Transparenz und Aktualität: Nicht ideal
21.05.2010
Christian Scheer scheint auf den ersten Blick ein Geist zu sein. Über den Inhaber von Boarderliner.com ist außer im Impressum der Seite kaum etwas zu finden: Kein Eintrag im Telefonbuch, keine Presseinformation, keine Information zum Unternehmen.
Nur wer tiefer gräbt, wird auf der MySpace-Seite fündig. Hier lernt der aufmerksame Kunde auch, dass der User von myspace.com/skateboardforum offenbar „Swinger“ ist und sich für „Klamotten“ interessiert. Der Link zu skateboardforum.de führt ins Leere – die Domain steht zum Verkauf. Anders verhält es sich mit Scheers Webshop: Die Seite www.boarderliner.com ist nach wie vor aktiv und wird mit neuen Produkten befüllt.Die Optik
Boarderliner.com hinterlässt einen angenehm unaufgeregten ersten Eindruck. Grautöne in verschiedenen Schattierungen dominieren. Rot wird als einzige Kontrastfarbe eingesetzt. Die Seite wirkt aufgeräumt, aber altmodisch, also nicht ganz passend zum auffälligen Slogan „Angry Skateboarding Worldwide“. Des Rätsels Lösung: Die Copyright-Angaben datieren die Seite auf 2007. Ungewohnt, aber sympathisch, ist die Begrüßung auf der Startseite: „Hi Fremder! Möchtest Du Dich anmelden? Oder willst Du ein kostenloses Kundenkonto eröffnen?“ Da sich der Web-shop auf Skatewear konzentriert und tendenziell ein jüngeres Publikum anspricht, ist die konsequente Kundenansprache mit „Du“ durchaus akzeptabel, wenngleich auch Geschmackssache.
Das Handling In der Hauptnavigation bietet
Boarderliner die Kategorien „Brandneu“, „Skateboards & Zubehör“, „Jungs“, „Mädels“, „Schuhe“ sowie
„Accessories“ an. Einzelne Hersteller können über ein Drop-Down-Menü angewählt werden.
Der Webshop
Realisiert wurde der Webshop auf Basis der Shopsoftware xt:Commerce der beiden Österreicher Guido Winger und Mario Zanier. Auch die Online-shops von Schöffel, Butlers und Riedel basieren auf diesem System.
Boarderliner konzentriert sich auf das Minimum: Produktbild, Preis und Versand. Eine Bestellung ist auch ohne Kundenkonto bzw. Anmeldung möglich.
Usernutzen und Mehrwert
Am Beispiel von Boarderliner werden die Tücken des Internets deutlich: Die rasante Weiterentwicklung macht es unabdingbar, den Webauftritt regelmäßig zu aktualisieren. Sonst wirkt dieser rasch unprofessionell und hinterlässt ein unsicheres Gefühl beim Kunden – zumal, wenn es sich um einen Webshop handelt. Im Fall von
Boarderliner steht sowohl bei den Angaben zum Datenschutz als auch zu Lieferung und Bezahlung © 2008 unter dem Text. Das lässt den Schluss zu, dass der Shop bei einem so sensiblen Thema wie Datenschutz nicht auf dem neuesten Stand sein dürfte.
Mittlerweile wird häufig das aktuelle Jahr im Copyright angegeben, unabhängig davon, wie aktuell das Design ist. Schließlich werden sowohl eine Unternehmensseite wie ein Webshop im Idealfall regelmäßig mit neuem Material befeuert, das ebenfalls dem Copyright unterliegt (ob Corporate News oder neue Produkte). Manche behelfen sich mit einer Von-Bis-Angabe (1999 – 2010); so wird deutlich, wie lang es die Seite bereits gibt.
Im Fall von (Extern-) Links gilt: Was da ist, muss funktionieren. Auf der Boarderliner-Seite führt der Link zu Foren nicht völlig ins Leere, jedoch nur zu anderen Shop-Seiten. Der Link zum Live-Chat ist allerdings Makulatur. Es wäre ein Leichtes, diesen von der Seite zu nehmen und das Problem so zu beseitigen. Tote Links hinterlassen den Eindruck einer verwahrlosten Seite – obwohl der Webshop möglicherweise reibungslos funktioniert.
Anita Klingler
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