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Europa gewährt Online-­Handel neue Spielregeln

Das Europäische Parlament hat eine neue Maßnahme beschlossen, die beim Versandhandel über das Internet den Verbrauchern mehr Schutz gewährt und die Händler mit weiteren Auflagen belastet. Allerdings berücksichtigt die neue Direktive für Verbraucherrechte nicht die noch weiter gehenden Ansprüche von deutschen Abgeordneten. Die waren dahin gehend orientiert, dass Online-Händler in alle 27 Mitgliedsstaaten liefern und für
anfallende Retouren finanziell gerade stehen müssen. Das hätte besonders kleinere Händler hart getroffen – im Sporthandel und in anderen Branchen.
Die Direktive sieht ein Rückgaberecht innerhalb von zwei Wochen vor. Davon ausgenommen sind digitale Produkte wie beispielsweise Filme. Darüber hinaus dürfen Händler nicht mehr auf ihrer Internet-Seite vorgefertigte Kästchen ankreuzen, um dem Kunden weitere Kosten aufzuladen.
Die meisten Händler sind erleichtert, dass die ganz harten Auflagen nicht den Weg in die Direktive gefunden haben. Gleichwohl ist der Handel darüber nicht begeistert, dass die Kosten für Retouren unverändert beim Versender liegen bleiben.
Die Entscheidung des Europa-Parlaments wird zum Beispiel von der Vereinigung der französischen Internet-Händler (Fevad) heftig kritisiert: Sie berücksichtigt demnach nicht die individuelle Situation des Händlers. Die Probleme reichen vom Wohnsitz des Bestellers über die Wahl des Logistik-Partners bis zur Anzahl der Retouren. Fevad argumentiert, dass dadurch die durchschnittlichen Kosten, die der Verband regelmäßig publiziert, oftmals falsch sind und den Verbraucher irreführen. Die Direktive will ältere Gesetze der Nationalstaaten auf Europa-Ebene ersetzen, die den Aufstieg des Internets und des damit verbundenen Internet-Handels nicht ausreichend berücksichtigt haben. Dementsprechend sieht die EU den Konsumenten und dessen Rechte im aktuellen Gesetzeswerk unterrepräsentiert. Nach Informationen des Parlaments nutzen nur 7% der EU-Kunden die Chance, auch im Ausland – aber innerhalb der 27 Länder – online einzukaufen. Gegenwärtig kaufen 40% der Europäer im Internet Produkte und Dienstleistungen. Die neue Direktive muss noch vom EU-Ministerrat in diesem Juli genehmigt werden; die Mitgliedsstaaten haben zwei Jahre Zeit, um die Entscheidung auf nationaler Ebene umzusetzen.

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