TOP-THEMEN
ONLINE-TÜV>> Service im Mittelpunkt |
AKADEMIE>> Trainieren und am Ball bleiben |
Vergiss das Wetter und schau aufs Geschäft
Heilbronn. Im abgelaufenen Kalenderjahr mussten die Intersport-Genossen beim Umsatz Federn lassen. Das Wetter wollte einfach nicht mitspielen bzw. konnte den Händlern nicht in gleicher Weise dienen, wie es das 2010 und den Vorjahren tat. Die Verbandsführung zeigt sich unbeeindruckt von Dingen, die sie ohnehin nicht beeinflussen kann, und konzentriert sich auf das, worum es grundsätzlich geht: das moderne Geschäft.
Im vergangenen Jahr ist der Umsatz im deutschen Sportartikel-Markt geschrumpft – nach Intersport-Schätzungen um circa 4% auf prognostizierte 7,6 Mrd. EUR. Die der Intersport angeschlossenen Händler mussten sogar größere Einbußen hinnehmen und schlossen vorbehaltlich endgültiger Berechnungen um 7% schwächer ab. Sie kamen auf etwa 2,7 Mrd. EUR Außenumsatz (SFH Ausgabe 27/2011, S. 1/2). Kim Roether und Klaus Jost, die Vorstände der Intersport Deutschland, hatten dafür eine einfache Erklärung: „Das Vorjahr war einfach zu gut."
Da ist viel Wahres dran, denn der Winter 2010/11 fand eigentlich nur im vorangegangenen Jahr statt und riss im frühen Januar 2011 prompt ab. Das tut der Intersport weh, ist sie doch der bei weitem führende Anbieter von Wintersport-Hartware in Deutschland. Der Rest des Jahres 2011 wollte wettertechnisch auch nicht so wirklich mitziehen, was vor allem dem wichtigen Outdoor-Bereich eine „rote Null" bescherte. Da konnten auch die freundlichen Zuwächse im Segment Running und Walking nicht wirklich helfen. Da das Wetter ohnehin nicht zu beeinflussen ist, kümmert sich die Führung der Verbundgruppe vor allem um das, was sie am besten kann: die Optimierung der Arbeitsprozesse zwischen Händlern, Zentrale und den Lieferanten: Inzwischen ist beispielsweise die zweite Version des Nachorder-Portals am Netz und hat sich im Sinne einer intuitiven Nutzung durch die angeschlossenen Händler gegenüber der ursprünglichen Fassung verbessert.
Ausbau bei NOS- und Kernartikeln
Von zentraler Bedeutung beim Nachorder-Verfahren ist das Handling der Never-out-of-stock-Programme (NOS), die sicherstellen, dass die Händler bei den ertragsstarken Brot-und-Butter-Produkten in der Versorgung nicht trocken laufen. Hier wurden entscheidende Optimierungen eingeleitet, die in der Wertschöpfungs-Kette vom Lieferanten bis an die Ladenkasse führen – unter Verwendung des hauseigenen Intersys-Systems sowie R3 von SAP. Hinzu kommt das „Fokus"-Sortiment. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Versorgung der Genossen mit über 100 Artikeln von bevorzugten Lieferanten, die niemals aus den Regalen der Läden verschwinden dürfen. Dazu gehören Produkte der Marken Adidas, Nike, Asics, Meindl, Deuter und Salomon. Darüber hinaus präsentiert sich das System der Kernartikel in neuem Gewand. Dazu gehören rund 500 Produkte, die sich aus verschiedenen Gründen für den bevorzugten Ein- und dann wieder Verkauf empfehlen. Dazu zählen beispielsweise die genannten NOS-Artikel, aber auch Evergreens wie die Adilette, Basisprodukte wie Tischtennis-Bälle oder Longseller. Daneben will Intersport die elektronischen Prozesse in der Wertschöpfungskette optimieren. Dafür wird es noch in diesem Jahr ein Update der SAP-Software geben, welche das Heilbronner Haus verwendet. Zusätzlich gibt es weitere Veränderungen im Supply-Chain-Management und dem Dispo-System.
Die Logistik wurde entscheidend verbessert, und Intersport belegt das in Zahlen: Die Anzahl der versandten Artikel stieg im Geschäftsjahr 2010/11
(Ende September) um 12% auf etwa 1,1 Millionen Pakete. Der Vororder-Umsatz stieg um 20%. Interessant ist bei den Vororder-Werten, dass der
Umsatz mit Einzelartikeln vom Lager um 43% stieg. Dabei stieg der Umsatz mit Einzelartikeln um 26%, während der mit Lot-Artikeln um 5% nach oben ging. Dies belegt eine steigende Flexibilität des Intersport-Lagers, wenn es um die Bedienung des Handels bei der Vororder geht. Der Nachorder-Umsatz ging ebenfalls um 8% in die Höhe.
Vorfreude auf Polen/Ukraine 2012
Auch im Marketing intensiviert Intersport ihre Bemühungen, die Endkunden in die rot-blau gefärbten Läden zu treiben. Hier gibt es eine Reihe neuer, aber auch bewährter Initiativen – darunter Langlauf-Skitests, Schneeschuh-Events und den Skitest „Alpenglühen". Hinzu kommen Fußball-Camps, eine Handball-Initiative für die Kinder und die Unterstützung von Laufveranstaltungen. Neben weiteren Marketing-Anstrengungen zur
Mobilisierung der Verbraucher für den Rocker-Ski, steht ganz klar die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine 2012 im Vordergrund. Die deutschen Kicker dürfen sich einiges ausrechnen, und das soll auch am Verkaufspunkt sichtbar sein. Als offizieller Partner der Uefa wird Intersport die Läden der teilnehmenden Händler kräftig mit Deko ausstaffieren. Wie man unbestätigt hört, sind tatsächlich auch spanische Kunden in den deutschen Intersport-Läden willkommen ... mh






