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Kletterboom in Manhattan: Eastern Mountain Sports will höher hinaus

New York. In der Megacity New York wurde soeben der Flaggship-Store von Eastern Mountain Sports (EMS) am Broadway vergrößert und zusätzlich in fachkundiges Personal investiert.

Auch in der Trendstadt am Hudson ist Klettern der Hit. Über beste Beratung will man sich dort gegen Markenstores und Internethandel zur Wehr setzen. Daher wird besonders viel Wert auf die Schulungen der Verkäufer gelegt.

 

„Klettern ist auch hier ein Riesentrend Indoor wie Outdoor“, erklärt Climbing-Expertin Heather Foster im neuen New Yorker Flagship-Store des größten Outdoor-Filialisten im Nordosten der USA. Seit neuestem werden dort Kunden auch aus unterschiedlichen Sportaktivitäten angesprochen. Die Kette aus New Hampshire (CEO und Präsident: Will Manzer) schlägt damit einen neuen Weg ein. Wöchentlich werden Kletter- und MTB-Touren angeboten, die meist in der Früh vom Times Square aus starten. Das Touren- und Eventprogramm wurde ausgebaut. Für sportspezifische Veranstaltungen stellt EMS auch Räumlichkeiten zur Verfügung. Ob Mountainbiking, Eisklettern oder sogar Tourenski – in Manhattan kann offenbar alles verkauft werden. Das hofft zumindest
der New-Yorker-Shopleiter von EMS, Gerald Weiss: „Wir testen das hier gerade aus und integrieren die Ergebnisse eventuell in weitere Läden von uns.“ 
New York ist immer noch Boomsport-Eldorado auf engstem Raum und entsprechend richten sich Händler in der City ein, wie zum Beispiel eben auch EMS, mit 64 Outdoor-Filialen der größte Bergsporthändler entlang der Ostküste. Kürzlich wurde der Flagship-Store am Broadway vergrößert und neu eröffnet. Dort, mitten im Szene-Stadtteil Soho, erstreckt sich ein zweigeschossiges Geschäft mit über 1500 qm Verkaufsfläche, welches neuerdings auch Bike und Ski im Sortiment führt. Weiss ist derzeit sieben Tage in der Woche im Laden, irgendwo zwischen neuer Bike-Abteilung, Schlafsack-Ecke oder Schuhwand. Das neue Business muss natürlich angekurbelt werden. „Das Geschäft ist jeden Tag voll, auch sonntags“, freut sich der Store-Manager. Dass die Themen Bike und Ski so gut ankommen, hätte er nicht gedacht. Ob nur anfängliche Neugier oder echte Nachfrage dahinter stecken, lässt sich noch nicht genau sagen. Auf jeden Fall, so betont Weiss, werde deutlich, dass es keine Berührungsängste zwischen den unterschiedlichen Sportlern gibt. In das Sportgeschäft am Broadway strömen Kletterfreaks genauso wie MTB- oder Rennrad-Fahrer und Wintersportler. „Wir dachten erst, das neue Angebot würde nicht ernstgenommen“, so Weiss, doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Sollte das Angebot von Bike und Tourenski neben dem Outdoor-Sortiment gut angenommen werden, sollen weitere Filialen von EMS damit bestückt werden. Derzeit sind zwanzig Geschäfte zwischen Virginia und Maine für Bike vorgesehen.

Beratung wird sehr ernst genommen
Von alleine kommt natürlich nichts. Der Standort am Broadway garantiert noch keinen Erfolg. „Wir setzen auf höchstes Niveau bei der Beratung durch unser Personal.“ Man könnte meinen, es gäbe vielleicht eine oberflächliche Neigung in Sachen Verkauf in den USA, doch der Blick auf die Verkaufsanstrengungen im New-Yorker Store von EMS verraten etwas anderes: Hier ist jeder Mitarbeiter mit voller Konzentration im Verkaufsgespräch, und falls gerade nicht, wird an den Regalen, bei der Präsentation Hand angelegt oder neu sortiert. „Jeder Mitarbeiter ist Sportler durch und durch“, betont der Geschäftsführer und es würden ständig Trainingskurse zum Verkauf, zu Produkten oder Neuheiten durchgeführt. „Das nehmen wir sehr ernst.“ 
Auch in den USA habe sich eine Schnäppchenmentalität beim Konsumenten breitgemacht, nicht zuletzt auch durch eine wachsende Zahl von Online-Billiganbietern, die dem stationären Handel auch in Amerika das Leben schwer machen würden. Die Sortiments- und Zielgruppenerweiterung, die EMS derzeit pilotweise durchzieht, könnte ein probates Mittel zum Gegensteuern sein. Zumindest scheint die Umsetzung unterschiedlichen Käufergruppen gegenüber in New York leichter von der Hand zu gehen als vielleicht in Europa, glaubt Weiss.

Europäische Marken haben einen guten Ruf
Voraussetzung sind absolute Fachkenntnisse, ohne die es keinen Verkaufserfolg gibt, betont auch Heather Foster. Die Kletterverkäuferin ist selber seit Jahren aktiv, kennt die Szene und Wünsche der Sportlerkunden. „Viele Käufer sind schon recht gut vor-informiert.“ Da muss man mithalten können. Doch das ist kein Problem, die junge Outdoor-Expertin kennt ihr Metier bestens, kann zu jeder Schuhmarke Auskunft geben und auch Empfehlungen aussprechen. Vor allem zu italienischen Schuhausrüstern fällt der Verkäuferin besonders viel ein, aber auch Mammut aus der Schweiz stehe  in gutem Ruf und werde immer häufiger nachgefragt. Im Erdgeschoss von EMS ist der komplette Ausrüs-tungsbereich für Klettersport (Ausnahme: Bekleidung) untergebracht. Hier können Foster und zwei Kollegen schalten und walten, während im ersten Stock andere Mitarbeiter in den jeweiligen Fachabteilungen tätig sind. „Von den Verkäufen her sind wir in New York die Nummer eins von allen Filialen“, berichtet Filialleiter Weiss, und damit das auch so bleibt, strengen sich die Mitarbeiter im vergrößerten Flagship-Store am Broadway offenbar gerne noch ein bisschen mehr an. American way of business. npk

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