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Verleihgeschäft contra Skiverkauf: Beraten Rental- Stationen besser?

In diesen Wochen wird es wieder aktuell: Die Ski-Industrie zittert und ist gespannt, ob es rechtzeitig zum Saisonbeginn nochmal so richtig schneit. Kunden stehen vor der Wahl, beim Sportfachhändler ein neues Paar Ski zu kaufen oder die Bretter – vielleicht auch gleich mit den passenden Skischuhen – frisch gewachst auszuleihen und nach dem Pistenspaß wieder abzugeben. Wer aber glaubt, das Verhältnis zwischen Verkauf und Verleih habe sich mittlerweile eingependelt, liegt falsch: Vor allem die deutschen und Schweizer Skifahrer möchten ihre Ski in Zukunft noch öfter ausleihen, wie eine aktuelle Marktstudie der GfK Nürnberg beweist. Die Beratung im Shop ist für viele Endverbraucher – man lese und staune – der entscheidende Grund, auf Leihski zu setzen. Die Österreicher jedoch sind konservativer, wenn es um die Ski auf Zeit geht: Hier halten sich Skifahrer, die künftig öfter zum Verleiher marschieren wollen, mit denen, die seltener leihen wollen, fast die Waage. Der wachsende Trend hin zum Verleih wird vor allem den deutschen Skimarkt, der seit Jahren konstant kleiner wird, noch weiter schwächen. Österreich und die Schweiz können als Nutznießer dieser Entwicklung entspannter in die Zukunft blicken – jedenfalls solange die Deutschen ihren Skiurlaub dort verbringen.

Besonders die Schweizer haben offensichtlich gute Erfahrungen mit den Ski auf Zeit gemacht: Ganze 19% der befragten Skifahrer möchten in Zukunft noch öfter Ski ausleihen. 70% wollen so weitermachen wie bisher und 11% planen, weniger oft Ski auszuleihen. Von den Deutschen wollen stolze 17% in die Riege der Top-Kunden ihres Skiverleihers aufsteigen. Bei 73% bleibt jedoch alles so wie bisher und 10% wollen weniger oft leihen. Bei den Österreichern halten sich die Skifahrer, die öfter leihen wollen (12%), mit den Skifahrern, die weniger oft leihen wollen (11%), fast die Waage.
Die Deutschen stehen auf dem obersten Stockerl-Platz unter den Skifahrern, die überhaupt Ski ausleihen: 59% sind es, auf dem zweiten Platz die Österreicher mit 47% und dahinter die Schweizer mit 43%. Wenn es um die Art der Buchung geht, sind die Deutschen auch am progressivsten: 29% haben ihre Ski schon mal online gebucht. Von den Schweizern ließen dafür 26% und von den Österreichern 21% ihren Computer hochfahren.
Auch Skifahrer, die ausschließlich auf gemieteten Brettern abfahren, sind in Deutschland mit 20% am häufigsten vertreten, in der Schweiz sind es 18% und in Österreich 15%. Die Deutschen sind mit einem Anteil von 2% auch diejenigen, die ihre Skischuhe am liebs­ten gleich mit leihen, dicht gefolgt von den Österreichern mit einem Anteil von 23%. Am skeptischsten stehen die Schweizer dem Schuh auf Zeit gegenüber: Nur 19% schlüpfen in bereits benutzte Treter. 
Die Beratung im Verleihshop ist für Schweizer (64%) und Deutsche (59%) der Hauptgrund, Ski auszuleihen. Auch für 51% der Österreicher steht die Beratung im Vordergrund, noch wichtiger ist für 52% aber der Preis. Dieser lockt jedoch nur 35% der Deutschen und 38% der Schweizer in den Skiverleih.
Erstaunlich wenig zählt bei den Pis-tenfans, welche Marken ihr Verleiher im Regal stehen hat: Nur für 18% der Schweizer und 22% der Deutschen ist der Name wichtig, der auf ihren gemieteten Bretteln steht. Etwas markenbewusster sind jedoch die Österreicher: 31% legen Wert darauf, ein Modell ihrer bevorzugten Skifirma auszuleihen. Wichtiger als der Name scheint jedoch die Möglichkeit, mit einem Leihski immer das aktuellste Modell fahren zu können: 32% der Deutschen, 23% der Schweizer und 31% der Österreicher sausen am liebsten mit der neuesten Technik ins Tal.

Skimarkt: In Tourismusgebieten gehen bis zu 80 Prozent in den Verleih

Die Hersteller haben sich auch hinsichtlich der Qualität auf diesen Trend eingestellt – immer mehr Modelle aus den oberen und Top-Preislagen landen im Verleihgeschäft. Welcher Anteil des Marktvolumens, das laut GfK 2008/09 in Deutschland 364.000, in Österreich 371.000 und in der Schweiz 300.000 Paar betrug, in den Verleih geht, kann deshalb nicht genau beziffert werden. Branchen-Insider schätzen jedoch, dass in den österreichischen und Schweizer Tourismusgebieten bis zu 80 Prozent der verkauften Ski in den Verleih wandern.
Für den deutschen Skimarkt ist diese Entwicklung alles andere als rosig: Seit Jahren sinken die Verkaufszahlen konstant. Und vom großen Kuchen des Verleihgeschäfts bleibt nördlich der Donau auch nur ein winziges Stück. Optimistischer können Industrie und Handel in Österreich und der Schweiz in die Zukunft blicken – wenigstens solange die Deutschen ihren Skiurlaub noch in den beiden Ländern verbringen.

Eveline Heinrich

 

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