Hanwag

Britische Krawalle sparen den Sporthandel nicht aus

Auch die großen Sportketten, die Läden in London und anderen britischen Großstädten unterhalten, wurden nicht vom Volkszorn verschont, der die Insel schon seit Wochen beschäftigt. Dabei steht der Verdacht im Raum, dass es bei den Übergriffen auf Sportgeschäfte nicht nur um den allgemeinen Aufstand ging, sondern auch um den Zweck an sich, was heißt, sich Ware zu sichern. Eines der prominentesten Opfer war die Kette JD Sports Fashion. 15 ihrer Läden wurden überfallen und zerstört. Der Schaden dürfte sich auf mehrere Millionen Pfund belaufen. Auch andere Sport- und Modegeschäfte waren betroffen, darunter die von Foot Locker. Blacks Leisure, der führende Outdoor-Händler in Großbritannien, steht auch auf der Liste derer, die Schaden hinnehmen mussten. Berichten zufolge, drangen Randalierer in einen Laden in London ein, zerbrachen die Schaufens­ter und stahlen in etwa 40% der Ware, darunter die von führenden Marken wie The North Face und Berghaus. In dem Fall war von der Polizei binnen zwei Stunden keine Spur, obwohl das Personal mehrfach bemüht war, Sicherheitskräfte zu erreichen.
Internet-Händler Activinstinct, einer der führenden Online-Anbieter des Landes, profitierte offenbar von den Unruhen, indem sich Verbraucher in die Intimität ihrer Wohnungen und Häuser flüchteten, um dort Ware zu bestellen. Der totale Schaden wurde bislang auf 200 Mio. GBP (229 Mio. EUR) kalkuliert, der zumindest teilweise von Versicherungen abgedeckt wird. Für betroffene Einzelhändler sagte der britische Premierminister David Cameron ein Hilfsprogramm in Höhe von 20 Mio. GBP (23 Mio. EUR) zu. Die Händler müssen innerhalb von 42 Tagen ihre außerordentlichen Kosten geltend machen und können zudem einen Aufschub bei der Begleichung der Umsatzsteuer beantragen.

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