Décathlon knutscht den schwedischen Elch
12.08.2011
Hatte sich der französische Filialist schon immer als so etwas wie den „Ikea der Sportartikel-Branche" gesehen, ist der Sprung Décathlons nach Schweden, der Heimat der günstigen Möbel und Teelichter, am Ende nur ein logischer Schritt.
Nach zwei Jahren Vorbereitung sind nun alle Verträge unter Dach und Fach, um die erste Décathlon-Filiale in Skandinavien zum Ende dieses Jahres zu öffnen. Der neue Superstore soll mit knapp 7000 qm das größte Sportgeschäft in Skandinavien überhaupt werden. Der Standort ist im Nordwesten von Stockholm in Nachbarschaft eines großen Supermarkts und einer Bauhaus-Filiale vorgesehen.Wie in anderen Regionen Europas auch, wollen die Franzosen in Schweden eine kritische Masse erreichen, die voraussetzt, dass vielleicht in den nächsten fünf Jahren zehn Fachmärkte entstehen sollen. Offenbar sind bereits weitere vier bis fünf Standorte in der Pipeline, unter anderem in Halmstad und in einem Einkaufszentrum unweit der schwedischen Hauptstadt in unmittelbarer Nähe zu einem Ikea-Store. Dort könnte mittelfristig auch ein Hauptquartier entstehen, das die gesamten Nordländer verantwortet. Der Plan ist gefasst, sich auch in anderen skandinavischen Ländern umzutun, wofür es auch ein eigenes Logistikzentrum bräuchte, um die noch zu gründenden Filialen in der Region optimal zu bedienen.Mit seinem umfassenden Programm an Eigenmarken könnte sich Décathlon zu einer Alternative zum führenden Sporthändler des Landes, Stadium, entwickeln. Der Markteintritt des französischen Riesenhändlers kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der begehrte schwedische Markt ohnehin Anbietern von außen öffnet, die teilweise eine harte Preispolitik fahren. Dazu gehört allen voran die norwegische Kette XXL Sport, die sich derzeit dynamisch in den Großräumen von Stockholm und Göteborg entwickelt. Eine interessante Fußnote stellt dabei der Umstand dar, dass Décathlon für eine Weile XXL Sport mit Fitnessprodukten der hauseigenen Marke Domyos versorgte. Diese Partnerschaft kam aber vor etwa sechs Jahren zum Erliegen. Décathlons Skandinavien-Projekt wird übrigens von Guido Monferrini geleitet, der dem Unternehmen schon lange angehört: Vor 19 Jahren öffnete er den ersten Store in Italien, in Bollate unweit von Mailand, und 1995 den „internationalen Campus" der Kette im französischen Lille. Nachdem er eine der regionalen Einheiten von Décathlon in Frankreich leitete, kümmerte er sich zuletzt um die Bekleidung des Private Labels Domyos.

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