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JD und Sprinter: Die Briten erobern Spanien

JD Sports Fashion, der führende Sportmode-Händler in Großbritannien, macht sich in Spanien breit. Dies geschieht durch die Übernahme von Sprinter, einer Kette, die vorrangig im Süden und Westen Spaniens operiert. Insgesamt kontrolliert Sprinter 47 größere Geschäfte, die hauptsächlich in Andalusien und Valencia beheimatet sind. Die spanische Kette ist in vier verschiedene Unternehmen eingeteilt, die 2009 zusammengenommen einen Umsatz von 80 Mio. EUR und einen operativen Gewinn von 2,1 Mio. EUR erwirtschafteten. Auch wenn JD in den letzten Wochen eher schwach abschnitt, hatte das Unternehmen in den vergangenen Jahren verhältnismäßige Stärke in einem britischen Markt gezeigt, der für den Einzelhandel insgesamt sehr schwierig ist. Die relativ gute finanzielle Position von JD machte es möglich, dass sich die Briten zunehmend im Ausland umtaten. Vor zwei Jahren kaufte JD die französische Kette Chausport mit 75 kleineren Läden und legte im letzten April noch mal nach: Im Frühjahr übernahm JD die irische Kette Champion Sport mit 22 Geschäften in der Republik Irland und einem weiteren in Nordirland. Schon vor der Akquisition betrieb JD auf der Grünen Insel acht Geschäfte. Formal betrachtet, kauft sich JD in ein Joint Venture mit 50,1% ein. Die übrigen Anteile gehören der Familie ­Segarra, die Sprinter gründete, und der Familie Bernad, die an Sprinter schon seit 15 Jahren beteiligt ist.

Etappensieg für Puma in ­Spanien
Die Brüder Bernad wurden im letzten Jahr auch international für ihre Kontrolle über die partiellen Markenrechte an Puma durch ihre Firma Estudio 2000 bekannt, die der deutsche Anbieter vor Gericht kräftig angefochten hat. Estudio 2000 war zuvor Importeur und Lizenznehmer von Puma und wollte sich aus der Trennung ein wenig Geld genehmigen. Tatsächlich teilte ein Schiedsgericht den Bernad-Brüdern eine Kompensation in Höhe von 98 Mio. EUR zu – im Austausch mit den vollständigen Markenrechten für die Raubkatze an das deutsche Unternehmen. Die Entscheidung des Schiedsgerichts wurde nun – auf Antrag der Puma AG und ihrer spanischen Tochter, die im vergangenen Jahr gegründet wurde, – von einem Gericht in Madrid zurückgewiesen. Zwar ist die Summe von fast 100 Mio. EUR nicht mehr fix, aber Puma und Estudio 2000 müssen erneut in die Schlichtung – und das kann dauern.
Auch größere Mitbewerber von Puma mussten in Spanien schon kräftig Lehrgeld in Sachen Markenrechte zahlen. Nike traf sich noch bis um die Jahrtausendwende mit seinem früheren iberischen Partner Cidesport beim höchsten spanischen Gericht, um seine Rechte durchzusetzen. Teilweise ging es dabei sogar um die feinsinnige Unterscheidung zwischen Schuhen und Textilien. Auch Adidas musste hohe Summen löhnen, um sich seiner Markenrechte in Spanien ganz sicher zu sein, nachdem sich die Drei Streifen dort von ihren früheren Partnern getrennt hatten. Die Problematik geht zum Teil auf die Wirtschafts-Praktiken des 1975 verstorbenen Diktators Francisco Franco zurück, der die erfolgreichen Unternehmen des Landes mit beträchtlichen Privilegien ausstattete. Manche dieser Zugeständnisse sind bis heute nicht zu 100% ausgeräumt.
 

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