Hanwag

Teamsportler bündeln die Kräfte

Mainhausen. Wie bei Golf und Outdoor, so nun auch im Team-sport-Bereich. Nach der G6-Gruppe und dem Verbund der Out-door-Profis gründet Sport 2000 ein neues Netzwerk, das die Teamsport-Händler innerhalb der Verbundgruppe noch schlagkräftiger machen soll: die Teamsport Profis.

 

Nach Darstellung der Zentrale in Mainhausen sind gleich vom Start weg 51 Händler mit von der Partie, was eine starke Quote darstellt, nachdem insgesamt 64 Mitglieder an zwei konstituierenden Veranstaltungen teilgenommen haben. Insgesamt handelt es sich um 40 wirkliche Teamsport-Spezialisten; die übrigen sind Vollsortimenter mit starkem Mannschaftssport-Angebot. Für den Moment handelt es sich bei der Initiative nicht um eine eigene Firma, aber Sport-2000-Geschäftsführer Andreas Rudolf betont, dass die Gründung einer eigenen Firma, die die Vereinssportler bedienen soll, keineswegs ausgeschlossen ist.
Der Zweck der Übung besteht darin, dass sich die teilnehmenden Händler auf einen gemeinsamen Kodex verständigen, damit gewisse Spielregeln eingehalten werden: Die Abmachung bezieht sich auf eine ordentliche Darstellung des Sortiments sowie die Bereitstellung von qualifiziertem Verkaufspersonal. Die Übereinkunft beinhaltet nicht die Einhaltung bestimmter Preispunkte, da dies rechtlich gar nicht möglich ist. Rudolf erläutert diesen Punkt jedoch dahingehend, dass es nicht der Geist der Kooperation sei, bei den Lieferanten erzielte Konditionen einfach weiterzureichen.
Die Zusammenarbeit richtet sich allerdings nicht nur auf die Qualität der Geschäfte, sondern auch auf das Verhältnis zu den Lieferanten. Zum Anfang erklärten sich Adidas, Nike, Puma, Jako und Derbystar bereit, die Initiative zu unterstützen. Verhandlungen mit weiteren Marken laufen. Dabei geht es nicht um die Aushandlung von Sondermodellen oder dergleichen, sondern vor allem um Verfügbarkeit, die sich nicht nur auf die Ware, sondern auch auf das Personal der Lieferanten bezieht: Rudolf stellt sich vor, dass die teilnehmenden Händler einen festen Ansprechpartner bei den Marken haben, um ihre Wünsche vortragen zu können.
Eigene Messen für die Vereinssportler sind nicht geplant. Stattdessen sollen diese Händler ihren Auftritt auf der traditionell starken Ordermesse 2 bekommen. Gegenwärtig macht Teamsport rund 11% der Umsätze der Mainhausener Gruppe aus. mh


ZUR AKTUELLEN LAGE IM TEAMSPORTGESCHÄFT
Preisschlachten, die nicht zu gewinnen sind.Eine bessere Vernetzung der mittelständischen Teamsport-Händler, wie sie die Sport 2000 vorschlägt, scheint Sinn zu machen: Schwer lastet der Preisdruck, der vor allem von den Großen im Handel forciert wird, auf den kleinen, feinen Fachgeschäften. sportFACHHANDEL hat seine Ohren in den Läden offen gehalten und folgendes herausgehört: Der Preisdruck lässt nicht nach, aber die Chance des Gewerbes liegt in der geschickten Nutzung von Nischen. uw
Michael Kraiczyk, Top Team Sport, Hamm „Hier tobt eine heftige Rabattschlacht.“
Teamsport ist mittlerweile ein sehr schwieriges Geschäft geworden. Hier tobt eine heftige Rabattschlacht. Vor allem bei uns im Ruhrgebiet ist es schwer, als kleiner oder mittelgroßer Händler in diesem Segment zu bestehen. Drei bis vier große Händler geben hier die Preise vor. Da können die meisten Fachhändler nicht mithalten. Ein Problem sind die Hersteller. Sie tun zu wenig, um die kleineren Händler gegen die Rabatte der Großen ausreichend zu schützen. Wahrscheinlich sehen die Produzenten nur den Umsatz der großen Teamsporthändler. Dabei sind es die kleinen Fachhändler, welche sich vor Ort um die Kunden und Vereine kümmern. Leider dünnt diese Betreuung immer mehr aus, weil viele sich vom Markt zurückziehen. Die Zukunft gehört den großen Händlern, auch wenn durch den allgemeinen Wirtschafts-Aufschwung die Verkaufszahlen wieder angezogen haben. Spürbar ist auch, dass den Vereinen die Einnahmen durch Sponsoren fehlen oder diese rückläufig sind. Wir orientieren uns weg vom Fußball und suchen nach Nischen im Teamsport. Zum Glück haben wir eine eigene Textildruckerei und können das nachlassende Fußball-Geschäft mit Aufträgen von Firmen und Kegelclubs kompensieren.

Andre Stadler, Sportausrüster Stadler, Erckrath
Teamsport läuft bei mir im Geschäft momentan bestens. Vor allem die Klassiker im Teamsport-Bereich werden oft nachgefragt: Regenjacken, Sport-Taschen und Schienbeinschoner. Andere Kleinigkeiten für den Teamsport sind jetzt in der Vorweihnachtszeit Umsatzbringer. Die Kunden, welche nach Artikeln für Mannschafts-Sportarten nachfragen, lassen sich von mir ausführlich im Laden betreuen. Ich bemerke auch, dass kleinere Marken derzeit einen Aufschwung in diesem Segment haben. Bei den Kunden macht sich das sofort bemerkbar, wenn sich eine Marke im Teamsport mehr engagiert. Adidas, Nike, Uhlsport und Jako müssen selbstverständlich im Sortiment sein, das erwarten die Interessenten. Viel kommt, vor allem im Fußball, auf den Trainer an, welche Sportmarke bei den Spielern hoch im Kurs steht. Um im Vereinssport erfolgreich zu sein, muss ich mich als Händler entsprechend um diese Zielgruppe kümmern.

Klaus Hofbauer, Teamsport Hofbauer, Simbach am Inn
Bei  uns  wird  von Mitte November bis Mitte Januar weniger nach Fußballschuhen  nachgefragt. Nach anderen Fußballartikeln, wie Replika-Trikots schon.  Das hängt mit der Winterpause zusammen. In unserem Landkreis gibt es keine große Dichte an Basketball- und Handballvereinen. Nur drei Sportvereine bieten Handball an, während 49 Fußballvereine bei uns aktiv sind. Aus diesem Grund  ist der Schwerpunkt im Teamsport-Segment der Fußball. Die Industrie verkürzt für uns die Winterpause, da bereits im Dezember und Januar neue Highlight-Modelle auf den Markt kommen. Für uns ist das schlecht, weil die Vereine und Fußballspieler alle in der Winterpause sind und nicht besonders viel Bedarf an Fußballschuhen haben. Entgegenwirken und die Winterpause überbrücken können wir nur mit Hallenturnieren. Das merken wir auch positiv. Händler im Westen von Deutschland haben uns im Süden gegenüber einen großen Vorteil: Dort ist die Winterpause kürzer. 

Sabrina Steinert, Klotz Teamsport, Aschaffenburg

Bei uns steht Teamsport an erster Stelle. Wir haben das Glück, dass es in der Region viele Turnvereine gibt. Neben den klassischen Mannschafts-Sportarten wie Fuß- und Handball, verfügen diese über unterschiedliche Abteilungen, welche auch Trikots und andere Ausrüstung benötigen. Bei den größeren Sportvereinen haben wir als Händler meistens einen festen Ansprechpartner, mit dem wir über einen längeren Zeitraum zusammenarbeiten. Das ist sehr wichtig, denn das Angebot an unterschiedlichen Sportarten erweitert sich in den Vereinen immer mehr.  Bei Abteilungen wie Nordic-Walking gibt es den Trend zu einer einheitlichen Sportbekleidung. Eine eigene Team-Kluft ist den Sportlern sehr wichtig und deshalb kommen sie zu uns, während sie alleine nicht den Weg in unser Geschäft finden würden.

Olaf Heym, Sport und Freizeitmode, Achim
Teamsport ist bei uns ein starkes Segment. Fußball wird noch immer mehr nachgefragt als Artikel für Handball. Für den Kunden sind bei der Kaufentscheidung im Teamsport-Bereich zwei Dinge wichtig: der Preis und die Marke. Als Händler muss ich deshalb versuchen, den Kunden bekannte Marken zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Bei einer Fußball-Weltmeisterschaft ist die Nachfrage nach Teamsport-Artikeln immer stärker als sonst. Mit Werbeflyern und persönlich gehe ich auf die Vereine zu. Die umliegenden Sportvereine konnte ich so als Kunden gewinnen. Leider geht im Teamsportbereich nichts an Rabatten vorbei und es tobt eine Schlacht um Prozente.

Klaus Kapalla, Sport Kapalla, Idar-Oberstein
Fußball ist bei uns im Teamsport-Bereich absolut führend. Aber es gibt bei uns in der Gegend u.a. auch einige aktive Handball-Vereine. Die vorhandenen Sportgeschäfte der Umgebung haben das Potential, meiner Meinung nach, nicht richtig eingeschätzt. Wir haben diese Lücke erkannt und halten ein entsprechendes Sortiment bereit. Im Teamsport-Segment ist es wichtig, den Kunden Varianten anbieten zu können. Vereine die zu uns kommen, haben oft eine klare Vorstellung davon, was sie wollen. Aber auch hier wird das Geld knapp: Die Förderung durch die Gemeinden oder Sponsoren ist nicht mehr ganz so rosig, wie sie einmal war. Entsprechend müssen wir in der Lage sein, Varianten anzubieten. Zur Teamsport-Ausstattung bieten wir auch die Beflockung an – sozusagen „alles aus einer Hand“. Durch diesen Service und schnelle, termingenaue Lieferungen, konnten wir uns in kurzer Zeit bei den Vereinsvertretern einen guten Ruf erarbeiten. Wir sehen im Teamsport durchaus Wachstums-Chancen.

Marco Forster, Hockeyshop Forster, Frankfurt/Main
In unserem speziellen Teamsportbereich, dem Eishockey, macht die Mischung den Unterschied aus. Wichtig ist, dass wir dem Kunden verschiedene Möglichkeiten geben, seine Teamsportausrüstung selbst zusammenzustellen. Das ist vor allem bei dem Preis wichtig. Wenn es um die Schutzausrüstung geht, sparen die wenigsten Kunden. Anders bei den Schlägern: Für ein Topmodell kann man 300 EUR auf den Ladentisch legen. Viele Kunden sparen aber am Eishockey-Schläger und greifen lieber zu Modellen, die zwischen  30  und  70  EUR kosten. Extrem wichtig ist für Vereine der Beflockungs-Service. Leider ist Eishockey in Deutschland weniger populär und die Bekanntheit steigt auch nicht. Durch die Weltmeisterschaft in diesem Jahr in Deutschland gab es kurzzeitig einen Hype, von dem merkten wir aber bei den Umsätzen im Teamsportbereich sehr wenig. 

Otto Krechel, Sportstudio Kaisersesch, Kaisersesch
In den letzten 20 Jahren wurde der Wettbewerb im Teamsportbereich zunehmend stärker. Vor Jahren 30 gab es nur wenige Geschäfte, die auf Vereinssport spezialisiert waren oder entsprechende Artikel im Sortiment führten. Wir waren von Anfang an in diesem Bereich dabei und boten schon sehr früh einen Versand an. Veränderungen gab es bei den Anbietern und in der ganzen Handelslandschaft. Reebook oder Nike kamen beispielsweise als neue Marken im Teamsport hinzu. Mit der Zunahme der Anbieter stiegen auch die Preise. Vor allem Internethändler haben sich auf Teamsport spezialisiert. Teilweise gibt es bei den Online-Anbietern auch eine Spezialisierung auf nur eine oder bestimmte Marken für Teamsport. Im Gegensatz zu früher, wechseln die Vereine heute häufiger die Marke. Auch hier sind spezialisierte Händler im Vorteil, was die Order und Abwicklung angeht. Heute sitzen die Interessenten vor dem Computer und filtern den günstigsten Preis heraus. Für mich als Händler mit einem Laden hat dies zur Konsequenz, dass ich im weltweiten Netz auch präsent sein muss. Im Internet muss es mir gelingen, einen guten Eindruck zu hinterlassen und den potenziellen Kunden entsprechende Kompetenz zu vermitteln.

Christian Willnecker, Hans Dorfner´s Teamsport, Regensburg
Wir versuchen im Bereich Teamsport als Multiteamsport-Händler aufzutreten.
Das heißt, wir wollen nicht nur das Thema Fußball im Verein abdecken, sondern auch mit diversen anderen Abteilungen wie beispielsweise Tennis, Kegeln und Stockschützen zusammenzuarbeiten. Somit ist gewährleistet, dass wir das ganze Jahr über gut aufgestellt sind. Durch unsere Fußballschule stehen wir in Bayern, Österreich und Südtirol mit verschiedenen Vereinen in Kontakt. Somit ist es natürlich hilfreich, bereits einen Ansprechpartner im Verein zu haben und unsere Teamsport-Konditionen vorstellen zu können. Marken wie Adidas oder Nike sind natürlich bei den Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Nicht umsonst geben die Firmen eine Menge Geld für Marketing und Sponsorenverträge aus. Die Konkurrenz aus dem Netz ist natürlich vorhanden und die Rabatt-Schlachten gehen sicherlich zu Gunsten der Vereine. Der Vorteil gegenüber dem „anonymen“ Kauf im Internet, ist sicherlich der Vor-Ort-Service sowie die persönliche Beratung.

Heiko Methner, Fit 4 Form, Vohenstrauß

Bei uns werden Teamsportartikel für Basketball hauptsächlich von Eltern eingekauft und spielen mit den Kindern zu Hause diesen Sport. Es ist die amerikanische Art von Teamsport. Wir setzen dabei auf die Bekanntheit der Marken Rebook und Mikasa. Bei uns in Deutschland ist der Umsatz mit Basketball noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Fußball ist im Teamsport führend. Trotzdem bauen wir unser Sortiment im Mannschaftsbereich stetig aus und suchen interessante Sparten. Wir sehen bisher bewusst davon ab,  Textilien im Teamsportsegment in unser Programm aufzunehmen. Es würde hier zu viele Probleme mit den unterschiedlichen Größen und dem damit verbundenen Umtausch durch die Kunden geben.

Phillip Steinbauer, Primosport, Mintraching

Im Teamsport, speziell im Fußball, gibt es eine interessante Markenbindung zu beobachten: Bis zum 18. Lebensjahr sind die jungen Kicker auf Nike und Adidas fokussiert. Das liegt daran, dass viele Fußballstars und Nationalmannschaften Trikots von diesen Marken tragen. Später nimmt, meiner Erfahrung nach, das Markenbewusstsein erkennbar ab. Besonders im Fußballschuhbereich ist Adidas in unserer Region die führende Marke, welche entsprechend nachgefragt wird.  Auch wenn sich die Sponsorensuche für die Vereine derzeit schwieriger gestaltet, ordern die Vereine im Bereich Teamsport nach wie vor sehr gut. Bei uns hat sich Fußball mittlerweile zu einem Geschäft für das ganze Jahr entwickelt. Selbst im Winter ist eine entsprechende Nachfrage für Teamsport-Artikel da, diese liegen dann als Weihnachtsgeschenke unter dem Christbaum.

 

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