche Ankündigung: Die Marke wird im nächsten Jahr in das Geschäft mit Kletterseilen einsteigen, die allerdings nicht in Asien, sondern in Europa produziert werden.

Als Hersteller grüßt Edelrid, ein Unternehmen, das zur Vaude-Gruppe gehört, mit der Kailas ohnehin schon eine strategische Partnerschaft unterhält.

Baggio Zhong, Gründer und Inhaber von Kailas, präsentierte auf der Messe die erste Vaude-Kollektion, die speziell für den chinesischen Markt von beiden Marken gemeinsam entwickelt wurde. Bereits auf der letzten Ispo in Peking im Frühjahr hatten beide Firmen eine langfristige Kooperation vereinbart. Dabei zählt nicht nur der Vertrieb der deutschen Marke im Reich der Mitte. Gleichzeitig geht es um eine Produktentwicklung, die den unterschiedlichen Geschmacks- und Farbvorstellungen sowie Größen und Schnitten des fernöstlichen Landes Rechnung trägt.
Zhong erläuterte, dass 40% der gesamten Kollektion und mehr als 50% der Bekleidungslinie der chinesischen Interpretation des deutschen Angebots unterliegen. Dabei sind einige Teile gewissermaßen Anpassung bestehender Teile, andere sind komplette Neuentwicklungen. Die fleißigen Produktentwickler lieferten insgesamt ungefähr 380 neue Styles ab; einige Muster erreichten die Messe in Nanjing buchstäblich erst am ersten Messetag. Zhong kündigte an, dass Kailas im nächsten Jahr auch die erste speziell chinesische Schuhkollektion der Marke Vaude anbieten wird, während das Unternehmen bereits damit begonnen hat, Meindl unter das asiatische Volk zu bringen.
Derzeit wird Vaude in weniger als 200 Geschäften in China angeboten, aber mit Hilfe der einheimischen Partner soll das Vertriebsnetz in den nächsten Monaten auf das Doppelte aufgestockt werden. In den kommenden drei Jahren soll mit dem deutschen Partner ein 
Umsatz von rund 20 Mio. EUR erreicht werden. Der letztjährige Erlös wurde nicht genannt, aber es hieß, Vaude sei um 30% gewachsen.
Beide Marken werden durch verschiedene Vertriebsteams verkauft, wobei die Preislagen einen weiteren Unterschied ausmachen. Das Preisniveau von Vaude liegt zu 50% über dem von Kailas. Dabei unterscheidet sich die Preisliste der Deutschen nur unwesentlich von der in anderen Ländern.
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