Diese OutDoor war wirklich heiß
06.08.2010
Friedrichshafen. Einmal mehr war die Pilgerfahrt an den Bodensee für die meisten Marktteilnehmer ein lohnender Ausflug. sportFACHHANDEL lässt die jüngste OutDoor Revue passieren: Lesen Sie, warum man mit Schuhen telefonieren kann, wieso man neuerdings Flaschen an Bäumen aufhängt und warum die Aussteller in Halle A7 gequält lächelten, wenn man sie auf den Begriff „moisture management“ ansprach.

Hundstage
Soll doch keiner sagen, die OutDoor sei auf den Hund gekommen: Von den mehr als sommerlichen Temperaturen ließ sich offenbar keiner
davon abhalten, den Pflichttermin am Bodensee wahrzunehmen. Nach Angaben der Messe Friedrichshafen stieg die Zahl der Fachbesucher
erneut um 6% und kletterte auf insgesamt 20.460 Eintritte. 60% der Händler kamen nicht aus Deutschland, sondern aus 87 weiteren Nationen. Die nächste OutDoor findet vom 14. bis 17. Juli 2011 statt. mh
Lindenblüten
Mit einem „Wünsch-Dir-was-Baum“ auf dem Freigelände der OutDoor propagierte Sympatex seine umweltfreundliche Membran, die wie PET-Flaschen recycelbar ist. 500 Fläschchen wurden verteilt, auf deren Etikett Wünsche für die Umwelt notiert werden konnten. Die Mehrzahl der Besucher hoffte, dass BP endlich das Bohrloch im Golf von Mexiko dicht bekommt. Der Linden-Baum fand übrigens nach der Messe bei Vaude in Tettnang seine neue Heimat – als Symbol für die im Februar gestartete Kooperation. rs
Wegwerfgesellschaft
Genug von der Wegwerfgesellschaft hat Camelbak und versorgte die Messebesucher kostenlos mit Trinkwasser. Plastikbecher dazu gab es aber nicht – eine wiederverwendbare Flasche war für eine Spende an die EOG Association for Conservation erhältlich. Praktisch: Alte Flaschen und alles, was sonst nicht mehr gebraucht wird, konnte direkt neben den Wassertanks entsorgt werden. eh
Bullenweiber
Die Bullenhitze auf der OutDoor brachte das Hirn eines Medienvertreters offenbar gehörig durcheinander: Geklärt werden musste auf der Hanwag-
Pressekonferenz die Frage eines Journalisten, warum man nur Leder von „männlichen Bullen“ verwende. Klare Sache: Würden „weibliche Bullen“ auf
die Familienplanung verzichten, hätten auch sie noch den Traumkörper, der für hochwertiges Schuhwerk Standard ist. Ökologisch korrekt wird das Leder für 20 Hanwag-Modelle künftig CO2-neutral von Terracare hergestellt. eh
Schwitzkur
In der Halle A7 hatte der Spaß irgendwann mal ein Loch, nachdem dort die Klimaanlage über alle vier Messetage futsch war. Ein wirklich lustiger Redakteur von sportFACHHANDEL wollte Schweiß gebadeten Ausstellern klarmachen, dass man nur unter solchen Bedingungen das exzellente „moisture management“ der ausgestellten Textilien demonstrieren könne. Der witzige Kollege trat den geordneten Rückzug in Richtung gekühlter Hallen an, bevor ihn der Bannstrahl des Standverbots traf. mh
iShoe
Einen Schuh nur zum Laufen zu verwenden, ist wirklich old school. James Curleigh (Präsident & CEO) demonstriert am Stand von Keen, dass man mit seinen Schlappen dank Solarenergie auch telefonieren kann. Ob Curleigh mit einem Kunden, seinen Investoren oder einfach nur seiner Oma
telefonierte, bleibt das Geheimnis des Keen-Chefs. Vielleicht wollte er im E.T.-Stil einfach nur mal nach Hause telefonieren. mh
Seiltänzer
Ja, können diese Jungs nicht wie normale Leute über die Straße dackeln? Wer sportlich ist und cool sein will, macht dies heutzutage standesgemäß via Slackline. Im Freigelände der Messe waren die trendigen Bänder wie Spinnweben kreuz und quer gespannt und erfreuten sich großen Zulaufs. mh
Umverteilung
Die Stände der großen internationalen Aussteller suchte der Fachbesucher in Halle A1 in diesem Jahr vergeblich. Stattdessen gab es Zelte, soweit das Auge reicht. Die bisherigen Bewohner dieser Halle wurden auf das übrige Gelände verteilt. Auf Kritik stieß die neue Aufteilung vor allem bei den kleineren Ausstellern, die bislang in der Halle A1 hausten und nun auf die Frequenz verzichten mussten, die dort früher von den großen Marken sichergestellt wurde. mh
Standrecht
Die Verleger von sportFACHHANDEL, Thomas Brinkmann und Peter Henrich, gehen gerne mal die Wände hoch, wenn sie dem munteren Treiben ihres Personals zusehen müssen. Damit das auf der OutDoor stilecht von statten geht, wurde direkt neben dem SFH-Stand im Foyer Ost eine Kletterwand aufgebaut, um die Werte des Magazins zu verkörpern: standfest, standhaft und standnah. Auf standrechtliche Maßnahmen direkt an der Wand sah die Geschäftsleitung für dieses eine Mal ab. mh
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