Hanwag

China backt kleinere Brötchen

Auch am Wunderreich der Mitte geht die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung nicht spurlos vorüber: In der chinesischen Sportbranche werden bereits die entsprechenden Parolen ausgegeben, dass der Gürtel enger geschnallt werden muss.

Ein wichtiger Marktteilnehmer, Anta Sports, hat seine Handelskunden bereits informiert, dass die Zeichen am bislang stark wachsenden Markt auf Entschleunigung stehen.Anta Sports, einer der großen Teilnehmer am dynamischen Geschäft mit Sportartikeln in China, geht davon aus, dass die Umsätze seiner Handelspartner im dritten Quartal dieses Jahres nachgeben werden, begleitet von einer „flexibleren und entspannten“ Handhabung von Rabatten im Einzelhandel. Insgesamt bezeichnet Anta die Lage im chinesischen Geschäft mit Sportbekleidung derzeit als „Herausforderung“. Seit 2009 konnte Anta zwischen 600 bis 800 neue Verkaufsstellen pro Jahr öffnen, will aber seine Einzelhandel-Strategie bis Ende 2011 neu definieren, um der angespannteren Situation Rechnung zu tragen.
Andere Anbieter wie Belle International, Li Ning oder China Dong­xiang (Kappa) sehen das offenbar ähnlich und haben teilweise mit personellen Veränderungen im jeweiligen Top-Management reagiert, um sich für härtere Zeiten zu rüs­ten. So musste beispielsweise China Dongxiang in den ersten sechs Monaten mit einem Nettoumsatz-Rückgang von 45,1% kämpfen. Die ­Gewinne brachen gleich um 71,2% ein.
Auch Li Ning, wahrscheinlich die Nummer 2 am Markt hinter Nike und vor Adidas, musste Federn lassen. In der ersten Jahreshälfte gab der Umsatz um 4,8% nach, und der Zuwachs im dritten Quartal (30. September) wurde enttäuscht aufgenommen. ­Sowohl Li Ning als auch China ­Dongxiang entschlossen sich, nicht verkaufte Ware vom Handel zurückzunehmen.

 

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