Supershow zum 10. Geburtstag und lange Shopping-Nächte
29.07.2011
Berlin. Auf der 25. Bread & Butter präsentierten rund 580 Aussteller ihre neuen Kollektionen für die Frühjahr/Sommersaison 2012 dem Fachpublikum. Die mittlerweile als weltweit wichtigste Modemesse für Street- und Urbanwear anerkannte Veranstaltung zieht jährlich über 50.000 Besucher an. Genaue Zahlen werden vom Veranstalter allerdings nicht veröffentlicht. Rund 60% der Fachbesucher sind dieses Jahr aus dem Ausland angereist. Besonders auffällig war das steigende Interesse aus den Benelux-Ländern, Skandinavien, Großbritannien, Österreich und der Schweiz. Viele neue Besucher kamen aus den osteuropäischen Ländern, inklusive Russland.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Bread & Butter wurde die Öffentlichkeit zu den abendlichen Aktivitäten auf dem Flughafen eingeladen. 10.000 Einladungen wurden über verschiedene Kanäle verlost, um die Stadt Berlin und ihre Einwohner stärker in die Messe mit einzubinden. Am Eröffnungsabend fanden drei Live-Konzerte von Mos Def, Airbourne und Deichkind statt und kurz vor Mitternacht wurde die 30 Meter hohe X-Konstruktion als Zeichen für die vergangene Dekade der Messe in Flammen gesetzt. Auch für die zukünftigen Bread & Butter Messen ist geplant, die Öffentlichkeit zu den Abendveranstaltungen einzuladen. Diese standen alle unter dem Motto „Retro Super Future“. Raumfahrzeuge, Astronauten und eine große Skulptur eines im Design an die fünfziger Jahre erinnernden, orangefarbenen UFO im Eingang des Flughafen-Außenbereichs sorgten für ein äußerst futuristisches Ambiente. Auch eine Silent Disco gab‘s, in der sich die Besucher nur mit Hilfe von Kopfhörern beschallen lassen konnten.
Die Marken Drykorn, Levi’s und Red Wing Shoes wurden für ihre Teilnahme an bisher allen 25 Veranstaltungen der Bread & Butter bei einer Awards-Verleihung während der Eröffnungsfeier geehrt. Adidas bekam einen besonderen Award ausgehändigt, da die Marke vor zehn Jahren die Inspiration zur Gründung der Messe während eines Workshops in Herzogen-aurach gab. Adidas entwarf auch ein besonderes Basketball-Schuhmodell, um den 10. Geburtstag der Messe zu feiern. Die limitierte Version beläuft sich auf nur 1000 Paar, die weltweit verkauft werden sollen. Das Modell „With Love“ ist in den Farben der Stadt Berlin gestaltet und trägt das Logo der Messe.
Turbulente Shopping Nights
Die Bread & Butter Shopping Nights stellten eine weitere Neuerung im Programm der diesjährigen Messe dar. Mehr als 100 Läden in Berlin-Mitte verlängerten ihre Öffnungszeiten an zwei Abenden der Messe bis 22 Uhr. Verschiedene Aktivitäten, die von den Läden selbst organisiert wurden, und einzelne Ladeneröffnungen in den beiden Tagen sorgten für besonders viele Menschen in den Straßen von Berlin-Mitte und in den beteiligten Geschäften. Diese Initiative wird in den kommenden Jahren fortgesetzt und bildet auch einen Teil des Versuchs, die Stadt mehr in die Messeaktivitäten mit einzubinden. „Rund um die Bread & Butter finden zahlreiche Veranstaltungen statt, Besucher aus aller Welt und Fachleute aus der Textilbranche kommen nach Berlin. Wir möchten, dass die modeinteressierten Berlinerinnen und Berliner noch mehr am modischen Geschehen und am besonderen Fashion-Flair in der Stadt teilhaben, auch wenn sie die Fachbesucher-Veranstaltungen nicht besuchen können“, erklärte Karl-Heinz Müller, Geschäftsführer der Bread & Butter GmbH. Geschäfte, die an den Shopping Nights teilnahmen, waren u.a. 14 oz, Adidas, Converse, Diesel, Drykorn, Dunderon, Floris van Bommel, Fossil, G-Star, Levi’s, Onitsuka Tiger, Strellson, Red Wing Shoes u.v.m. Neueröffnet wurden im Zuge der
Shopping Nights u.a. ein neuer Laden von 14 oz, Eastpak, Mykita, Pointer Footwear, Scotch & Soda und True Religion.
Sport & Street Area
Der Sport & Street Bereich auf der Bread & Butter, in dem u.a. Marken wie Nike, Puma, Palladium, New Balance, Umbro, Wesc, Hub, K-Swiss, Ellesse, Airwalk ausstellen, hat dieses Jahr einen völlig neu konzipierten Außenbereich dazugewonnen – das sogenannte „Desert Land“. Inspiriert von Musik-Festivals und abgerissenen Trailer Parks hat der Bereich ein futuris-tisches, wüstenähnliches Flair bekommen. Eine Musikbühne bot den
Besuchern verschiedene Live Auftritte während der Messetage. Ein Basketball-Platz, Skatepark und Pool zur Abkühlung rundeten das neu gestaltete Freigelände ab. Die „Sport & Street Library by Zillion for Japan“ lud die Besucher in drei verschiedenen Räumen innerhalb des Sport & Street Bereichs ein, um Spenden für die Region Tohoku in Japan zu sammeln. Die Multimedia Agentur Zillion mit Sitz in Tokyo verkaufte Kunstbände, Magazine und Sondereditionen und sorgte mit einem kleinen Restaurant für das kulinarische Wohlbefinden. Auch mit Kimonos bespannte Skateboards konnten erworben werden. Alle Erlöse sind der Region Tohoku weitergegeben worden, in der es aufgrund des Erbebens und Tsunamis vom 11. März noch immer schwere Verwüstungen gibt. >>> Weiterer Höhepunkt des Sport & Street Bereichs bildete ein neuer Weltrekord, eingebracht von der amerikanischen Marke New Era. Die Marke schaffte es, einen Weltrekord für das weltweit größte Cap-Mosaik, bestehend aus 1875 Caps der amerikanischen Basketball-Liga, aufzustellen. Mit dem Cap-Mosaik bewarb die Marke ihre „Fly your own flag“ Kampagne.
Zukunft der Bread & Butter
Karl-Heinz Müller machte vor der Presse sehr deutlich, dass er es sich nicht vorstellen kann, die Bread & Butter Messe auch in Asien aufzuziehen. Es war wohl schon sehr schwierig zu der Zeit, als die Bread & Butter in Berlin und Barcelona drei Mal gleichzeitig stattgefunden hat. Es wird also höchstwahrscheinlich keine Expansion mit der Messe geben, auch nicht durch Lizenzverträge, da man keine direkte Konkurrenz für die Bread & Butter in Berlin möchte. Der Kids-Bereich wurde in der diesjährigen Sommermesse der Bread & Butter nicht mehr mitintegriert, da es nicht genug Marken gab, die ihre Kollektionen für Kinder extra ausstellen wollten. Falls es in Zukunft mehr Unterstützung in dem Bereich geben sollte, werde sich dies vielleicht auch wieder ändern. Endverbraucher sollen auch künftig mehr in die Messe involviert werden. Eine öffentliche Messe für alle würde wiederrum nicht funktionieren, da es auch nicht im Interesse der Marken wäre, die Öffentlichkeit zu den Messetagen einzuladen. Eine Teilnahme beispielsweise an Abendveranstaltungen und einer Awards-Verleihung mit Designer Jury kann sich Geschäftsführer Müller wiederum sehr gut vorstellen.
Alessa Meuer

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