Information sollte an erster Stelle stehen
13.08.2010
Die Website www.sportolino.de ist der Online-Auftritt von Sporthaus Höss, dem Intersport-Shop von Steffen und Christian Höss aus Naumburg in Sachsen-Anhalt.
Das Handling
Die Produktkategorien sind nach einzelnen Sportarten sowie nach Alphabet sortiert. Produkte, die sich nicht nur einer Kategorie oder Sportart zuordnen lassen – etwa „Schlafsäcke" oder „Skihelme“ – sind eigens ausgewiesen. Zudem verfügt Sportolino.de über 14 Markenshops.
Klickt der Nutzer auf eine Kategorie, öffnet sich in der linken Navigationsleiste ein Untermenü. Die Unterkategorien – meist Marken – werden zudem mit Bild im Hauptframe angezeigt. Darunter werden entweder gleich verschiedene Angebote aufgeführt (etwa bei der Kategorie „Wintersport“) oder zuvor die Sportarten näher beschrieben; die Texte dazu stammen aus der Wikipedia. Da es relativ viele Kategorien sind (41 Stück) funktioniert die Navigation auf den Unterseiten am einfachsten über den Pfad unterhalb der roten Hauptnavigationsleiste.
Der Webshop
Sportolinos Shopsystem kommt von Kaufengel. Bezahlt werden kann per Vorkasse, Kreditkarte (Mastercard oder Visa), Nachnahme, Rechnung (nur bei Schulen, Behörden und Vereinen), Sofortüberweisung oder PayPal. Die Produkte lassen sich von Kunden per Fünf-Sterne-System bewerten und beschreiben. Was fehlt, ist ein fix und auffallend auf der Website positionierter Link zum Warenkorb. Wer sich bis zum gewünschten Produkt durch alle Unterkategorien gewühlt und zum Kauf entschlossen hat, findet zudem keinen „Kaufen“-Button, sondern einzig einen roten „Details“-Knopf. Klickt man darauf, öffnet sich eine neue Seite. Hier steht auf den ersten Blick weniger als auf der zuvor, weil Bilder das Layout zerschießen. Dabei wird potenziell viel vergeben; der Nutzer möchte schließlich das Wichtigste zuerst sehen: Preis, Bewertung, Link zum Warenkorb. Das sieht er aber erst, wenn er die Hälfte der Seite nach unten scrollt.
Usernutzen und Mehrwert
Sportolino.de bietet einen Newsletter, diverse Links zu Bookmark-Sites, ein Forum sowie ein Gästebuch. Dieses wird regelmäßig genutzt. Fast aus-schließlich bedanken sich Kunden für die kompetente Abwicklung von Bestellung und Versand – ein Aushängeschild für den Webshop. Ähnlich wie bei den Bewertungen bei eBay kann sich ein Neukunde so rasch einen Überblick über Arbeitsweise und Glaubwürdigkeit des Shops verschaffen.
Die bereits angesprochenen Zusatz-informationen zu den einzelnen Sportarten sind eine interessante Idee. Wer eine Sportart noch nicht kennt, kann sie so ein wenig kennenlernen. Trotzdem gilt: Nicht nur die Idee, auch die Ausführung soll passen. Beispielsweise bei „Volleyball" sind es 3340 Zeichen (das ist fast gleich viel wie dieser ganze Artikel) in einer winzigen Schrift in zwei(!) Absätzen. Hier heißt es kürzen, rausschmeißen was unnötig ist. Im Zweifelsfall bedeutet das: Lieber jemanden damit beauftragen, einen kurzen, knackigen Text zu verfassen. Er soll schließlich auch gelesen werden. Die Aufmerksamkeitsspanne von Lesern, zumal im Internet, ist ausgesprochen kurz. Zudem wird das offensichtlich dazugehörige Bild nicht richtig angezeigt – je nach Browser, ist die Bildunterschrift und ein weißer Fleck zu sehen – was den Eindruck erweckt, als hätte sich jemand im ersten Satz verschrieben.
Die Produkte, die unterhalb der Texte stehen, werden wenige Kunden zu Gesicht bekommen. Kaum jemand – siehe Aufmerksamkeitsspanne – scrollt auf Verdacht nach unten und schaut nach, ob da noch etwas Spannendes kommt. Schade drum! Die Kategorie „Scooter & Kickboards“ wiederum ist ein besseres Beispiel: Das Bild wird richtig angezeigt, die Absätze sind kurz, der Text insgesamt nur 1500 Zeichen lang. Auch hier stammt er aus der Wikipedia und ist – wie viele Artikel dort – relativ umständlich und trocken. Verkäufer wollen doch ihre Kunden mitreißen und vielleicht sogar für eine neue Sportart begeistern. Lassen Sie also diese Chance nicht ungenutzt!
Anita Klingler

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