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JD Sports Fashion schluckt Blacks Leisure

JD Sports Fashion, eine führende Sport- und Modekette in Großbritannien, gab vor wenigen Tagen bekannt, dass sie die Assets von Blacks Leisure Group, Britanniens größtem Outdoor-Händler, sowie einige von dessen Tochterunternehmen übernommen hat. Der Kaufpreis beläuft sich auf 20 Mio. GBP (24,2 Mio. EUR). Die Schulden werden nicht übernommen. JD plant, alle 290 Blacks- und Millets-Geschäfte auf ihre Leistung hin überprüfen, um dann zu entscheiden, welche Läden langfristig weitergeführt werden sollen. Beide Handelsformate sollen als unabhängige Ketten innerhalb der JD-Gruppe ­geführt werden. Zudem sollen weitere Schritte unternommen werden, um ­Kosten zu reduzieren. Julia Reynolds, die Blacks seit einigen Monaten leitet, sowie weiteres Führungspersonal, werden von der neuen Besitzerin übernommen. JD war einer von vier Kandidaten, die Blacks unter der Bedingung kaufen könnten, dass der gebeutelte Händler in ein Insolvenz-Planverfahren marschiert. Schon Tage zuvor spekulierte die britische Tagespresse darüber, dass JD einer der möglichen Käufer sein dürfte. Angeblich war auch Sports Direct International (SDI) angesichts der veränderten Situation, die sich durch eine Insolvenz ergeben könnte, wieder im Bieterrennen. SDI sorgte bereits im Dezember für ein Wechselbad der Gefühle bei Mitbewerber Blacks, an dem SDI einen Minderheitsanteil hält. SDI, eine Megakette, die übrigens auch verschiedene Marken wie Dunlop, Slazenger, Donnay und Lonsdale kontrolliert, hatte in der Tat vor Jahresschluss ihre Anteile an Blacks auf 22,48% erhöht und öffentlich erklärt, dass sie am Kauf des Konkurrenten interessiert wäre. Nach sorgfältiger Prüfung sagte SDI allerdings wieder ab, so dass Blacks zunächst ohne Kaufkandidaten dastand. Bereits Anfang Dezember erklärte Blacks, dass das Unternehmen zum Verkauf stünde, nachdem die Umsätze einbrachen und die Aktionäre nicht bereit waren, frisches Kapital in die Firma hineinzuschießen. Die Frist für eine mögliche Übernahme lief am 22. Dezember aus, ohne dass Interessenten ein entsprechendes Angebot vorgelegt hatten. In den britischen Medien wurden verschiedene Unternehmen genannt, die Lust haben könnten, sich den gebeutelten Händler für wenig Geld unter den Nagel zu reißen. Aber keinerlei Angebote waren bis kurz vor Weihnachten öffentlich gemacht worden. Die in der Presse zitierten Namen gehören allesamt zur britischen Einzelhandels-Landschaft, darunter die Ketten Go Outdoors und Mountain Warehouse sowie Lion Capital. Diese Investment-Gruppe kontrolliert über die ABC-Gruppe den britischen Outdoor-Händler Cotswold sowie die führenden belgischen und niederländischen Händler in diesem Segment, AS Adventure und Bever. Bereits zuvor hatte SDI versucht, Blacks zu kaufen. Dieser Vorstoß scheiterte seinerzeit allerdings am Widerstand der Lieferanten, welche im Falle einer Übernahme Blacks nicht mehr beliefert hätten. Verschiedene Lieferanten auf der Insel sehen Sports Direct äußerst kritisch wegen dessen Discount-Politik und der mageren Warenpräsentation.
 

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