Hanwag

„Heiße Stimmung am Markt“

München. Schneefälle und eisige Temperaturen: Was bei vielen für lange Gesichter sorgt, hatte zu Beginn des Jahres die gesamte Sportartikel-Branche in „heiße Stimmung“ versetzt, wie es der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI), Adalbert von der Osten, im Rahmen der Presskonferenz zum Auftakt der Ispo ausdrückte.

„Die BSI-Mitgliedsfirmen mit Schwerpunkt Wintersport haben gute Zahlen in ihren Büchern stehen.“ 
Werner Haizmann, Präsident des Verbandes Deutscher Sportfachhandel (VDS), kann ebenfalls positive Zahlen vorweisen: Laut Haizmann erzielte der deutsche Sportfachhandel 2009 ein Umsatzplus von 3,5% von 7,1 auf 7,3 Mrd. EUR im Vergleich zum Vorjahr, allein im Wintersport seien die Umsätze um 20% im vergangenen Jahr gestiegen  – ein Trend, der durch die gute Schneelage auch das aktuelle Jahr zu einem Umsatzbringer machen dürfte. Das Wintersport-Geschäft hänge bei weitem mehr vom Wetter ab als von der Konjunktur, betonen Haizmann und von der Osten.
Neben den Jubelmeldungen geben die beiden Vereinsbosse jedoch zu bedenken, dass der scharfe Wettbewerb notwendige Preiserhöhungen kaum möglich mache. Während Umsätze mit Zubehör immer stärker wachsen, vor allem bei Helmen, stagnieren die Zahlen bei Alpinski und Snowboards. Ein weiterer Wermutstropfen: In einigen Produktgruppen wie Langlauf, Alpin­ski oder Kinderbekleidung seien viele Händler bereits Mitte Januar an ihr Limit gekommen. „Die Fachhändler haben zu Beginn der Orderrunde 2009 nur sehr vorsichtig geordert und die Industrie hat deswegen auch entsprechend vorsichtig und Auftrags bezogen produziert. Eigentlich schade, denn bei dieser super Schneesaison wären in einigen Teilsegmenten noch größere Umsätze für Handel und Industrie möglich gewesen“, erklärt von der Osten.
Mit dem dennoch geballten Optimismus von Industrie und Handel im Rücken verspricht auch die Branchen-Plattform Ispo zu ihrem 40. Geburtstag ein voller Erfolg zu werden. „Mit 2045 Ausstellern aus 45 Ländern (2009: 1950 Aussteller aus 50 Ländern) verzeichnet die Ispo 2010 eine neue Rekordbeteiligung“, so Messe-München-Chef Klaus Dittrich. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich laut Dittrich außerdem bereits 10% mehr Besucher ­regis­triert. Die wichtigsten Neuerungen: Zum ersten Mal gibt es eine eigene Halle für das Segment Freeride: In Halle A3 geben sich die Freeski- und Snowboard-Marken ein Stelldichein, die sich klar gegenüber dem klassischen Alpinski abgrenzen. Auch die Ispovision bekommt ein neues Gesicht und soll auch ein „Pflichttermin für den anspruchsvollen internationalen Mode-, Trend- und Lifestyle-Fachhandel werden“, versichert Dittrich. Die Ispovision solle zu ihren „visionären Wurzeln“ zurückkehren und so dem internationalen Fachhandel als Inspirationsquelle dienen. Der Fokus liege nicht mehr allein auf Bekleidung, sondern richte sich auch auf Hardware, Innenarchitektur sowie Design-, Objekt-, Kunst- und Technikthemen.   eh
 

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